Im Kino: Heike Makatsch ist Hilde
Über die großartige Leistung von Heike Makatsch bei ihrer Verkörperung von Hildegard Knef ist schon viel geschrieben worden. Ich kann dem allem nur zustimmen und möchte deshalb der Überschrift gleich untreu werden und gar nicht darüber schreiben, dass Makatsch eine tolle Hilde spielt.
Der Film hat offenbar die Autobiographie von Hildergard Knef “Der geschenkte Gaul“ zur Grundlage, teilweise werden Dialoge wörtlich zitiert. Mit dem sehr lesenswerten Buch hat sich die Knef am wenigsten selbst ein Denkmal gesetzt, sondern vielmehr den Menschen, denen sie vieles in ihrem Leben verdankt. Und deshalb setzt der Film auch diesen Menschen ein Denkmal, und auch das mit hervorragenden Schauspielern.
Allen voran ist da Michael Gwisdeck zu nennen, der den Großvater genauso verkörpert wie man ihn nach Knefs Liebeserklärung im Kopf hat: kautzig, unergründlich und liebenswürdig.
Und dann ist da natürlich Monica Bleibtreu als „die Bongarts“ – von der man nach dem Buch zwar ein anderes Bild hat, die aber schließlich doch genau die Frau spielt, der Hildegard Knef auf die Frage „Warum wollen Sie Schauspielerin werden?“ geantwortet hat „Weil ich begabt bin.“ und die seitdem nicht aufgehört hat, die Knef zu fordern und zu fördern.
Was mich noch an dem Film beeindruckt hat, war das Licht: Grau im Berlin der letzten Kriegstage und golden, wenn die Makatsch sang, sei es im Studio oder auf der großen Bühne.
Dem Film ist vorgeworfen worden, dass er die Rätselhaftigkeit der Knef nicht zeigt. Aber warum sollte er das tun.? Gezeigt hat er, welche großen Stars Deutschland schon einmal hatte, und dass dieses Land seit dem Krieg immer ein Problem mit seinen Stars hatte – weshalb sie langsam ausgestorben sind.
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am 13. März 2009 um 15:24
[…] Jörg Friedrich | Im Kino: Heike Makatsch ist Hilde […]
am 15. März 2009 um 03:07
Kommentierungswünsche:
- Inglourious Basterds
- Pulp Fiction
- Casablanca
- The Good The Bad and The Ugly
- Angst essen Seele auf, LOL
am 15. März 2009 um 19:02
den werd ich mir anschaun, hab wirklich nur gutes darüber gehört
am 19. März 2009 um 12:23
Nur Gutes darüber gehört?? Tatsache ist, dass die etablierte Filmkritik nur Schlechtes darüber geschrieben hat:
http://www.angelaufen.de/filme/filme_a_z/h/hilde
Ich habe den Film nicht gesehen, finde es aber komisch, das sowohl hannes als auch der Blogbetreiber versuchen zu suggerieren, der Film sei in der Kritik gut weggekommen.
Das Gegenteil ist der Fall.
am 19. März 2009 um 12:33
@Thorsten: Wenn ich meine Kritik richtig lese, gibt es da einen Satz der beginnt mit den Worten: „Dem Film ist vorgeworfen worden…“ Vielleicht hast du meinen Text so wenig gelesen wie du den Film gesehen hast?
Was „Die etablierte Filmkritik“ geschrieben hat, ist mir herzlich egal. Ich habe ihn gesehen und ich habe geschrieben, was mir gefallen hat.
am 19. März 2009 um 13:34
Jörg,
wenn ich deine Kritik richtig lese, gibt es da folgenden Satz:
„Über die großartige Leistung von Heike Makatsch bei ihrer Verkörperung von Hildegard Knef ist schon viel geschrieben worden.“
Ob etablierte Filmkritiker oder nicht: Ich kenne keine einzige Filmkritik, in der Makatschs Leistung „großartig“ genannt wird. Geschweige denn viele Filmkritiken.
Darauf bezog sich meine Frage. Ist doch ganz einfach.
Dass dir der Film gefallen hat, ist ja ok, aber darum ging es mir nicht.
Gruß
am 19. März 2009 um 13:49
Westfälische Nachrichten vom 12.03.2009
Heike Makatsch verkörpert die Knef perfekt, ihre Posen, Manierismen und bekommt dank ihrer Lippen und den dicken schwarzen falschen Wimpern, die auch für die 60er Jahre stehen, die Aura von Hilde hin.
FAZ vom 12.03.2009: Dass aber Heike Makatsch für ihre Knef Favoritin beim Deutschen Filmpreis werden wird, steht so fest,
taz vom 11.03.2009: „Hilde“ lebt ganz von Heike Makatschs Performance, die mit Verve das amerikanische Konzept der Totalverwandlung in eine historische Person kopiert.
Das ist natürlich nicht die etablierte Filmkritik
am 19. März 2009 um 14:22
Du hast Recht, Makatsch wird oft gelobt, der Film wird verrissen, auch im Spiegel und anderswo. Danke für die Hinweise.
am 25. März 2009 um 23:52
Das ist wie mit vielen Theaterkritiken heutzutage…
..viele Kritiker sind in ihrem intellektualistischen Egozentrismus meilenweit von dem entfernt, was Ziel eines gutgemachten Films sein sollte: Das Publikum zu berühren, zu packen, zu unterhalten.
Das hat Hilde – der Film – bei mir wunderbar geschafft. Es ist vielleicht kein Film für die Kritiker des Feuilletons- er ist ein Publikumsfilm, das zeigte sich auch während der Vorstellung in Berlin. Makatsch sei Dank!