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Jörg Friedrich


Paul Feyerabend und der wissenschaftliche Realismus

14. Mai 2009 Kategorie: Philosophie |

Paul Feyerabend war der „Anarchist“ unter den Wissenschaftsphilosophen. „Alles geht!“ meinte er in seinem bekanntesten Werk „Wider den Methodenzwang“. Aber um zu dieser These zu kommen hat er es sich nicht leicht gemacht, wie seine Arbeiten zum Wissenschftlichen Realismus zeigen.

Link: Paul Feyerabend


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5 Kommentare to “ Paul Feyerabend und der wissenschaftliche Realismus ”

  1. # 1 Igor schreibt:

    Hallo Jörg, tollen Blog hast du da. Bist du vielleicht an einer Linkpartnerschaft interessiert? LG Igor & Mark

  2. # 2 Der Hoppibär schreibt:

    Wieder sehr schön, ein paar Anmerkungen:
    1.) Anarchismus liegt hier nicht vor sondern Beliebigkeit.
    2.) Ein Eingehen auf „Anything goes“ hätte sich angeboten.
    3.) Feyerabend war ein Kind seiner Zeit, seine Erfolge entsprachen dem damaligen Zeitgeist.
    4.) Die „instrumentalistische Sicht“ wurde schon von Popper gepredigt, oder?
    5.) Die „realistische Sicht“ ist offensichtlich gefährlich, da Sie ein Einfallstor für den Glauben in die Wissenschaft öffnet.
    6.) Der Mann geht mir auf die Nerven. :–)
    Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg!

  3. # 3 RichardOn schreibt:

    Interesting site, but much advertisments on him. Shall read as subscription, rss.

  4. # 4 Ahnungsloser schreibt:

    Vielen Dank für den Blog. Ich finde die Erläuterungen sehr anschaulich und gut erklärt. Gerade für jemanden, der wie ich nicht viel von Philosophie versteht, ist es sehr interessant.

    Ein Frage brennt mir jedoch auf den Nägeln: Wäre Feyerabends Position nicht paradigmatisch für wissenschaftlichen Pragmatismus? Besteht der wissenschaftliche Realismus nicht in der Ansicht, dass es eine von der menschlichen Kognition unabhängige Welt/Wirklichkeit gibt, welche aber gleichzeitig für ihn auch wahrnehmbar ist? Wobei Poppers kritischer Realismus, wie das Prinzip der Falsifikation veranschaulicht, eine nur hypothetische Annäherung an solche Erkenntnis einräumt? Dann wären Feyerabends Aussagen zur Weltanschauung eher ein Indiz dafür, dass eine unproblematische Beobachtung und Erkennbarkeit der empirischen Wirklichkeit ausgeschlossen ist und deshalb Aussagen über die unabhängige Existenz der Dinge ausweglos wäre.

    Vielen Dank und schöne Grüße

  5. # 5 Gallisto schreibt:

    Es ist ein laufendes Missverständnis, dass man P. K. Feyerabend sozusagen als den Erfinder des ‚Anything goes‘ und daher als Theoretiker der Beliebigkeit bezeichnet. Er sagte ausdrücklich, dass seinen (rationalistischen) Gegnern seine Aufassung der Gleichwertigkeit von Theorien und sein Theorien-Pluralismus als ‚alles geht‘ erscheinen wird. Nach Feyerabend haben unterschiedliche Erklärungsansätze den gleichen Rang. Die Erklärungskraft einer Theorie (T) ist nach rationalistischer Auffassung dann gegeben, wenn T möglichst viele Phänomene (P) bechreibt: T {P1, P2, …, Pn}. Wissenschaftlicher Fortschritt kommt zu Stande, indem Theorien laufend an Erklärungstärke gewinnen, weil sie Phänomene beschreiben, die vorher von anderen Theorien isoliert beschrieben wurden. Eine Theorie veraltet, eine neue integriert deren und neue Phänomene in einer umfassenderen Erklärung. Dieser Prozess ist nach T. S. Kuhn ein (krisenhafter) Vollzug der Wissenschaft selbst (Paradigmenwechsel). Feyerabend jedoch ist der Auffassung, dass wissenschaftlicher Fortschritt daher rührt, dass es zu einem zu beschreibenden Phänomen möglichst viele Theorien gibt: P {T1, T2, …, Tn}. Er gelangt zu einem Theorienpluralismus. Er geht soweit, für die Erklärung des Regens nicht nur physikalische Theorien, sondern auch Mythen, Regentänze etc. zuzulassen. Bekanntlich hat P. K. F. dann auch seine politische Wende vollzogen, indem er sich für einen Pluralismus der Kulturen und Lebensformen aussprach, quasi als praktisches Analogon zum epistemologischen Pluralismus. Nicht zuletzt sah er die Überzeugungskraft einer wissenschaftlichen Theorie nicht in deren Rationalität, sondern durchaus auch in der Propaganda, die die Etablierung der Theorie begleitete. Analog gehört es zu einer pluralistischen Gesellschaft, sich für seine Interessen und Anschauungen einzusetzen und sie ggf. auch propagandistisch zu verbreiten. Dies würde, fällt der negative Klang von Propaganda weg, auch den Strukturen einer ‚Diskursgesellschaft‘ entsprechen. Insofern ist P. K. F. immer noch ein ernstzunehmender Philosoph, den man mit dem einfachen Hinweis auf Beliebigkeit nicht ausrangieren sollte.

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