Für eine Theorie der empirischen Forschung
Die wissenschaftstheoretische Diskussion hat sich lange Zeit auf das Problem der Rechtfertigung wissenschaftlicher Theorien konzentriert. Wissenschaftliche Theoriebildung sowie deren Bestätigung, Weiterentwicklung oder Widerlegung stand im 20. Jahrhundert deutlich im Zentrum des Interesses der Philosophen, die sich mit den Problemen der Wissenschaften beschäftigt haben. Über lange Zeit schien es so, als ob Wissenschaft im Wesentlichen eben aus diesen Tätigkeiten der Theoriebildung sowie deren Prüfung bestehen würde.
Ian Hacking hat diese Sicht zu Beginn der 1980er Jahre einer tiefgreifenden Kritik unterzogen. Der darstellenden Tätigkeit des Theoretikers hat er das gleichberechtigte Eingreifen des Experimentators zur Seite gestellt und gezeigt, dass dessen Tätigkeit zum einen nicht, wie Karl Popper meinte, dem Theoretiker nachgeordnet ist und dass zum anderen der Experimentator über weite Strecken ohne eine Theorie dessen, was er im Experiment veranlasst und beobachtet, auskommt.
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