Jörg Friedrich


Archive for April, 2009

Das Politische jenseits der Politik

April 06, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft, Philosophie | 3 Comments →

Politik im engeren Sinne, das sind die Handlungen der Regierungen und Parlamente, das ist Gesetzgebung und internationale Diplomatie. Aber auch außerhalb dieser Sphäre wird Handeln oft als politisch bezeichnet. Dabei ist nicht gemeint, dass Entscheidungsträger der Politik auch in anderen Bereichen wie der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur tätig werden, also Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturpolitik betreiben. Es ist ein bestimmtes Verhalten der Akteure innerhalb des jeweiligen Systems, welches wir als „politisches“ charakterisieren.

Von solchem politischen Verhalten sprechen wir z.B.

  • wenn Positionen und Ämter nach anderen Kriterien als nach fachlicher oder personeller Eignung vergeben werden, aber auch persönliche Beziehungen und „Seilschaften“ keine unmittelbare Rolle spielen,
  • wenn langfristige Kooperationsvereinbarungen getroffen werden, deren unmittelbarer Nutzen nach den üblichen Kriterien nicht ersichtlich ist,
  • wenn Gemeinsamkeiten innerhalb einer Gruppe und Unterschiede zu anderen Gruppen betont werden ohne dass diese im Einzelfall nachweisbar sind oder ihre Relevanz für die Lösung der anstehenden Probleme klar erkennbar ist.

Was ist das Gemeinsame an diesen Handlungen und was ist an ihnen das spezifisch Politische? (weiterlesen …)

Warum Wissenschaft mehr zählt als Erfahrung

April 02, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | 3 Comments →

Schon Aristoteles stellte sich die Frage, warum der Wissenschaftler höher angesehen ist als Erfahrung, obwohl doch, wie auch schon der alte Grieche wusste, die Erfahrenen in der Praxis oft erfolgreicher sind als die Wissenschaftler.

Link: Aristoteles: Weisheit und Erfahrung

Hartmut Mehdorn und der Erfolg

April 01, 2009 By: Jörg Category: Wirtschaft | No Comments →

Hartmut Mehdorn fühlt sich schlecht behandelt: Obwohl er für 2008 das beste Ergebnis in der Geschichte der Bahn verkünden konnte, musste er in dieser Woche seinen Rückzug als Chef des Unternehmens erklären. Nie zuvor hat die Bahn so viel Umsatz erwirtschaftet, nie einen größeren Gewinn erzielt als 2008. War Mehdorn damit nicht ein erfolgreicher Manager?

Dass man erfolgreich sein kann und trotzdem für Dinge verantwortlich ist, die es erforderlich machen, einen Posten herzugeben, soll hier nicht interessieren. Denn es steht schon in Frage, ob der Mann, der die Bahn 10 Jahre lang führte, überhaupt berechtigt ist, von Erfolg zu reden. (weiterlesen …)