Jörg Friedrich


Die risikolose Gesellschaft

19. November 2011 Kategorie: Gesellschaft |

Wer heute Mitte 40 ist, der kann sich noch erinnern, dass in seiner Kindheit Motorradfahrer ohne Schutzhelm unterwegs waren, und vermutlich wird er noch erleben, dass jeder Fahrradfahrer einen Helm tragen muss, ja es könnte sogar sein, dass er an seinem Lebensabend noch die ersten Diskussionen um die Einführung einer Helmpflicht für jeden Verkehrsteilnehmer erlebt.

 

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Ein Kommentar to “ Die risikolose Gesellschaft ”

  1. # 1 beka schreibt:

    Während meiner Jugend bin ich Radrennen gefahren und habe jedesmal miterleben dürfen, wie es mitten im Pulk vor mir oder hinter mir einen geschmissen hat. Während meiner Schulzeit wurde ein Mitschüler mit dem Notarztwagen und einem fetten Schädelbasisbruch ins Krankenhaus eingeliefert: er hatte sich auf dem Schulweg kurz mal umgedreht um sich zu verabschieden und hat in dieser Haltung ein Fahrzeug voll getroffen. Es reicht auch vollkommen, wenn jemand anderes Blödsinn macht, und einen einfach umsäbelt.

    Ich habe mich auch schon mal mit vollem Tempo mit einem Sprung auf den Gehweg retten müssen: der wäre einfach mitten durch mich durchgefahren. Oder hatte nach einer Vollbremsung bergab vielleicht gerade noch 8 cm Platz zum Kotflügel, weil wir einer als Linksabbieger die Vorfahrt genommen hat und alle Ausweichmöglichkeiten besetzt waren.

    Eine Freundin meinte mal, ich sei ein Steuerkünstler. Das hat mich oft gerettet.

    Bei manchen wird der Kopf aufgesägt, weil das anschwellende Gehirn sofort eine Druckentlastung braucht: so ein Gehirn reagiert auf starke Beschleunigungen unheimlich schnell beleidigt und mit Funktionsausfällen, dass es nur so kracht. Verletzungen am Kopf sind von einem solchen Kaliber, dass man wirklich um jedes Prozent Strukturdämpfung bettelt.

    Glauben Sie mir, wenn man solche Unfälle mitbekommen hat, dann kommt man ziemlich schnell zu dem Schluss, dass im Versagensfall die Folgen derartiger Verletzungen mit so schwammigen Begriffen wie „Risiko“ nicht zutreffend beschrieben sind.

    Es geht da viel mehr um De-Eskalation und Katastrophenschutz.

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