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Jörg Friedrich


Archive for Februar, 2009

Soziale Netze: Schwarm oder Kollektiv?

Februar 28, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 2 Comments →

Im Zusammenhang mit Netzwerken wie Twitter oder den Autoren der Wikipedia wird oft und gern von Schwarm-Intelligenz gesprochen. Mancher hält Schwarm-Intelligenz für die ideale Form der Kooperation, andere lehnen die Anwendung der Vorstellung von einem Schwarm auf menschliche Kooplerationsprozesse rundweg ab, sie sprechen lieber von kollektiver Intelligenz.

Die Unterscheidung zwischen Kollektiv und Schwarm scheint sinnvoll zu sein. Damit haben wir drei Begriffe, die einigermaßen klar sein müssen, damit man sich der Frage der „Intelligenz der Vielen“ überhaupt sinnvoll nähern kann: Intelligenz, Schwarm und Kollektiv. (mehr…)

Twitter-Nutzer-Zahlen: Die Ergebnisse

Februar 27, 2009 By: Jörg Category: Privates | 9 Comments →

Die deutsche Twitteria ist kein Dorf mehr, aber eine sehr überschaubare Kleinstadt. Twitterland wird von maximal 12.000 Menschen bevölkert.

Neugierig gemacht hatte mich vor einigen Tagen die Angabe eines „Twitter-Fachmanns“, dass es rund 50.000 Twitterer in Deutschland gäbe. Das passte irgendwie nicht zu meinem eigenen Empfinden, ich hatte die Zahl immer viel niedriger, maximal auf 10.000 geschätzt. (mehr…)

Wieviele Twitterer gibt es wirklich?

Februar 26, 2009 By: Jörg Category: Privates | 12 Comments →

Keiner weiß es genau, aber irgendwie will jeder, der twittert, es gern wissen. Wenn man ein paar statistische Annahmen trifft und ein bisschen Statistik kann, kann man allerdings ziemlich schnell zu einer plausiblen Zahl kommen.

Der Trick ist einfach: Wenn ich aus einer Grundgesamtheit zwei Stichproben ziehe und die Menge der Elemente zähle, die in beiden Stichproben enthalten sind, dann wird im statistischen Mittel die Zahl der Elemente der Grundgesamtheit sich wie folgt ergeben:

Menge_Gesamt = Menge_Stichprobe_1 * Menge_Stichprobe_2  / Menge_Stichprobe_Beide

Dabei gehe ich davon aus, dass die beiden Stichproben zufällig und ganz unabhängig voneinander sind und dass die Gesamtmenge, aus der die Stichprobe gezogen wird, abgeschlossen ist. (mehr…)

Ist Intelligenz von der Rasse abhängig?

Februar 25, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft, Philosophie | 13 Comments →

Die Standpunkte von Steven Rose auf der einen und Stephen Ceci und Wendy M. Williams auf der anderen Seite (nature 457, Seite 786-789, 12.02.2009) können nicht weiter auseinander liegen. Während Rose, emeritierter britischer Neurowissenschaftler jede Forschung über Zusammenhänge von Rasse und Intelligenz klar ablehnt, sind die beiden amerikanischen Wissenschaftler Ceci und Williams der Meinung, dass jede Einschränkung in dieser Frage eine Art Stalinismus in den Wissenschaften.

Beide Seiten tragen plausible Argumente vor, und das deutet schon darauf hin, dass die Wahrheit zwar nicht in der Mitte liegt, aber in einer Synthese beider Ansichten zu suchen ist. (mehr…)

Philosophischer Podcast: Martin Heidegger

Februar 24, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | 1 Comment →

Martin Heideggers Philosophie wird oft als dunkel und schwer verständlich bezeichnet. Gerade sein Hauptwerk „Sein und Zeit“ steckt aber voller spannender und vor allem Lebenswelt- und Praxis-orientierter Gedanken, denen es sich zu folgen lohnt, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Link: Philosophischer Podcast: Martin Heidegger

Kant und die Erhabenheit

Februar 23, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | 3 Comments →

Kant war in seiner „Kritik der Urteilskraft“ der Meinung, die Erhabenheit der Natur, die wir empfinden, rührt von einem Wechselspiel zwischen einem Grund, sich zu fürchten, und der gleichzeitig gefühlten Sicherheit gegenüber dem, was wir erhaben nennen, her. Schroffe Gebirgsketten z.B. empfinden wir als erhaben weil wir wissen, dass wir ihrer Gewalt unterlegen sind, aber das nur, wenn wir uns gleichzeitig in einem sicheren Abstand von ihnen wissen. Wären wir den Naturbedingungen unmittelbar ausgesetzt, könnten wir die Erhabenheit kaum empfinden.

Nun war Kant ein Mensch, der Königsberg nie verlassen hat und im Träume wohl nicht auf die Idee gekommen wäre, auf Bergeshöhen zu klettern um zu prüfen, ob sich dort, auf dem Gipfel, nicht doch ein Gefühl von Erhabenheit einstellen würde. Überhaupt ist ja das Besteigen hoher Berge in menschenfeindlichen Gegenden eine ziemlich neue Erfindung, erst vor rund 150 Jahren fand man Gefallen daran. Seitdem weiß man, dass dieses merkwürdige Gefühl, dieses Erschaudern vor dem Anblick der gewaltigen Natur, die man in diesem Moment erhaben nennt, auch im Moment der Gefahr möglich ist. (mehr…)

Was ich diese Woche las

Februar 22, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 3 Comments →

Julia-Adriana hat in letzter Zeit mehrere Artikel geschrieben, die sich kritisch mit unserem Internet-Informations-Verhalten beschäftigen. Sie meint u.a., Google hat die Welt verändert, und bevor die Suchmaschine uns auffrisst, sollten wir sie öfter mal abstellen.

Antje hat mir einen Link auf eine Petition geschickt. Es gibt zu wenig Frauen in politischen Spitzenpositionen in Europa. Stimmt – aber ob Petitionen da was ändern?

Wer mal eine gute Verschwörungstheorie erdenken will, der sollte bei Patrick nachschlagen, da wird erklärt, wie man eine bastelt. Ich glaube allerdings, die Theorie haben sich Verschwörer ausgedacht, damit wir glauben, dass es Verschwörungen gar nicht gibt ;-)

Im Netz

Februar 20, 2009 By: Jörg Category: Kultur | 3 Comments →

Ins Netz gehen. Das kann zwei verschiedene Bedeutungen haben. Man kann jemandem ins Netz gehen, d.h. sich einfangen, fesseln lassen. Hilflosigkeit, Bewegungslosigkeit, das Gefühl von Ohnmacht ist die Folge.

 

Man kann auch zum Teil eines Netzes werden, ins Netz gehen heißt, sich vernetzen. Man wird zum Knoten im Netz, man bindet andere, indem man sich an sie bindet – Man schafft Verbindungen.

 

Netzwerke schaffen eine neue Struktur des Raumes, ein neues Maß für Nähe und Ferne (eine neue Topologie). Man könnte auch sagen, jedes Netzwerk schafft eine neue Dimension im Raum. Durch jedes Netz werden die herkömmlichen Begriffe von Entfernung aufgehoben, was fern war, wird nah, was ganz nah war, kann nun unendlich weit entfernt sein. Als Student lebte ich in Berlin, einige Hörsäle waren ganz in der Nähe der Mauer, die so viele Netze zerschnitten hatte. Aus den Mathematik-Vorlesungen über Topologien kommend und zur Mensa hinübergehend faszinierte mich dieses ungeheure Beispiel der Neu-Definition einer Topologie.

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Philosophische Podcasts 3: Platons Höhlengleichnis

Februar 17, 2009 By: Jörg Category: Philosophie | 5 Comments →

Im philosophischen Podcast geht es heute um einen der ältesten philosophischen Texte überhaupt – wie es sich für einen wirklich philosophischen Text gehört, ist er nicht nur immer noch interessant zu lesen, sondern noch immer aktuell.
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Wilders in London: Wer regiert Großbritannien?

Februar 17, 2009 By: Jörg Category: Politik | 8 Comments →

Die Fakten sind schnell erzählt. Geert Wilders war ins britische Oberhaus eingeladen worden um dort seinen Film Fitna vorzuführen. Der Aufenthalt des niederländischen Politikers in London dauerte aber nur kurze Zeit: Die Einreisebehörde der Insel nahm den umstrittenen Filmemacher und Abgeordneten direkt am Flugplatz in Empfang und setzte ihn direkt wieder in den nächsten Flieger zurück nach Amsterdam. (mehr…)