Jörg Friedrich


Archive for the ‘Privates’

Bittere Stunde

Januar 01, 2009 By: Jörg Category: Privates | No Comments →

Es liegt ein Grau auf allem Grün,
Das Licht ist stumpf, die Schatten fahl.
Dass dieses Leben noch einmal
Zu Erde werde, hoffst du kühn.

Es sprießt ein Grau aus allem Grün
Ein Filz wächst, nebelgleich und kalt.
Dein Schritt wird lautlos, ohne Halt.
Du möchtest, doch du kannst nicht fliehn.

White Out

Dezember 31, 2008 By: Jörg Category: Kultur, Privates | No Comments →

Das Nebelgrau zerfließt in blassem Blau
Des Eises unter harschem Schnee. Und nur
Gedämpft hör ich den Schritt, die Spur
Bleibt wohl zurück – ein Schatten – ungenau.

Auf diesem harten Boden gehe ich
Dahin, wo ich bis heute noch nicht war.
Die Gegend ändert sich nicht übers Jahr.
Die matten Töne wiederholen sich.

Soweit der Stock reicht, ritze ich ins Weiß
Hellgraue Linien, weise mir den Weg.
Die eignen Zeichen werden mir zum Steg
Durch nasse Kälte und durch raues Eis.

Bleibe

Dezember 30, 2008 By: Jörg Category: Privates | 1 Comment →

Mit scharfen Fäden schleift der Schnee die Wände
Und stürzt dann kraftlos in das Labyrinth.
Bizarrer Schaum wächst am gebrochnen Ende,
Durch den das Eis – zu Staub zermahlen – rinnt.

Schon Wochen nur vernarbtes Land gesehen
Und durch Geröll getaumelt tagelang.
Du hieltest mich, ich stützte dich beim Gehen
Bis uns die Dunkelheit zur Ruhe zwang.

In morsches Eis grub ich mit schwachen Schlägen
So tief, dass es genügte für die Nacht.
Auf blankem Grund, so dass wir sicher lägen,
Hab ich die klammen Kleider festgemacht.

Wir lagen schlaflos. Atem wehte sachte
Von dir zu mir, von mir zu dir zurück,
Wie wärmende Gezeiten und ich wachte
Noch Stunden später, regte mich kein Stück.

Das Wasser tropfte tickend von den Seite.
Es zeichnete ins Eis ein Ornament.
Hier gab es keine Enge, keine Weite
Statt Dauer nur den endlosen Moment.

Am Morgen griff der Sturm uns in die Jacken.
Ich wollte bleiben, dich zog es ins Tal.
Ich lag noch lange, sah dir zu beim Packen.
Und folgte schließlich, hatte keine Wahl.

Reiseruf

Dezember 29, 2008 By: Jörg Category: Münster, Privates | No Comments →

Die braunen Tulpenblätter fallen wieder
In hohes Gras, und dichter wird das Laub.
Auf trocknes Holz legt sich der Blütenstaub,
Vor dunklen Sträuchern steht schon weißer Flieder.

Bald werden sie zu einer grünen Mauer,
Dann wird die Hitze überm Garten stehn.
Die Farben werden kommen, werden gehn,
Die schönen Stunden sind von kurzer Dauer.

Soll ich nun all das noch einmal bestaunen,
Auch dieses Jahr so wie im Jahr zuvor.
Und soll ich noch einmal der Dinge harren,

Schon lange lockt mich dieses leisen Raunen,
Ruft mich hinaus, zur Straße, vor das Tor,
Zum Aufbruch in das fremde Land der Narren.

Nicht umsehen

Dezember 28, 2008 By: Jörg Category: Kultur, Privates | No Comments →

Du musst nur immer weiter geradeaus laufen ohne dich umzusehen, dann wirst du irgendwann einen Punkt erreichen, von dem aus es kein Zurück gibt. Ulrike hatte den Satz im Traum gehört, in einem Traum in dem sie aus dem Haus getreten war, sich auf der Straße nach links gewendet hatte, sie war ganz gemächlich gegangen, geschlendert fast, die Häuser blieben hinter ihr zurück, die Straße wurde zu einer Allee, alte freundliche Bäume zu beiden Seiten, dann zur Landstraße, später zu einem Feldweg, der sich auf einer unendlichen Wiese verlor. Überall war nichts als das Grün in allen Variationen zwischen gelb und blau, darüber der Himmel wie ein Dom, in dessen Mitte sie stand.

Sie hatte sich ausgestreckt auf dieser grenzenlosen Ebene, hatte die Wärme des Bodens aufgenommen.

Dann war sie aufgewacht. (weiterlesen …)

Nach einem Abend

Dezember 27, 2008 By: Jörg Category: Privates | No Comments →

Fest bindet euch die Stiefel und die Schuh,
Zieht tief die Hüte ins Gesicht und auch
Die Jacken schließt, dann gebt mir diesen Hauch
Von Kuss und sagt den alten Satz dazu.

Von draußen weht die Luft der Nacht herein,
Ein schmaler Lichtschein weißt den Weg zum Tor.
Einmal noch treibt ein Lachen her bevor
Die Tür sich schließt – und Stille fängt mich ein.

Ich gehe durch den warmen hellen Raum,
Steh lange vor dem offnen Buch und leg
Es dann sehr weit und auch für immer fort.

Ich lösch das Licht und warte auf den Traum.
Ich weiß, dass ich nicht folge eurem Weg
Und Ihr kehrt nicht zurück an diesen Ort.

(K)eine Weihnachtspause

Dezember 21, 2008 By: Jörg Category: Privates | 1 Comment →

Ich werde mich nun wieder einmal für 2 Wochen aus dieser unruhigen Welt in die Einsamkeit Norwegens zurückziehen. Aber in diesem Jahr geht das Leben in meinem Blog weiter. Ich habe in meinen Texten aus der Zeit vor den Blogs gekramt und ein paar Überraschungen herausgesucht, die hier, ganz automatisch, in den nächsten zwei Wochen erscheinen werden. WordPress machts möglich.

Allen Lesern und natürlich allen Kommentatoren und allen Nachbarn in der Blogwelt wünsche ich nun ein wunderschönes Weihnachten und einen gelungenen Start ins Jahr 2009.

Ein Artikel, vom Weg abgekommen

Juni 12, 2008 By: Jörg Category: Privates | 4 Comments →

Einfach soll jede Theorie sein, sagen die Wissenschaftler, ohne zu vereinfachen. Es gibt offenbar zwei Varianten von „einfach“, die man gut unterscheiden muss, wenn man die Werke der Forscher betrachtet, es gibt einen feinen Unterschied in der Bedeutung des Adjektivs, den man auch dem Substantiv nur in einem Buchstaben ansieht: „Einfachkeit“ gegen „Einfachheit“.

An dieser Stelle gerate ich überraschend ins Stocken, da das Textprogramm, mit dem ich diesen Text schreibe, das Wort „Einfachkeit“ nicht kennt. (weiterlesen …)

Nachdenken über Maike Richter

April 15, 2008 By: Jörg Category: Privates | 5 Comments →

Maike Richter ist promovierte Volkswirtin, sie arbeitet im Bundesministerium für Wirtschaft. Sie gehört zu meiner Generation, ist fast exakt in meinem Alter. Und sie wird den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl heiraten.

Warum beschäftigen mich solche Nachrichten? Ganz einfach, ich frage mich, ob es für mich vorstellbar wäre, eine Frau zu heiraten, die doppelt so alt oder halb so alt ist, wie ich. Beides erscheint mir unvorstellbar.
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Eine e-Mail-Stellenanzeige

April 11, 2008 By: Jörg Category: Privates | 4 Comments →

Was habe ich getan, dass ich trotz zweier hintereinander geschalteter Spam-Filter täglich solche e-Mails bekomme wie diese hier?
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