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Jörg Friedrich


Archive for the ‘Gesellschaft’

Im Kino: Liebe auf den zweiten Blick

April 26, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Es ist so schön, wenn man sich auf Film-Plots verlassen kann. Bei diesem Film kann man es. Man weiß, wenn sich da zwei für den nächsten Tag verabreden, dann wird bei einem was dazwischen kommen, was ihn zwingend hindert. Aber sie werden sich trotzdem kriegen, ganz am Schluss. (mehr…)

Wahlwerbung

April 25, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft, Politik | 5 Comments →

Schwere Monate stehen uns bevor. Die ersten Wahlplakate mit grinsenden Politiker-Gesichtern sind aufgestellt und werden nun wohl durchgehend bis in den Herbst das Aussehen unserer Städte verschandeln.

Wie immer überbieten sich die Parteien darin, uns mit nichtssagenden oder unsinnigen Parolen auf die Idee zu bringen, ausgerechnet hinter ihrem Namen das Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Die Europawahlen stehen zuerst an, aber die werden offenbar von allen Parteien nur dazu genutzt, kommunale oder bundespolitische Themen in unsere Köpfe zu bringen. (mehr…)

Vom Schlussfolgern

April 22, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 4 Comments →

Sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft wird vom Sichtbaren auf das nicht unmittelbar Sichtbare geschlussfolgert. Deduktion und Induktion kennen viele. Aber es gibt auch noch die Abduktion.

Link: Vom Schlussfolgern

Helmut Newton in Münster

April 14, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 1 Comment →

Manche halten ihn für den bedeutendsten Künstler im Bereich der Aktfotografie, für andere ist es frauenverachtende Pornographie. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte und in den nächsten zwei Wochen nach Münster kommt, sollte die Gelegenheit zum Besuch des Picasso-Museums nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bis zum 26.04. werden dort noch Bilder des umstrittenen Fotografen Helmut Newton gezeigt – und nicht nur das: eine ca. 100-minütige Dokumentation gibt interessante Einblicke in Leben und Ansichten des Künstlers. Deshalb sollte man sich auch genug Zeit für den Besuch einplanen, wer das Museum kennt, weiß, dass man für den Gang durch die Räume auch nicht länger braucht, aber wenn man den Film einmal zu sehen begonnen hat, bleibt bei knapper Planung kaum noch Zeit für die Bilder. (mehr…)

Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl

April 10, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Er hatte viele Schüler, war einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Die philosophische Phänomenologie, die danach fragt, wie die Phänomene sich unserem Bewusstsein zeigen, wäre nicht das was sie heute ist ohne Edmund Husserl. Trotzdem ist er längst nicht so bekannt wie einige seiner Schüler. Das liegt vielleicht daran, dass seine Analysen sehr nüchtern und auf den ersten Blick unspektakulär erschienen.

Link: Zum 150. Geburtstag von Edmund Husserl

Das Politische jenseits der Politik

April 06, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft, Philosophie | 3 Comments →

Politik im engeren Sinne, das sind die Handlungen der Regierungen und Parlamente, das ist Gesetzgebung und internationale Diplomatie. Aber auch außerhalb dieser Sphäre wird Handeln oft als politisch bezeichnet. Dabei ist nicht gemeint, dass Entscheidungsträger der Politik auch in anderen Bereichen wie der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur tätig werden, also Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturpolitik betreiben. Es ist ein bestimmtes Verhalten der Akteure innerhalb des jeweiligen Systems, welches wir als „politisches“ charakterisieren.

Von solchem politischen Verhalten sprechen wir z.B.

  • wenn Positionen und Ämter nach anderen Kriterien als nach fachlicher oder personeller Eignung vergeben werden, aber auch persönliche Beziehungen und „Seilschaften“ keine unmittelbare Rolle spielen,
  • wenn langfristige Kooperationsvereinbarungen getroffen werden, deren unmittelbarer Nutzen nach den üblichen Kriterien nicht ersichtlich ist,
  • wenn Gemeinsamkeiten innerhalb einer Gruppe und Unterschiede zu anderen Gruppen betont werden ohne dass diese im Einzelfall nachweisbar sind oder ihre Relevanz für die Lösung der anstehenden Probleme klar erkennbar ist.

Was ist das Gemeinsame an diesen Handlungen und was ist an ihnen das spezifisch Politische? (mehr…)

Wissenschaftsjournalismus: It’s a blogging world

März 29, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 2 Comments →

Schon die Zeichnung, mit der nature den Artikel „Supplanting the old media?“ (nature 458, 19.03.2009, pp 274-277) von Geoff Brumfiel illustriert, spricht Bände: Um eine halbverfallene Steinsäule mit der Aufschrift „Science Journalism“ rankt sich frisches Grün, an dessen Spitzen kleine Notebooks blühen.

Der Wissenschaftsjournalismus ist in der Krise. In den klassischen Medien werden weltweit die Wissenschaftsredaktionen abgebaut und der Umfang der Berichterstattung sowie die Recherche-Budgets gekürzt. Das ist die schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Wissenschaftler zu Bloggern werden. Sie nutzen das Netz, um schnell über ihre Forschungen berichten zu können und unmittelbare Reaktionen von Kollegen zu erhalten, aber auch, um der Öffentlichkeit über ihre Forschungen unmittelbar und ohne den Filter des Journalisten zu berichten. (mehr…)

Die Twitter-Nutzer-Zahlen

März 24, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 1 Comment →

Zunächst einmal muss ich feststellen, dass ich mich geirrt habe. Ich habe vor ein paar Wochen errechnet, dass es ca. 12.000 deutsche Twitterer gibt, aber es sind weit mehr.

Mithilfe einer optimierten deutschen Stopwortliste, ergibt sich momentan eine Anzahl deutscher Twitterer von ca. 80.000, die in der letzten Woche ca 600.000 deutsche Tweets gepostet haben. (mehr…)

Wer soll nun die Kinder lehren?

März 23, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 3 Comments →

Max und Moritz haben bekanntlich ihren Lehrer Lämpel durch Streiche, mit denen sie in heutiger Zeit zum Thema von Talkshows und Politiker-Reden werden würden, ins Krankenbett gebracht. „Wer soll nun die Kinder lehren…“ fragte Wilhelm Busch und legte damit über seine Zeit dreifaches Zeugnis ab.

  1. Schon damals gab es ungezogene Kinder, die ihren Lehrern das Leben schwer machten.
  2. Die Lehrer dieser Zeit verfügten offenbar auch nicht alle über die nötige Autorität, um mit solchen Schülern souverän umgehen zu können
  3. Es gab offenbar auch im Schulsystem der Busch-Zeit einen Lehrermangel, denn eine geeignete Vertretung für einen erkrankten Lehrer scheint nicht der Normalfall gewesen zu sein.

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Gier

März 21, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 6 Comments →

Wenn die Ökonomie das ist, was sich in den Kategorien „nützlich“ und „schädlich“ ausdrücken lässt und Ethik all das umfasst, was sich in den Kategorien „gut“ und „böse“ ausdrücken lässt, dann markiert der Begriff „Gier“ offenbar einen Berührungspunkt zwischen dem Ökonomischen und dem Ethischen. Aber kann es solche Berührungspunkte überhaupt geben? Ist nicht jedes ökonomisch nützliche Verhalten – je nach Perspektive, je nach Zeithorizont – mal ethisch gut und mal verwerflich? Sollte man deshalb nicht ökonomische s und ethisches säuberlich trennen um nicht in heillose Argumentationsschwierigkeiten angesichts der Komplexität der wirklichen Zusammenhänge zu geraten?

 

Der Sinn solcher Überlegungen, das Ziel der richtigen Einordnung eines Begriffes wie „Gier“ ist, herauszufinden, unter welchen Bedingungen wir uns wirklich gegen Gier zur Wehr setzen müssen, was wir tun müssen, damit Gier nicht unser Leben gefährdet. Wenn Gier ein ökonomisches Phänomen ist, dann muss sie ökonomisch bekämpft werden, dann kann man ökonomische Instrumente, die Gier befördern, verbieten oder bekämpfen, ist es ein moralisches Problem, dann kann es mit moralischem Druck und ethischer Bildung angegangen werden.

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