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Jörg Friedrich


Im Kino: Willkommen bei den Sch‘tis

01. März 2009 Kategorie: Kultur |

Es gibt Filme, die haben einen tollen Trailer, werden groß in der Werbung angekündigt, man erwartet Spannung und Kultur – und dann: Nichts. Bei „Willkommen bei den Sch‘tis“ ist es genau umgekehrt.

Der Trailer, den ich vor Wochen einmal in der Kino-Werbung sah, hinterließ bei mir die Vorstellung von billigem Klamauk und doofen Witzen. Hätten nicht Freunde, deren Geschmack ich vertraue, erzählt, dass wiederum Freunde den Film empfohlen haben, ich wäre niemals in diesen Film gegangen. Allein der Titel schon: „Willkommen bei den Sch‘tis“!

Es ist aber ein Film in allerbester französischer Humor-Tradition. Der Kinosaal, das kann versichert werden, hallt mehr als einmal wieder vom Lachen der Zuschauer, die sich und ihre Vorurteile auf der Leinwand wiedererkennen. Denn während die komische Geschichte eines mittleren Postbeamten erzählt wird, der vom Süden träumt und in den Norden versetzt wird, erfährt man gleichzeitig auf amüsamte Weise, dass die Franzosen uns ähnlicher sind, als wir dachten. Wer möchte schließlich schon aus Bayern an die Nordsee, oder aus Köln nach Münster versetzt werden (oder umgekehrt).

Der Film ist gleichzeitig, wenn man will, einen Illustration zu allem, was ich in diesem Blog zum „Kampf der Kulturen“, zu Kommunikation und Missverständnissen zwischen Fremden geschrieben habe: Eine Illustration, die mal nicht trocken-philosophisch sondern einfach amüsant ist.

Außerdem ist der Film hervorragend synchronisiert, und das ist bei einem fremdsprchigen Film, bei dem es auch um Missverständnisse aufgrund unterschiedlicher Dialekte geht, nicht einfach. Es lohnt sich, Augen und Ohren bis ganz zum Schluss offen zu halten – bis zur letzten Zeile des Abspanns.


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2 Kommentare to “ Im Kino: Willkommen bei den Sch‘tis ”

  1. # 1 Fragezeichner schreibt:

    Der Film hat in übrigens Frankreich alle Besucherrekorde gebrochen (der stand seit 1966, ein Film mit Louis de Funes). Ich fand ihn witzig und unterhaltsam. Erstaunlich, dass er anscheinend ohne Substanz- und Witz-Verlust ins Deutsche übertragen werden konnte. Manche Themen sind einfach zeitlos und wirken über alle Grenzen hinweg…

  2. # 2 Jan Peter schreibt:

    Ja, ich sah den Film im letzten November und war beeindruckt, wie gut es hingehauen hat, die vielen sprachlichen Witze in der Übersetzung zu übertragen. Von Deutschen Synchronisationen aus dem englischen im Film/TV-Bereich ist man da schlimmes gewohnt, da geht meist vieles an Gags verloren.
    Schöner Film!

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