Gier
Wenn die Ökonomie das ist, was sich in den Kategorien „nützlich“ und „schädlich“ ausdrücken lässt und Ethik all das umfasst, was sich in den Kategorien „gut“ und „böse“ ausdrücken lässt, dann markiert der Begriff „Gier“ offenbar einen Berührungspunkt zwischen dem Ökonomischen und dem Ethischen. Aber kann es solche Berührungspunkte überhaupt geben? Ist nicht jedes ökonomisch nützliche Verhalten – je nach Perspektive, je nach Zeithorizont – mal ethisch gut und mal verwerflich? Sollte man deshalb nicht ökonomische s und ethisches säuberlich trennen um nicht in heillose Argumentationsschwierigkeiten angesichts der Komplexität der wirklichen Zusammenhänge zu geraten?
Der Sinn solcher Überlegungen, das Ziel der richtigen Einordnung eines Begriffes wie „Gier“ ist, herauszufinden, unter welchen Bedingungen wir uns wirklich gegen Gier zur Wehr setzen müssen, was wir tun müssen, damit Gier nicht unser Leben gefährdet. Wenn Gier ein ökonomisches Phänomen ist, dann muss sie ökonomisch bekämpft werden, dann kann man ökonomische Instrumente, die Gier befördern, verbieten oder bekämpfen, ist es ein moralisches Problem, dann kann es mit moralischem Druck und ethischer Bildung angegangen werden. (weiterlesen …)