Helmut Newton in Münster
Manche halten ihn für den bedeutendsten Künstler im Bereich der Aktfotografie, für andere ist es frauenverachtende Pornographie. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte und in den nächsten zwei Wochen nach Münster kommt, sollte die Gelegenheit zum Besuch des Picasso-Museums nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bis zum 26.04. werden dort noch Bilder des umstrittenen Fotografen Helmut Newton gezeigt – und nicht nur das: eine ca. 100-minütige Dokumentation gibt interessante Einblicke in Leben und Ansichten des Künstlers. Deshalb sollte man sich auch genug Zeit für den Besuch einplanen, wer das Museum kennt, weiß, dass man für den Gang durch die Räume auch nicht länger braucht, aber wenn man den Film einmal zu sehen begonnen hat, bleibt bei knapper Planung kaum noch Zeit für die Bilder.
Und das wäre schade. Die Ausstellung ist wieder sehr schön gestaltet und zeigt die bekanntsten Werke des Fotografen – in voller Größe und Schönheit. Der Höhepunkt der Ausstellung aber ist natürlich das gut platzierte Zitat von Alice Schwartzer zum Thema „Munition im Geschlechterkrieg“.
Natürlich sind die Bilder schon ein paar Jahrzehnte alt und die Beurteilungsmaßstäbe hinsichtlich der Frage, wieviel nackte Haut zu sehen sein darf, damit etwas als pornographisch gilt, haben sich geändert. Aber wer Helmut Newtons Bilder als frauenfeindlich ansieht, der darf sich auch keine antiken Skulpturen im Luvre ansehen.
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am 14. April 2009 um 13:51
Ganz ohne Fotos dieser Blogeintrag?