Jörg Friedrich


Archive for März, 2009

Im Kino: Heike Makatsch ist Hilde

März 12, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 9 Comments →

Über die großartige Leistung von Heike Makatsch bei ihrer Verkörperung von Hildegard Knef ist schon viel geschrieben worden. Ich kann dem allem nur zustimmen und möchte deshalb der Überschrift gleich untreu werden und gar nicht darüber schreiben, dass Makatsch eine tolle Hilde spielt.

Der Film hat offenbar die Autobiographie von Hildergard Knef  “Der geschenkte Gaul“ zur Grundlage, teilweise werden Dialoge wörtlich zitiert.  Mit dem sehr lesenswerten Buch hat sich die Knef am wenigsten selbst ein Denkmal gesetzt, sondern vielmehr den Menschen, denen sie vieles in ihrem Leben verdankt. Und deshalb setzt der Film auch diesen Menschen ein Denkmal, und auch das mit hervorragenden Schauspielern. (weiterlesen …)

Winnenden: Amokläufer für die Presse?

März 11, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 4 Comments →

Nach dem heutigen Amoklauf in Winnenden lassen die Vermutungen nicht lange auf sich warten, dass junge Menschen zum Amok-Laufen quasi ermuntert werden, weil Amokläufer und ihre Taten in den Medien so große Aufmerksamkeit erhalten.

Dieser Theorie liegt scheinbar eine Alltagserfahrung zu Grunde: Menschen wollen Aufmerksamkeit, jeder möchte einmal berühmt werden. Der (auf den ersten Blick logische) Schluss lautet: Durch Amokläufe erlangt man Aufmerksamkeit, also neigen Menschen zu Amokläufen. (weiterlesen …)

Sagt die Wissenschaft die Wahrheit?

März 10, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | 14 Comments →

Im aktuellen Philosophischen Podcast geht es um Nancy Cartwright, eine englische Philosophin, die ein Buch darüber geschrieben hat, wie die Gesetze der Naturwissenschaften lügen. (weiterlesen …)

Stephen Wolfram und ich

März 10, 2009 By: Jörg Category: Privates | 1 Comment →

Als ich den Namen Stephen Wolfram zum ersten Mal hörte, war ich 24jähriger Meteorologie-Student und auf der Suche nach einem spannenden Thema für meine Diplomarbeit. Ich fand es in Wolframs spannender Idee, komplexe Phänomene der Realität mit einfachsten mathematischen Modellen zu beschreiben. Ein paar Jahre zuvor, 1984, hatte Wolfram in der Zeitschrift „Physica D“ seinen Aufsatz „Universality and Complexity in Cellular Automata“ veröffentlicht. In meiner Diplomarbeit griff ich den Ansatz auf, um die Entstehung regelmäßiger und komplexer konvektiver Wolkenstrukturen als kooperatives Phänomen von „Luftblasen“ zu beschreiben. (weiterlesen …)

Diese Woche gelesen

März 08, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 3 Comments →

Till Westermayer hat das Urteil des Bundeverfassungsgerichtes zum Einsatz von Wahlcomputern gefreut, gleichzeitig weist er auf interessante Argumente zugunsten von „digitaler Stimmabgabe“ hin.

Claudine (creezy) hat passend zur Fastenzeit toten Tieren in die Augen geschaut. Warum sind die Gewohnheiten, Fleisch beim Metzger zu präsentieren, von Land zu Land so verschieden?

Mein eigener Eindruck auf der CeBit war, dass die WebCiety so etwas wie der Spielplatz der Kellerkinder der Messe war. Thomas Knüwer bestätigt das im Handelsblatt auf lesenswerte Weise.

Werden wir immer intelligenter?

März 06, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | 8 Comments →

In seinem Buch “Genetics and Education“ (London, 1972) schrieb A.R. Jensen, Intelligenz sei, per Definition, genau das, was Intelligenztests messen. James R. Flynn bemerkt in “What is Intelligence” (Cambridge, 2007) dazu völlig richtig, dass wir, wenn Jensen damit Recht hätte, niemals unsere Tests verbessern könnten: Jeder neue Test würde irgendetwas messen, nur nicht Intelligenz.

 

Flynn ist allerdings ebenfalls der Ansicht, dass Intelligenz etwas ist, was man durch Intelligenztests messen kann. Wenn dem so ist, dann stehen wir allerdings vor einem Paradoxon: Die IQ-Tests, die in den letzten rund 60 Jahren durchgeführt wurden, zeigen einen stetigen Anstieg in den Leistungen der getesteten Personen. Werden wir also immer intelligenter? (weiterlesen …)

Greedy routing: Warum soziale Netze effizient sind

März 04, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 1 Comment →

Soziale Netzwerke sind nicht homogen, im Gegenteil, sie haben Ballungszentren und dünn besiedelte Teile. Viele Mitglieder eines solchen Netzes haben nur wenige Verbindungen zu anderen, einige wenige jedoch sind mit einer großen Zahl von Teilnehmern verbunden. Diese Eigenschaft teilen soziale Netze mit vielen Infrastrukturnetzen, wie dem globalen Flugliniennetz oder dem Internet.

In den Physical Review Letters (102, 058701, 06. Februar 2009) berichten Marián Boguñá und Dmitri Krioukov von ihren Untersuchungen über Kommunikationsprozesse in solchen Netzwerken. Sie zeigen, kurz gesagt, dass der Aufbau einer Kommunikation mit einem weit entfernten Partner in solchen Netzen äußerst effizient ist: Obwohl das einzelne Mitglied des Netzwerks die globale Struktur des ganzen Netzes nicht kennt, kommt die Kommunikation mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem kürzesten möglichen Weg und innerhalb kürzester Zeit zustande. (weiterlesen …)

Philosophische Podcasts 5: Analytische Ästhetik

März 03, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | No Comments →

Was heißt es, wenn wir sagen, etwas sei „schön“, „anmutig“ oder „kraftvoll“? Und kann man den ästhetischen Blick lernen? (weiterlesen …)

Google weiß, wo die Grippe ist

März 02, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 2 Comments →

Was tun Menschen, die sich erkältet haben, und die sich Sorgen machen, vielleicht eine richtige schwere Grippe zu haben? Früher wären sie vielleicht gleich zum Arzt gegangen, heute setzen sie sich an den PC, öffnen Google und geben in das Suchfenster so Begriffe ein  wie „Grippe Erste Anzeichen“ oder „Symptome Grippe“ oder „Grippe Fieber Kopfschmerz“.

 

Wenn man solche Suchanfragen auswertet, dann kann man schneller als mit jeder herkömmlichen Methode feststellen, wo und wie schnell sich eine Grippe-Epidemie ausbreitet. Zu diesem Ergebnis kamen Googles Wissenschaftler und berichteten darüber in der letzten Ausgabe von nature (457, Seite 1012ff, 19.02.2009) (weiterlesen …)

Gelesenes dieser Woche verlinkt

März 01, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 3 Comments →

Ein schöner Artikel über Mücken und Elefanten, über Schwarmdummheit und über die Frage, warum wir nicht mehr in der Höhle leben (die mich an mein Platon-Podcast erinnerte) stand im Cicero.

Twittern und zuhören, Hype und Freunde-Sammeln wie abgestempelte Briefmarken, daruüber schrieb Breitenbach.

Wird die Kommunikationskultur besser, schlechter oder nur anders. Nichts ist so einfach wie es scheint, z.B. SMS-Sprache: „imo F2F gni GiE t+ akla“ schreibt Elke Hesse, erklärt aber leider nicht, was das genau heißt. „imo“ ist “ in my opinion“ – also „meiner Meinung nach“, F2F heißt wahrscheinlich „Face to Face“ und damit „von Angesicht zu Angesicht“ und bei „akla“ rate ich „alles klar“. Aber was ist „gni GiE t+“?