Wächst Twitter wirklich?
Vom Wachsum der Kurznachrichten-Gemeinschaft Twitter ist immer wieder die Rede. Wachstum kann man hier wenigstens auf drei verschiedene Weisen interpretieren:
1. Die Zahl der angemeldeten Benutzer wächst.
2. Die Zahl der Zugriffe auf die Webseite wächst.
3. Die Aktivität der Benutzer nimmt zu.
Dass die Zahl der angemeldeten Benutzer wächst, ist nicht überraschend, da kaum jemand sich von einem sozialen Netzwerk wieder abmeldet, der es nicht mehr nutzt, sagt die Zahl der Accounts wenig über die tatsächliche Größe des Netzwerks aus.
Die Zahl der Zugriffe auf eine Seite wächst natürlich mit der Berichterstattung in den Medien, und hier gibt es derzeit tatsächlich einen Boom. Damit geht natürlich auch ein verstärktes Wachstum der Anmelde-Zahlen im Netzwerk einher: Viele wollen Twitter einfach einmal selbst ausprobieren, um sich ein Bild vom Sinn der Sache zu machen – und dazu muss man sich registrieren.
Wie aber sieht es mit der tatsächlichen Aktivität im Netzwerk aus?
Seit 11.03.2009 habe ich ein Programm in Betrieb, dass anhand einer Stop-Wort-Liste deutsche Tweeds identifiziert. Wenn auch einige holländische Tweeds dabei sind und andere, eigentlich deutsche Tweeds, die kein Stop-Wort-enthalten (wie z.B: „Guts-Mörgelchen“ u.ä.) nicht gefunden werden, sollte sich ein Trend in den Aktivitäten auch hier finden lassen. Hier eine Auswertung des Zeitraums vom 12.03. bis zum 16.04.:

Man sieht sehr schön, wie sich die Twitteraktivität im Wochenverlauf ändert, auch das „Osterloch“ ist gut sichtbar. Was allerdings nicht erkennbar ist, ist ein Trend zu steigender Aktivität über den Gesamt-Zeitraum. Das ist überraschend wenn man annimmt, dass sich die Twitter-Nutzung zusammen mit dem Wachstum der Anmeldezahlen und der Seitenaufrufe verstärkt.
(Twitter-Trends können unter http://www.indal.de/twittertrends recherchiert werden. Achtung: Auswertungen, die über die vergangene Woche hinausgehen, können einige Minuten dauern)
Ist es vielleicht so, dass viele, die Twitter einmal ausprobieren, schnell wieder verschwinden? Dass die Zahl derer, die per Saldo dem Dienst treu bleiben, ungefähr konstant ist. Es ist sicherlich zu früh, solche Aussagen zu treffen. In ein paar Monaten weiß man mehr.
Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2009/04/17/wachst-twitter-wirklich/



am 17. April 2009 um 13:16
„Guts-Mörgelchen“? Nee, oder?
Amsonsten:
interessante Tendenz (bzw. Nicht-Tendenz), hätte ich nicht so eingeschätzt.
am 17. April 2009 um 13:52
Sehr hübsch.
Kein Wachstrumstrend erkennbar.
Mal vorschnell gewertet: also doch ein Hype (Was auch klar sein sollte, da ein zentrales Feature in der Längenbeschränkung des „Tweeds“ zu bestehen scheint).
am 23. April 2009 um 10:48
Der Ausschnitt ist zu klein um wirklich was draus schließen zu können.
Insbesondere bei der Anzahl der Tweets würde ich folgende Einflussfaktoren Vermuten:
- Wochentag (s. oben)
- Dauer der Mitgliedschaft (Zahl der Tweets nimmt ab) – die Obama- und TSG- Twitterer werden gerade „alt“
- Aktuelle Themen / Skandale (z.B. mehr Gezwitscher wg. #Zensursula)
- Wetter (Mehr Gezwitscher bei Regen)
- Jahrszeit (mehr Gezwitscher im Winter)
Gruss
Benno
am 23. April 2009 um 15:44
Jetzt ist auch noch rausgekommen, dass Harald Schmidt gar nicht twittert.
Mann, war der Impersonator aber gut:
http://twitter.com/BonitoTV
PS: Jaja, off topic, I know, beste Grüße!