Im Kino: Knowing
Die Idee vom Propheten, dem niemand glaubt, beschäftigt die Autoren seit der Entstehung des Kassandra-Mythos. Auch der neue Film mit Nicolas Cage basiert auf dieser Idee. Scheinbar gehört die Konstellation, dass jemand mit Sicherheit die Katastrophe vorhersagen kann, ihm aber niemand Glauben schenkt, zu den großen Erzählungs-Mustern der Menschheit.
Zu den kleineren Mustern gehört seit ein paar Jahren, dass in amerikanischen Filmen immer wieder das Scheitern der eigenen Kultur vor einem übermächtigen Ereignis thematisiert wird. Vor ein paar Jahren war es die plötzliche Klimakatastrophe, die New York in Eis erstarren lies, dieses Mal ist es eine gigantische Sonneneruption, die alles verbrennen lässt.
Vielleicht ist dieser Plot ja der Überzeugung geschuldet, dass nichts anderes als unvorhersehbare Naturgewalten die amerikanische Welt ernsthaft gefährden könnte. Vielleicht ist es auch die Angst, eben doch nicht alles beherrschen zu können, die amerikanische Filmemacher immer wieder zur Inszenierung solcher Katastrophen-Geschichten treibt. In diesem Falle ist ein recht spannender Film daraus geworden – mit einem eher unamerikanischen Ende, soviel sei allen verraten, die sich den Streifen ansehen wollen.
Ich jedenfalls habe es nicht bereut, den Frühlingsabend im Kino verbracht zu haben, auch wenn es wohl inzwischen als normal hingenommen werden muss, dass so ein Film rund ein Duzend Ungereimtheiten enthält, dass Dialoge hölzern oder gekünstelt sind und dass die Klischees des heldenhaften Manns und der hysterisch hilflosen Frau unausrottbar sind. Wer all das zu ertragen bereit ist, wird sich gut unterhalten.
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