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Jörg Friedrich


Was ich diese Woche las

08. Februar 2009 Kategorie: Privates |

Der Fragezeichner stellte eine interessante Frage zur lebenslangen Veränderung des Geschmacks, die ich mir auch schon oft gestellt habe, auf die ich aber auch keine Antwort weiß.

Miriam Meckel schrieb über die Zukunft der internationalen Berichterstattung, leider ist die Diskussion in ihrem Blog immer sehr emotional, menschelnd und persönlich, sodass es kaum möglich ist, Argumente zu verfolgen und abzuwägen. 

Auf Wilsons Island passiert endlich wieder etwas mehr, da gibt es zum Beispiel interessante Überlegungen zur Zukunft des Autofahrens. Hoffentlich schreibt Aki Arik nach längerer Zurückhaltung nun wieder mehr.


Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2009/02/08/was-ich-diese-woche-las-3/

10 Kommentare to “ Was ich diese Woche las ”

  1. # 1 Antje schreibt:

    Diesen, wie ich finde, hervorragenden Artikel, las ich gestern.
    http://tinyurl.com/bg446b

  2. # 2 2009 schreibt:

    Minkmar ist leider für viele Tiefpunkte gut, ich fand den Kommentar einfach nur schrecklich und der FAZ unwürdig, Leseprobe:
    „Attac hat mit der jahrelangen Kampagne gegen die Zocker an den Finanzmärkten präziser gearbeitet als die im Bundestag vertretenen Parteien. Die müssen schon deutlich machen, dass man sie hinters Licht geführt hat, sonst gibt es keinen Grund mehr, diesen braven Begleitern eines wahnsinnigen Marktgeschehens zu folgen.“
    Wahnsinn, oder? Ansonsten lese ich noch ein Plädoyer für die Symbolpolitik und gegen das Bestehende heraus. Sowas gehört bspw. in die FR oder in die TAZ.
    Überhaupt rate ich an eher Blogs zu konsumieren, die Blogger haben meist mehr Ahnung (bei vglb. Quellenlage), da sie spezialisierter sind, und sind zudem meist engagierter.

  3. # 3 Antje schreibt:

    Ach herrje, warum so prinzipienreitend? Ich finde, dass die FAZ unter anderem deswegen eine so gute Zeitung ist, weil sie es sich (zumindest im Feuilletton) auch hin und wieder erlaubt, provokante und „gegen den Strich gebürstete“ Ansichten abzudrucken. Herr Minkmar hat, was mir gut gefiel, mal einen ganz anderen Ansatz gewählt. Nicht die ewig gleichen Artikel über Derivate usw., die man einfach nicht mehr lesen mag.
    Und er hat in meinen Augen Recht, wenn er beklagt, dass es bisher noch keinen Untersuchungsausschuss zur Bankenkrise gibt, obwohl unglaubliche Staatsgelder investiert werden sollen. Er hat auch Recht, wenn er beklagt, dass es scheinbar keinerlei strafrechtliche Konsequenzen für unverantwortliches Handeln geben soll. Und ich befürchte, dass er auch richtig liegt, wenn er prognostiziert, dass es zu Radikalisierungen, Plünderungen, etc. kommen wird. Die Krise ist noch lange nicht an ihrem Tiefpunkt angekommen und die Politik darf sich nicht damit begnügen nur das Steuerportemonnaie zu öffnen und ansonsten mit „weiter so“ Parolen zu agieren. Hier geht es um gesellschaftliche Verwerfungen, auf die es auch Antworten geben muss.
    Dass die Menschen bisher so bedacht reagiert haben, ist ein Vertrauensvorschuss an die Politik. Wenn es richtig schlimm kommt, kann das aber auch sehr schnell kippen.

  4. # 4 2009 schreibt:

    Ich skizziere mal kurz den Verlauf der Wirtschaftskrise:
    1.) Anpassung des Community Reinvestment Act (staatsgesponsorte Hypothekenkredite) durch Clinton
    2.) Immobilienblase (I.Preise steigen und steigen wegen günstiger Finanzierung (bei unzureichenden Sicherheiten), dann sinken diese und Banken gehen an notleidenden Krediten kaputt), da Bush das Problem zwar erkennt, aber nicht abstellt
    3.) Platzen derselben, massive Schädigung amer. Immobilienbanken und am Geschäft partizipierender internationaler Banken (gerne auch deutsche Landesbanken, auch Stichwort:Island, LOL)
    4.) internationale Vertrauenskrise unter Banken, wirtschaftlicher Rückgang
    5.) Der Vorgang wird dem Bürger (zumindest in D) als „Managergier“ kommuniziert.

    Wer die Krise als Demokratiekrise bearbeitet, wie Minkmar also, der arbeitet bewusst oder unbewusst an der Sache vorbei. Da Minkmar keine Ahnung von Wirtschaft hat, ist letzteres anzunehmen; dennoch nicht schön, wenn die sozialstattliche Massnahme CRA in der europäischen Diskussion keine Rolle spielt und stattdessen bspw. Untersuchungsausschüsse und strafrechtliche Massnahmen gewünscht werden.
    Zum CRA noch, da gibts keinen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag (mangels „Relevanz“, wie die (auch schon mal linken) Burschen dort argumentieren dürften), im englischsprachigen Webraum findet sich einiges dazu. Interessant auch, welche Rolle die Niedrigzinspolitik hier spielt, darauf bin ich noch nicht eingegangen, ruhig mal recherchieren…

  5. # 5 Antje schreibt:

    Ein Untersuchungsausschuss müsste genau die von dir geforderte Analyse „bringen“. Ich kann nicht „blind“ weiterhin Steuergelder verteilen, die ich zudem nicht habe, bevor ich mir nicht darüber im Klaren bin, was schief gelaufen ist und was geändert werden muss, auch regulatorisch.
    Kein vernünftiges Unternehmen würde das tun.

  6. # 6 2009 schreibt:

    Das waren Fakten, die Analyse kommt von Minkmar.
    Natürlich alles sehr verkürzt, mir ging es primär um die Ursache.
    „Managergier“ wäre möglicherweise wieder die Analyse eines Untersuchungsausschusses. :–)

  7. # 7 Vogel schreibt:

    Da fehlt noch‘n Kommentar zum Artikel:
    Zum Geschmack – Erfahrung! Meine eigene „Geschmacksvita“ verlief fast gleichlautend, aber dann: Irgenwann siegt die Neugier nach dem Motto „Milliarden Fliegen können nicht irren …“ das Experiment wird „überlebt“ und die Erfahrung lehrt: Hm … warum nicht … geht ja … schmeckt ja gut! (der Geschmackssinn – mehr als nur die Geschmacksknospen – hat sich „evolutionär“ weiterentwickelt).
    Zur Berichterstattung – tja, so isses bei den Menschen ;-) ! Btw: Ich persönlich fühl mich unter 10 Kommentatoren auch wohler, da bin ich der einzige Besserwisser und Belzebub, als unter 223, gelle!
    Zum Autofahren in der Zukunft – Aki Arik hat mE nicht recht! Technologische Lösungen erhöhen nur das Problemniveau (hier ist Aki Arik durchaus auf dem Weg), die Lösung kann nur in der (weisen) Beschränkung liegen!

    Trotzdem interessante Kommentare, die Antje, zu dem was sie gelesen hat, angestiftet hat.

    Allerbeste Grüße
    Vogel

  8. # 8 Vogel schreibt:

    @Antje
    Jörg wird sicher verzeihen, dass wir uns `n bisschen OT befinden. Ich find‘ den Artikel, den Du ausgegraben hast, sehr gut! Du brauchst den nicht zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Dieser Artikel und die Kommentare von 2009 bringen mich dazu, noch’ne Schippe draufzulegen (hatte am Samstag viel Zeit für Recherche, bin seit dem völlig vom Glauben abgefallen – und 2009 mag bitte noch‘mal nachdenken) – Jörg: Bitte um Nachsicht, Merci:

    1. Lesebefehl: NachDenkSeiten „Den Kapitalmarkt effizienter organisieren – Konversion ist angesagt (Teil I)“ vom 07.01.09 bis „Unser Land wird betrügerisch geplündert. Und wo bleiben Deutschlands Juristen? (Teil IV)“ vom 28.01.09 nebst den darin enthaltenen Links.
    Hieraus schon‘mal, quasi zum Anschmecken: http://www.handelsblatt.com/archiv/bad-bank-sorgt-fuer-aufregung;606003 Das Handelsblatt berichtet per 24.02.2003 (!!!) zum Thema „Bad Bank“. Am Tisch: Schröder, Eichel, Clement, „Spitzenvertreter der deutschen Banken und Versicherungen“ und, natürlich, Äckermän mitten drin. Thema: Faule Papiere, unkalkulierte Risiken usw., das ganze Arsenal!! Lest nach! Dass der Schweinkram rauskam und vom HaBla öffentlich gemacht wurde, wurde kommentiert:

    „Damit ist der deutschen Finanzindustrie ein Bärendienst erwiesen worden“, kommentierte ein Banker. Das sei eine massive Rufschädigung.

    Dem iss nix hinzuzufügen – außer: Warum habbe mir Debbe da nix midgekrischt?

    2. Schon von „Leihbeamten“ gehört? Wenn die Politik nich mehr weiter weis, kommen die Jungs aus der Finanzwirtschaft (FW) und schreiben die sie betreffenden Gesetze selber!! Guckt Euch die entsprechenden Links an – die Bundesregierung bestätigt!! Ohne Worte – ich war erst nach 3 Stunden Sauerstoff wieder vernehmungsfähig, das hat mich umgeworfen!!

    Anmerkung: Vielleicht mag einer den Herrn Albrecht Müller und seine NachDenkSeiten nicht, auch egal, nur die Beweise (Links) angucken – das reicht!!

    Mir gehen langsam die Ausrufezeichen aus, aber eines weiß ich bestimmt: Wer aus der FW und/oder der Politik behauptet: *treuguck* „Mir habbe nix gewusst, dess kann ja kaner ahne, dass dess so komme würd‘, gell nedd?“ *treuguck* ist ein verdammter Lügner!!! Die … haben in ihre eigene private Tasche gearbeitet – falls nicht, falls nur völlig verblödet, sind die … entschuldigt, dann sind sie ja nur …!

    Schlussfolgerung (für mich): Mit dem Material – und `mal sehen, was bis dahin noch passiert und hochkommt – mach‘ ich vor der Bundestagswahl `ne Rundmail an mein komplettes Adressverzeichnis! Tenor: 1. Wählen gehen!, 2. keinesfalls CDU, SPD, F.D.P., Die Grünen B 90 (Autsch, das tut mir weh!)! – nehmt `nen Unabhängigen oder Die Linke (ich mag die [noch immer] nicht) – aber geht um Gotteswillen wählen(!!), damit klar wird, dass es so nich mehr weiter geht!

    Abschließend noch einmal: Tschuldigung Jörg – aber die Flanke kam von Antje ;-) , ich hab‘ den Ball nur Volley genommen :-) .

    Frage: Kannst Du da `was Philosophisches drauß machen? Im Ernst! Außer der Kriminologie, der Psychologie – die haben wohl alle gerade ihre anale Phase, oder wie? – fällt mir da nur noch die Philosphie ein. Die kann vermutlich nich praktisch helfen(?), aber wenigstens für `n bisschen geistige (Ein-)Ordnung sorgen, oder?

    Beste Grüße an alle mit geradem Rücken und ehrlichem Blick
    Vogel

    PS.: Alle Ausrufungszeichen sind aus, gibt keine mehr.
    PSS.: Erklärung: Ich muss zum Schluss noch `n bisschen spotten, sonst zerreißt’s mich! Ups … da war noch eins :-)

  9. # 9 Aki T. Arik schreibt:

    @ Jörg:
    Danke für den Link zu dem Artikel auf Wilsons Island.
    Werde tatsächlich, wie von dir erhofft, wieder etwas mehr schreiben.
    Einen der nächsten Artikel z.B. über „Slow Blogging“, also
    über die „Verweigerung von Geschwindigkeit. Das weniger schreiben. Den Willen zum Schweigen“, wie andreaffm dies definiert hat. ;-)

  10. # 10 2009 schreibt:

    @Vogel:
    Den deutschen Beamten und Politikern ist zuzutrauen, dass die nix gewusst haben. Du musst Dir nur die Performance der politiknahen Landesbanken anschauen.
    In den Staaten wurde der Zusammenbruch dagegen vorhergesehen, ich meine bereits seit ca. 2000, wenn nicht gar schon zum Zeitpunkt der Anpassung des CRA [1]. Hat aber auch nix genützt, es haben ja: die Kreditnehmer (a.k.a. Wähler), die Politiker und die Banker profitiert, quasi alle. In den US kommt noch das Staatenhopping hinzu, da war der (Wahl-)Bürger dann besonders locker.
    Der Skandal besteht im Mitmachen deutscher Instutionen, hier darf auf Dummheit und gelegentlichen Zynismus getippt werden. Hätte ja noch ein paar Jahre länger gut gehen können, also bspw. noch eine Wahlperiode länger. Und natürlich ist die Kommunikation des Ganzen als „Managergier“ daneben.

    [1] Damals waren das aber sog. Bedenkenträger oder Wirtschaftsideologen, die den Spass versauen wollten, weg mit denen, dachte man sich.

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