Jörg Friedrich


Archive for the ‘Gesellschaft’

Der Mythos der zunehmenden Komplexität

November 06, 2011 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Die Behauptung, dass unsere Welt immer komplexer, immer vielfältiger und undurchschaubarer würde, und dass diese Veränderung auch noch mit immer größerer Geschwindigkeit vonstatten gehen würde, gehört zu den ganz großen Selbstverständlichkeiten unserer Zeit. Der Papst und die Grünen, Künstler und Konzernvorstände, Regierungschefs und anarchistische Gruppen scheinen sich darin einig zu sein.

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Der Wahl-O-Mat

Oktober 23, 2011 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Es gehört zu den Mythen, auf die selbst jüngere Menschen oft hereinfallen können, dass das politische System früher irgendwie authentischer, dass die Politiker früher ehrlicher, charismatischer, professioneller, intelligenter waren. Erst in den letzten paar Jahren, so glaubt man manchmal, ist die politische Klasse verkommen, irgendwie degeneriert, schwächer, korrupter und unehrlich geworden. Die parlamentarische Demokratie, so glaubt man auf der Grundlage dieses Mythos, ist an sich eine gute Sache, nur das Personal, das wir heute haben taugt nichts.

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Wer soll hungern in Tansania?

September 10, 2010 By: Jörg Category: Gesellschaft | 1 Comment →

Quer durch den Serengeti-Nationalpark, den europäische Fernsehzuschauer durch den eindringlichen Appell eines Dokumentarfilmers, die Serengeti nicht sterben zu lassen, lieb gewonnen haben, soll eine Schnellstraße gebaut werden, eine Autobahn.  Die Trasse verläuft quer zu den Zugrichtungen von Gnu- und Zebraherden, weshalb es die verschiedenen europäischen Naturschutzverbände natürlich als Tragödie bezeichnen, wenn die Straße gebaut werden würde. (weiterlesen …)

Das Sprach-Netz

September 09, 2010 By: Jörg Category: Gesellschaft, Philosophie | 12 Comments →

Die Sprache, in der Gruppen von Menschen sich verständigen, gehört zu den zentralen Bestandteilen ihrer Kultur. Durch eine gemeinsame Sprache ist Verständigung, Abstimmung des Handelns und damit das gemeinsame Schaffen einer Kultur überhaupt erst möglich. Unterschiedliche Sprachen führen aber auch zur Abgrenzung von anderen Gemeinschaften. Wittgensteins berühmter Satz „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ bringt auf den Punkt, wie sehr wir in unserem Umgang mit anderen und bei der Erschließung der Umwelt durch die Sprache begrenzt sind.

Das ist so lange unproblematisch, wie mir in der Welt nur Menschen begegnen, mit denen ich eine gemeinsame Sprache habe – und das ist ja zunächst der Normalfall: Ich lerne als Kind die Sprache meiner Eltern und die der anderen Kinder, in der Schule werde ich mit der Sprache der Lehrer vertraut gemacht, die Sprache meines Berufes lerne ich von Menschen, die mir in der Ausübung dieses Berufes begegnen. Wenn mein Handeln nur von Menschen abhängt, die die gleiche Sprache wie ich sprechen und wenn dieses Handeln nur für diese Menschen relevant ist, dann gibt es kein Problem in der Vermittlung von Handlungen und Sprache. Die Grenzen meiner Sprache sind dann auch die Grenzen der anderen, es sind die Grenzen unserer gemeinsamen Welt. (weiterlesen …)

Willkommen zurück

September 07, 2010 By: Jörg Category: Gesellschaft | 8 Comments →

Lange war hier Ruhe, aber nun habe ich mich entschlossen, mein ScienceBlogs-Experiment wenigstens vorläufig einzustellen. Da ich das Bloggen nicht lassen kann, werde ich erst einmal hier ganz privat weitermachen. Also: Feedreader abonnieren und auf den ersten „echten“ Eintrag warten – es dauert nicht lange!

Im Kino: Liebe auf den zweiten Blick

April 26, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Es ist so schön, wenn man sich auf Film-Plots verlassen kann. Bei diesem Film kann man es. Man weiß, wenn sich da zwei für den nächsten Tag verabreden, dann wird bei einem was dazwischen kommen, was ihn zwingend hindert. Aber sie werden sich trotzdem kriegen, ganz am Schluss. (weiterlesen …)

Wahlwerbung

April 25, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft, Politik | 5 Comments →

Schwere Monate stehen uns bevor. Die ersten Wahlplakate mit grinsenden Politiker-Gesichtern sind aufgestellt und werden nun wohl durchgehend bis in den Herbst das Aussehen unserer Städte verschandeln.

Wie immer überbieten sich die Parteien darin, uns mit nichtssagenden oder unsinnigen Parolen auf die Idee zu bringen, ausgerechnet hinter ihrem Namen das Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Die Europawahlen stehen zuerst an, aber die werden offenbar von allen Parteien nur dazu genutzt, kommunale oder bundespolitische Themen in unsere Köpfe zu bringen. (weiterlesen …)

Vom Schlussfolgern

April 22, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 4 Comments →

Sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft wird vom Sichtbaren auf das nicht unmittelbar Sichtbare geschlussfolgert. Deduktion und Induktion kennen viele. Aber es gibt auch noch die Abduktion.

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Helmut Newton in Münster

April 14, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 1 Comment →

Manche halten ihn für den bedeutendsten Künstler im Bereich der Aktfotografie, für andere ist es frauenverachtende Pornographie. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte und in den nächsten zwei Wochen nach Münster kommt, sollte die Gelegenheit zum Besuch des Picasso-Museums nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bis zum 26.04. werden dort noch Bilder des umstrittenen Fotografen Helmut Newton gezeigt – und nicht nur das: eine ca. 100-minütige Dokumentation gibt interessante Einblicke in Leben und Ansichten des Künstlers. Deshalb sollte man sich auch genug Zeit für den Besuch einplanen, wer das Museum kennt, weiß, dass man für den Gang durch die Räume auch nicht länger braucht, aber wenn man den Film einmal zu sehen begonnen hat, bleibt bei knapper Planung kaum noch Zeit für die Bilder. (weiterlesen …)

Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl

April 10, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Er hatte viele Schüler, war einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Die philosophische Phänomenologie, die danach fragt, wie die Phänomene sich unserem Bewusstsein zeigen, wäre nicht das was sie heute ist ohne Edmund Husserl. Trotzdem ist er längst nicht so bekannt wie einige seiner Schüler. Das liegt vielleicht daran, dass seine Analysen sehr nüchtern und auf den ersten Blick unspektakulär erschienen.

Link: Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl