Immer, wenn ein Kampf um der Wahrheit und der Menschheit willen geführt wird, bleiben Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit schnell auf der Strecke. Jetzt geht’s um das Klima und (wieder einmal) um unser aller Zukunft. Da kommt es schnell zur Eskalation.
In der FAZ wird zurzeit die x-te Runde einer Debatte ausgetragen, die viele Menschen schon deshalb verunsichert, weil sie von den Argumenten der verschiedenen Seiten wenig, von den ausgemalten Konsequenzen für das eigene Leben aber viel verstehen. Es geht um den Klimawandel und die Konsquenzen für das Weiterleben der Menschen. Warum tobt darüber so ein Streit?
Die Wissenschaft weiß nichts.
Jede wissenschaftliche Aussage ist eine Hypothese, die nie bewiesen, aber vielleicht widerlegt werden kann. In den einfachen Fällen der Physik kann eine Widerlegung durch das Experiment erfolgen – das ist in der Meteorologie und der Klimatologie nicht möglich, deshalb können wissenschaftliche Aussagen hier weder bewiesen noch widerlegt werden. Wir können die Richtigkeit von Klima-Prognosen nicht im Labor bestätigen, und ihre Fehlerhaftigkeit können wir auch nicht beweisen.
Beispiel: Anstieg der globalen Mitteltemperatur
Keine Aussage ist sicher, auch wenn sie sich auf Messergebnisse stützt. Das Ozonloch, der Anstieg der mittleren Temperaturen usw. sind alles nur Interpretationen. Diese sind nur möglich, weil der Wissenschaftler schon ein Vorverständnis von dem hat, was er messen will. Schon, indem er eine „globale Temperatur” definiert, interpretiert er. Man kann aber auch immer anders messen, und erst recht anders interpretieren.
Wie misst man z.B. die „globale mittlere Temperatur“, wie verfolgt man ihre Entwicklung in den letzten Jahrzehnten? Die Diagramme der Klimaforscher täuschen eine Genauigkeit vor, die sie nicht haben. Nirgens hängt ein Thermometer, welches diese Temperatur anzeigt. Im Gegenteil: Vor 150 Jahren, wo die meisten Darstellungen einsetzen, gab es wenige Orte auf der Welt, an denen das Wetter beobachtet und kontrolliert wurde. In schlecht zugänglichen Gegenden, an den Polen, in den Hochgebirgen, gab es gar keine Messungen.
Dort aber, wo schon im 19. Jahrhundert gemessen wurde, hat sich die kleinräumige Umgebung in dieser Zeit dramatisch gewandelt. Städte entstanden und Straßen, natürliche Biotope mussten künstlichen Strukturen weichen. Das führt zu lokalem Anstieg der Temperaturen, ohne dass sich das globale Klima ändert. Aus diesem Grunde wurden in den USA kürzlich solche Messreihen auch nach unten korrigiert.
Wissenschaftler werden Agitatoren
Die Menschen wollen aber keine Interpretationen und Hypothesen, sie wollen Sicherheit und Fakten – und wenn es die Sicherheit des eigenen Untergangs ist. Wissenschaftler, die öffentlich gehört werden wollen, präsentieren deshalb Hypothesen und Interpretationen als sichere Fakten. Viele von ihnen glauben selbst daran. Sie scheren sich nicht um die Irrtümer ihrer Vorgänger, sie sind von der Richtigkeit ihrer eigenen Theorien überzeugt – bis sie widerlegt werden.
Deshalb hat jeder Bürger ein Recht auf Skepsis – vielleicht sogar die Pflicht zur skeptischen Kritik. Wissenschaftlern, die Skepsis ablehnen, ist mehr zu misstrauen als Menschen, die ihrer Skepsis deutlich Ausdruck geben auch wenn sie keine wissenschaftliche Begründung haben.
Man kann wissenschaftliche Anmaßung nicht immer mit wissenschaftlichen Methoden bekämpfen. Dazu gehört, auf Ähnlichkeiten in vergangenen Diskussionen hinzuweisen.
Im Moment gehört Mut dazu, an einem menschgemachten Klimawandel zu zweifeln. Aber wenn Wissenschaftler zu Agitatoren werden, erheben sie ihre Theorien zu Dogmen – das hat bisher immer geschadet und nie zur Lösung der Probleme beigetragen.
Man kann am Klimawandel zweifeln und erst recht an den Horrorszenarien und trotzdem für umweltschonendes Verhalten des Menschen sein. Solche Szenarien hat es nämlich schon oft gegeben, aber Menschen mit kritischem Verstand und gesundem Optimismus haben bisher immer eine Lösung gefunden. So wird es auch dieses Mal sein.