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Jörg Friedrich


Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl

April 10, 2009 Kategorie: Gesellschaft |

Er hatte viele Schüler, war einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Die philosophische Phänomenologie, die danach fragt, wie die Phänomene sich unserem Bewusstsein zeigen, wäre nicht das was sie heute ist ohne Edmund Husserl. Trotzdem ist er längst nicht so bekannt wie einige seiner Schüler. Das liegt vielleicht daran, dass seine Analysen sehr nüchtern und auf den ersten Blick unspektakulär erschienen.

Link: Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl


Für eine Theorie der empirischen Forschung

April 08, 2009 Kategorie: Philosophie |

Die wissenschaftstheoretische Diskussion hat sich lange Zeit auf das Problem der Rechtfertigung wissenschaftlicher Theorien konzentriert. Wissenschaftliche Theoriebildung sowie deren Bestätigung, Weiterentwicklung oder Widerlegung stand im 20. Jahrhundert deutlich im Zentrum des Interesses der Philosophen, die sich mit den Problemen der Wissenschaften beschäftigt haben. Über lange Zeit schien es so, als ob Wissenschaft im Wesentlichen eben aus diesen Tätigkeiten der Theoriebildung sowie deren Prüfung bestehen würde.

Ian Hacking hat diese Sicht zu Beginn der 1980er Jahre einer tiefgreifenden Kritik unterzogen. Der darstellenden Tätigkeit des Theoretikers hat er das gleichberechtigte Eingreifen des Experimentators zur Seite gestellt und gezeigt, dass dessen Tätigkeit zum einen nicht, wie Karl Popper meinte, dem Theoretiker nachgeordnet ist und dass zum anderen der Experimentator über weite Strecken ohne eine Theorie dessen, was er im Experiment veranlasst und beobachtet, auskommt.

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Das Politische jenseits der Politik

April 06, 2009 Kategorie: Gesellschaft, Philosophie |

Politik im engeren Sinne, das sind die Handlungen der Regierungen und Parlamente, das ist Gesetzgebung und internationale Diplomatie. Aber auch außerhalb dieser Sphäre wird Handeln oft als politisch bezeichnet. Dabei ist nicht gemeint, dass Entscheidungsträger der Politik auch in anderen Bereichen wie der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur tätig werden, also Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturpolitik betreiben. Es ist ein bestimmtes Verhalten der Akteure innerhalb des jeweiligen Systems, welches wir als „politisches“ charakterisieren.

Von solchem politischen Verhalten sprechen wir z.B.

  • wenn Positionen und Ämter nach anderen Kriterien als nach fachlicher oder personeller Eignung vergeben werden, aber auch persönliche Beziehungen und „Seilschaften“ keine unmittelbare Rolle spielen,
  • wenn langfristige Kooperationsvereinbarungen getroffen werden, deren unmittelbarer Nutzen nach den üblichen Kriterien nicht ersichtlich ist,
  • wenn Gemeinsamkeiten innerhalb einer Gruppe und Unterschiede zu anderen Gruppen betont werden ohne dass diese im Einzelfall nachweisbar sind oder ihre Relevanz für die Lösung der anstehenden Probleme klar erkennbar ist.

Was ist das Gemeinsame an diesen Handlungen und was ist an ihnen das spezifisch Politische? Weiterlesen →


Warum Wissenschaft mehr zählt als Erfahrung

April 02, 2009 Kategorie: Philosophie |

Schon Aristoteles stellte sich die Frage, warum der Wissenschaftler höher angesehen ist als Erfahrung, obwohl doch, wie auch schon der alte Grieche wusste, die Erfahrenen in der Praxis oft erfolgreicher sind als die Wissenschaftler.

Link: Aristoteles: Weisheit und Erfahrung


Hartmut Mehdorn und der Erfolg

April 01, 2009 Kategorie: Wirtschaft |

Hartmut Mehdorn fühlt sich schlecht behandelt: Obwohl er für 2008 das beste Ergebnis in der Geschichte der Bahn verkünden konnte, musste er in dieser Woche seinen Rückzug als Chef des Unternehmens erklären. Nie zuvor hat die Bahn so viel Umsatz erwirtschaftet, nie einen größeren Gewinn erzielt als 2008. War Mehdorn damit nicht ein erfolgreicher Manager?

Dass man erfolgreich sein kann und trotzdem für Dinge verantwortlich ist, die es erforderlich machen, einen Posten herzugeben, soll hier nicht interessieren. Denn es steht schon in Frage, ob der Mann, der die Bahn 10 Jahre lang führte, überhaupt berechtigt ist, von Erfolg zu reden. Weiterlesen →


Wissenschaftsjournalismus: It’s a blogging world

März 29, 2009 Kategorie: Gesellschaft |

Schon die Zeichnung, mit der nature den Artikel „Supplanting the old media?“ (nature 458, 19.03.2009, pp 274-277) von Geoff Brumfiel illustriert, spricht Bände: Um eine halbverfallene Steinsäule mit der Aufschrift „Science Journalism“ rankt sich frisches Grün, an dessen Spitzen kleine Notebooks blühen.

Der Wissenschaftsjournalismus ist in der Krise. In den klassischen Medien werden weltweit die Wissenschaftsredaktionen abgebaut und der Umfang der Berichterstattung sowie die Recherche-Budgets gekürzt. Das ist die schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Wissenschaftler zu Bloggern werden. Sie nutzen das Netz, um schnell über ihre Forschungen berichten zu können und unmittelbare Reaktionen von Kollegen zu erhalten, aber auch, um der Öffentlichkeit über ihre Forschungen unmittelbar und ohne den Filter des Journalisten zu berichten. Weiterlesen →


Im Kino: Inside Hollywood

März 29, 2009 Kategorie: Kultur |

Ich kann es kurz machen: Man bekommt sein Geld nicht zurück, man bekommt schon gar keine Entschädigung für Zeit, die man sinnlos im Kinosessel verbracht hat. Ich hab an der Kasse gefragt, als ich aus dem Kinosaal kam, und ich war vermutlich nicht der erste.

Wer unbedingt wissen will, was ein paar Hollywood-Promis gern für ein Bild von ihrem Alltag in der Welt verbreiten wollen, der muss sich „Inside Hollywood“ natürlich ansehen. Man kann sich den Verlust von Illusionen aber auch ersparen. Weiterlesen →


Donald Davidson: Drei Spielarten des Wissens

März 26, 2009 Kategorie: Philosophie |

Donald Davidson versucht die Frage „Was kann ich wissen“ neu zu beantworten und er bezieht dabei das Wissen über meine eigenen Überzeugungen, das Wissen über die Außenwelt und das Wissen über die Überzeugungen der anderen wechselseitig aufeinander beziehen. Weiterlesen →


Die Twitter-Nutzer-Zahlen

März 24, 2009 Kategorie: Gesellschaft |

Zunächst einmal muss ich feststellen, dass ich mich geirrt habe. Ich habe vor ein paar Wochen errechnet, dass es ca. 12.000 deutsche Twitterer gibt, aber es sind weit mehr.

Mithilfe einer optimierten deutschen Stopwortliste, ergibt sich momentan eine Anzahl deutscher Twitterer von ca. 80.000, die in der letzten Woche ca 600.000 deutsche Tweets gepostet haben. Weiterlesen →


Wer soll nun die Kinder lehren?

März 23, 2009 Kategorie: Gesellschaft |

Max und Moritz haben bekanntlich ihren Lehrer Lämpel durch Streiche, mit denen sie in heutiger Zeit zum Thema von Talkshows und Politiker-Reden werden würden, ins Krankenbett gebracht. „Wer soll nun die Kinder lehren…“ fragte Wilhelm Busch und legte damit über seine Zeit dreifaches Zeugnis ab.

  1. Schon damals gab es ungezogene Kinder, die ihren Lehrern das Leben schwer machten.
  2. Die Lehrer dieser Zeit verfügten offenbar auch nicht alle über die nötige Autorität, um mit solchen Schülern souverän umgehen zu können
  3. Es gab offenbar auch im Schulsystem der Busch-Zeit einen Lehrermangel, denn eine geeignete Vertretung für einen erkrankten Lehrer scheint nicht der Normalfall gewesen zu sein.

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