Jörg Friedrich


Archive for Januar, 2009

Ein Experiment: Blog Merchandizing

Januar 14, 2009 By: Jörg Category: Privates | 2 Comments →

Vor einigen Tagen habe ich hier einige Überlegungen zur Blog-Ökonomie dargestellt. Die Frage, die auch in der Diskussion gestellt wurde, war, ob es Alternativen zur Werbung bibt, wenn man die Kosten für seinen Blog durch Einnahmen ausgleichen möchte.

Eine solche Idee ist das Verkaufen von Merchandizing-Artikeln, man könnte auch von Fan-Artikeln sprechen. Manche Blogs haben dafür sicherlich ein geeignetes Profil, und auch wenn dieses nicht unbedingt dazugehört, will ich nun ein kleines Experiment starten. (weiterlesen …)

Für ein Ende des Managerkapitalismus

Januar 14, 2009 By: Jörg Category: Wirtschaft | 7 Comments →

Wer in diesen ersten zwei Wochen des Jahres mit der Bahn gefahren ist, musste wahrscheinlich ein hohes Maß an Toleranzbereitschaft aufbringen. Stellwerksschäden, eingefrorene Weichen, Zugausfälle wegen defekter Bremsen oder wegen verspäteter Bereitstellung aus dem Bahnbetriebswerk, kaputte oder nicht regelbare Heizungen, ganze Waggons verschlossen, weil Heizung und Lüftung komplett ausgefallen sind, das sind die paar Probleme, die ich während meiner bisher gerade 5 Zugfahrten im Fernverkehr der Bahn erlebt habe.

 

Es ist Winter, und der Winter macht unübersehbar, was man als Bahnfahrer auch im Sommer schon spürt: Das Material und die Infrastruktur des Schienen-Monopolisten einer der führenden Industrienationen ist marode, man fährt auf Verschleiß, man hat keine Reserven und keinen Ersatz. (weiterlesen …)

Käme Demokratie ohne Pressefreiheit aus?

Januar 12, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 5 Comments →

Mein Artikel über die Pressefreiheit war initiiert durch eine Diskussion bei Miriam Meckel in der diese u.a. behauptete, dass Pressefreiheit die Voraussetzung von Demokratie sei, eine These, der ich widersprach, und zwar mit der Begründung, dass die Demokratie ja gerade meist nicht unter der Bedingung der Pressefreiheit errungen wird, sondern dass umgekehrt, wenn die Demokratie errungen ist, erst Pressefreiheit verfassungsmäßig verankert und später praktisch etabliert wird. Eine weitere Diskussionsteilnehmerin bezeichnete diesen Satz als „ungeschickt“ – was bei mir weiteres Nachdenken über die Verwendung des Wortes „Voraussetzung“ im politischen Kontext auslöste. Dieser Text sollte eigentlich – für Freunde philosophischer Spitzfindigkeiten – die Ergebnisse darstellen. Am Schluss ist er unerwartet politisch geworden. (weiterlesen …)

Grabstein-Gedanken

Januar 11, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

Es gibt diese Gräber, die sehen schon von weitem aus wie ein Ehebett. Sie sind doppelt so breit wie ein normales Grab, und am Kopfende steht, wie ein Präsentierkissen, ein besonders breiter Grabsteine, auf dem oben in der Mitte ein Familenname steht. Oft steht dann rechts oder links darunter schon ein Vorname, sowie Geburts- und Todestag – die andere Seite ist noch frei.

Ein Familiengrab, besser gesagt, ein Eheleute-Grab. Auch so eine Einrichtung, die es vielleicht schon in 30 Jahren nicht mehr geben wird. (weiterlesen …)

Wozu noch Pressefreiheit?

Januar 10, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 2 Comments →

Es gibt Werte und grundsätzliche Ideale, deren Wichtigkeit für die zivile Gesellschaft uns so selbstverständlich geworden ist, dass kaum jemand sie – wenn auch nur in Ausnahmesituationen – infrage zu stellen wagt. „Pressefreiheit“ gehört dazu. Mit dem Vorwurf der Einschränkung der Pressefreiheit kann man jeden zum Antidemokraten, zum Feind des Rechtsstaats erklären. Gegenwärtig erleben wir das gerade wiedereinmal anlässlich des Krieges zwischen Israel und der Hamas.

Aber kein Wert kann so heilig sein, dass man ihn nicht einmal kritisch beleuchten dürfte, und wenn die Slogans, die ein Ideal beteuern, zu abstrakten Losungen verkommen, dann muss man einmal die Frage stellen, welchem heren Ziel man da konkret huldigt.  (weiterlesen …)

Hobby und Beruf

Januar 09, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 1 Comment →

Manch einer freut sich, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte (und wundert sich nach einiger Zeit vielleicht, dass er gar kein Hobby mehr hat). Andere stecken so viel Kraft in ihr Hobby, dass sie beruflich in eine Sackgasse geraten. Am schlimmsten sind die dran, die keinem Beruf nachgehen – sie haben oft auch keine Hobbies und fühlen sich bald sinnlos und leer. (weiterlesen …)

Die Ökonomie der Blogosphäre

Januar 08, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 16 Comments →

Es gibt viele Gründe ein Blog zu betreiben, aber wer ein erfolgreiches Blog kaufen will, der hat wahrscheinlich auch kommerzielle Gründe. Mit der heute begonnenen Versteigerung von Basic Thinking bekommt das Bloggen in Deutschland eine neue, ökonomische Dimension. Das Blog wird zum Investitionsobjekt.

Was wäre der angemessene Preis für ein Blog, vorausgesetzt, man kauft ihn, um ihn nach dem gleichen Geschäftsmodell wie der bisherige Betreiber weiter zu nutzen? Bei normalen Unternehmensverkäufen legt man den mittleren Gewinn der letzten Jahre zugrunde und schreibt diesen in die Zukunft fort. Der Kaufpreis muss dann so sein, dass der Gewinn bei alternativer Geldanlage z.B. als Festgeld eine attraktive Verzinsung darstellt. Das setzt natürlich vorraus, dass das Investitionsobjekt jederzeit wieder verkauft werden kann. (weiterlesen …)

Die Bedeutung des Unsinnigen

Januar 07, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | 4 Comments →

Silvester haben wir wieder so viele sinnlose Dinge getan: Räume mit buntem Papier geschmückt, das wir am nächsten Tag in den Müll geschmissen haben, Luftballons aufgeblasen, herumgeworfen und platzen lassen, und um Mitternacht dann stinkende und krachende Böller in den Himmel gejagt. Alles sehr überflüssig, ein bisschen gefährlich und vor allem ökologisch bedenklich. Verschwendung, irrational, und unter Berücksichtigung von Hungersnöten und Kriegsflüchtlingen politisch hochgradig inkorrekt. (weiterlesen …)

Auf dem Fjell

Januar 06, 2009 By: Jörg Category: Gesellschaft | No Comments →

„Naturgewalten“ – das sind die ursprünglichen, nicht durch den Menschen eingedämmten Kräfte unserer Umwelt. Meist zerstören sie den „Tand von Menschenhand“ (Fontane) oder sie stören wenigstens empfindlich das filigrane Netz, das uns unser sehr künstliches Leben ermöglicht.

 

Oft, wenn wir von Natur sprechen, meinen wir allerdings genau diese von Menschen geschaffenen Konstruktionen, die uns zwar eine gewisse Ahnung von der ursprünglichen Wildnis geben, uns aber gleichzeitig davor bewahren, ganz ungeschützt den Widrigkeiten der Erde ausgesetzt zu sein. Natur ist das, was wir uns eingerichtet haben, um überhaupt leben zu können, die gezähmte Wildnis – nicht der Urwald, sondern der Park, nicht die Steppe, sondern das Feld. (weiterlesen …)

Was ist’s?

Januar 05, 2009 By: Jörg Category: Kultur, Privates | No Comments →

Die Prosa kurz ist manchesmal
Und Lyrik wird mir lang.
Du Autor nur triffst deine Wahl
ganz selten ist dir bang,

Beschreibst die Landschaft blütenreich,
in kurzen knappen Sätzen.
Lässt röhren auch den Hirsch am Teich!
Gelehrte das nicht schätzen.

Sie schreien „ist das ein Gedicht?
Ist Kitsch das, ist es ernst?“
Sie sitzen lang noch zu Gericht
Wann du dich leis entfernst.

So, und damit ist die Weihnachtspause beendet. Ab morgen wird es hier wieder ernst, unprosaisch und unlyrisch.