Hannah Arendt über Vorhersagen
Mit diesem Beitrag beginnt eine Reihe mit dem Titel „Philosophische Podcasts“. Einmal pro Woche wird nun Philosophie auf andere Weise zur Diskussion gestellt.
Dieses Format ist ein Experiment, und ich bin in diesem Falle nicht nur auf inhaltliche, sondern auch auf technische und formale Kritiken sehr gespannt.
Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2009/02/02/hannah-arendt-uber-vorhersagen/
am 2. Februar 2009 um 22:55
das Video ist sehr gelungen. Freie Rede und interessant. Zu Deinem Fazit kann man nur zustimmen. Die Philosophie gehört in die Politik!
am 3. Februar 2009 um 11:58
Ein Buch, das sehr gut zu dem Thema passt: „Der schwarze Schwan“ von N. Taleb.
Was die Form betrifft: ich erkenne nicht wirklich den Vorteil gegenüber einem geschriebenen Artikel ausser der Möglichkeit für den Zuschauer, den Menschen hinter der Meinung besser kennenzulernen.
Vielleicht solltest du darüber nachdenken, welche mögliche Vorteile ein Video gegenüber einem Blog-Eintrag bringt und diese Vorteile ausspielen. Eine Idee dazu wäre eine Diskussion mit jemand anderem (oder auch dir selbst), der eine gegenteilige Meinung vertritt. Oder eine Visualisierung einer Problemstellung (z.B. mit Lego-Steinen)…
am 3. Februar 2009 um 16:38
Yup, sehr schön!
Ergänzend:
1.) Die Erkenntnisse über die Zuverlässigkeit von Prognosen sind selbst nicht konstruktiv, da offensichtlich mit Prognosen gearbeitet werden muss.
2.) Diese Erkenntnisse sollten aber immer präsent sein.
3.) Die Ursache für die prinzipielle Unzuverlässigkeit von Prognosen liegen in der ausserordnetlich grossen Komplexität des Weltsystems (was dann „Ereignisse“ auslöst).
4.) „Ereignisse“ sind also nur ein Symptom, zufällig hatte ich heute auf einer Website zu tun,. die ein klein wenig zum Thema beiträgt:
http://www.buecker-edv.de/index.php?id=20
(Wir haben es also mit einem Paradoxon zu tun.)
Eventuell den Vortrag etwas auflockern, fz hatte schon ein paar Ideen, eventuell etwas polemischer und pointierter.
Nachtrag:
Die Unterscheidung „Prognose/Hypothese im Bereich der Wissenschaft“ gut, im alltäglichen Leben ungeeignet, scheint mir falsch.
am 4. Februar 2009 um 14:16
@all: Danke für Kritik, Lob und Anmerkungen. Ich habe schon die Ideen für die nächsten zwei PodCasts, da werde ich die Tipps alle berücksichtigen und ich glaube, das wird ganz gut. Wahrscheinlich wird dann auch klarer, was die Vorteile (oder besser: die anderen Möglichkeiten) von Bild & Ton gegenüber dem reinen Text sind.
Zum Inhalt: Komplexität kann man immer durch geauere Modelle und Rechnungen in den Griff bekommen, Ereignisse nicht. Ereignisse kommen von außen, Modelle berücksichtigen immer das Innen eines Systems. Ein Außen gibt es immer, damit gibt es auch immer Ereignisse, die kein Modell berücksichtigen kann.
Ereignisse sind ein Symptom, aber nicht für die Komplexität der Welt, sondern für die prinzipielle Begrenztheit unseres Wissens und Erkennens.
am 5. Februar 2009 um 08:05
Ich verstehe unter „Ereignissen“ u.a. den bekannten und oft zitierten Schmetterling, der in Köln bei einem ungünstigen Flugmanöver in einer Kölschfabrik im Topf landet und dadurch in Peru eine landesweite Bierallergie auslöst.
Komplexität kann man übrigens überhaupt nicht in den Griff bekommen, Beispiele sind hier Routenberechnungen und Ampelschaltungen oder solche Sachen wie das Poker- oder Schachspiel; von den Klimamodellen ganz zu schweigen. Auch eine kleine allgemeine Algorithmenanalyse wäre hier vllt hilfreich. Es gibt so zu sagen auch ein Aussen in vollständig verstandenen selbst entwickelten Systemen.
am 7. Februar 2009 um 14:42
Klasse!
Daher: „Willst Du etwas neues finden? Schau in alten Büchern nach!“
Deinem Fazit ist nichts hinzuzufügen. Ich verdeutliche für mich – mit der Bitte um Hinweis, falls ich `was falsch verstanden habe:
„Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.“ (Voltaire) … und? Galt das nicht auch schon gestern?(!!) Daher: „Unsere Einstellung der Zukunft gegenüber muß sein: Wir sind jetzt verantwortlich für das, was in der Zukunft geschieht.“ (Popper)
Beste Grüße
Vogel