November 06, 2011
Kategorie: Gesellschaft |
Die Behauptung, dass unsere Welt immer komplexer, immer vielfältiger und undurchschaubarer würde, und dass diese Veränderung auch noch mit immer größerer Geschwindigkeit vonstatten gehen würde, gehört zu den ganz großen Selbstverständlichkeiten unserer Zeit. Der Papst und die Grünen, Künstler und Konzernvorstände, Regierungschefs und anarchistische Gruppen scheinen sich darin einig zu sein.
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Oktober 23, 2011
Kategorie: Gesellschaft |
Es gehört zu den Mythen, auf die selbst jüngere Menschen oft hereinfallen können, dass das politische System früher irgendwie authentischer, dass die Politiker früher ehrlicher, charismatischer, professioneller, intelligenter waren. Erst in den letzten paar Jahren, so glaubt man manchmal, ist die politische Klasse verkommen, irgendwie degeneriert, schwächer, korrupter und unehrlich geworden. Die parlamentarische Demokratie, so glaubt man auf der Grundlage dieses Mythos, ist an sich eine gute Sache, nur das Personal, das wir heute haben taugt nichts.
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September 16, 2010
Kategorie: Kultur, Philosophie |
„Man kann nicht Äpfel und Birnen vergleichen“ das ist so eine Floskel, bei der ich mich jedes Mal frage, was für einen Unsinn sie eigentlich behauptet. Natürlich kann man Äpfel und Birnen vergleichen: So z.B. hinsichtlich der Größe, der Haltbarkeit, des Zuckergehaltes, aber auch in Bezug auf den Geschmack. Man kann Äpfel auch mit Pflaumen vergleichen, sogar mit Kartoffeln oder mit Blumenkohl, erst wenn jemand beginnt, Äpfel z.B. mit Hunden oder Mobiltelefonen zu vergleichen, wird es schwierig, noch an sinnvolle Vergleichskriterien zu glauben, und wer versucht, Äpfel mit Mondlandungen zu vergleichen, der wird Schwierigkeiten bekommen, sich verständlich machen zu können.
Man kann also vieles miteinander vergleichen, das kann eine spaßige Sache sein. Nur, wenn jemand verschiedenes miteinander gleichsetzt, dann kann der Spaß ganz schnell vorbei sein: Wer sagt, Äpfel und Birnen seien im Grunde das Gleiche, der fordert die Obst-Spezialisten heraus, die auf die feinen Unterschiede zwischen der runden und der Kanzlerkopf-förmigen Frucht verweisen und bemerken, man dürfe diese Unterschiede nicht relativieren. Relativieren heißt: Unterschiede verwischen, nicht wahrnehmen oder bewusst ausblenden. Weiterlesen →
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September 13, 2010
Kategorie: Kultur |
Der Film ist der hilflose Versuch, die Veränderung eines durchschnittlichen jungen bosnischen Muslim zum fundamentalistischen Wahabiten irgendwie erklärbar oder plausibel zu machen. Wobei „Hilflosigkeit“ vielleicht der angemessene und ehrliche Umgang mit diesem Phänomen ist.
In Sequenzen, die fast eine Dia-Show sind, sieht man in den ersten 10 Minuten dieser Kooproduktion Bosnien-Herzegowinas, Kroatiens, Östereichs und Deutschlands zunächst Luna und Amar, ein glückliches junges Paar, noch unverheiratet, hoffen Sie in einer bescheidenen Wohnung auf das erste Kind. Weiterlesen →
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September 10, 2010
Kategorie: Gesellschaft |
Quer durch den Serengeti-Nationalpark, den europäische Fernsehzuschauer durch den eindringlichen Appell eines Dokumentarfilmers, die Serengeti nicht sterben zu lassen, lieb gewonnen haben, soll eine Schnellstraße gebaut werden, eine Autobahn. Die Trasse verläuft quer zu den Zugrichtungen von Gnu- und Zebraherden, weshalb es die verschiedenen europäischen Naturschutzverbände natürlich als Tragödie bezeichnen, wenn die Straße gebaut werden würde. Weiterlesen →
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September 09, 2010
Kategorie: Gesellschaft, Philosophie |
Die Sprache, in der Gruppen von Menschen sich verständigen, gehört zu den zentralen Bestandteilen ihrer Kultur. Durch eine gemeinsame Sprache ist Verständigung, Abstimmung des Handelns und damit das gemeinsame Schaffen einer Kultur überhaupt erst möglich. Unterschiedliche Sprachen führen aber auch zur Abgrenzung von anderen Gemeinschaften. Wittgensteins berühmter Satz „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ bringt auf den Punkt, wie sehr wir in unserem Umgang mit anderen und bei der Erschließung der Umwelt durch die Sprache begrenzt sind.
Das ist so lange unproblematisch, wie mir in der Welt nur Menschen begegnen, mit denen ich eine gemeinsame Sprache habe – und das ist ja zunächst der Normalfall: Ich lerne als Kind die Sprache meiner Eltern und die der anderen Kinder, in der Schule werde ich mit der Sprache der Lehrer vertraut gemacht, die Sprache meines Berufes lerne ich von Menschen, die mir in der Ausübung dieses Berufes begegnen. Wenn mein Handeln nur von Menschen abhängt, die die gleiche Sprache wie ich sprechen und wenn dieses Handeln nur für diese Menschen relevant ist, dann gibt es kein Problem in der Vermittlung von Handlungen und Sprache. Die Grenzen meiner Sprache sind dann auch die Grenzen der anderen, es sind die Grenzen unserer gemeinsamen Welt. Weiterlesen →
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September 07, 2010
Kategorie: Gesellschaft |
Lange war hier Ruhe, aber nun habe ich mich entschlossen, mein ScienceBlogs-Experiment wenigstens vorläufig einzustellen. Da ich das Bloggen nicht lassen kann, werde ich erst einmal hier ganz privat weitermachen. Also: Feedreader abonnieren und auf den ersten „echten“ Eintrag warten – es dauert nicht lange!
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Mai 14, 2009
Kategorie: Philosophie |
Paul Feyerabend war der „Anarchist“ unter den Wissenschaftsphilosophen. „Alles geht!“ meinte er in seinem bekanntesten Werk „Wider den Methodenzwang“. Aber um zu dieser These zu kommen hat er es sich nicht leicht gemacht, wie seine Arbeiten zum Wissenschftlichen Realismus zeigen.
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Mai 03, 2009
Kategorie: Philosophie |
Die Bedeutung von Sätzen wie „Es regnet.“ hat man verstanden wenn man weiß, was draußen los sein muss, damit der Satz wahr ist. Mit einem Satz wie „Der König steht auf dem Blatt“ ist es aber nicht ganz so einfach… Weiterlesen →
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April 30, 2009
Kategorie: Philosophie |
Eric Hand beschreibt in seinem News Feature „The Test of Inflation“ (nature 458, 16 April 2009, pp 820-824) die spannende Geschichte der Entwicklung der Big-Bang-Theorie und der Anstrengungen, empirische Evidenz zu finden für die Idee der „Inflation“, also der Annahme, dass das Universum kurz nach dem Urknall erst sehr schnell expandiert ist, dann seine Ausdehnung abgebremst hat und nun nur noch mit einer geringen Rate weiter expandiert.
Am Rande stellt Hand die konkurrierende Theorie der Ekpyrosis vor. Nach dieser ist der Big Bang nicht der Beginn des Universums überhaupt, sondern die Kollision zweier dreidimensionaler Universen innerhalb eines zehndimensionalen Raumes. In diesem Raum pendeln die dreidimensionalen Universen hin und her wie „Wäschestücke an Wäscheleinen“ und stoßen alle paar trillionen Jahre zusammen.
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