Bürgerliche und Linke
Begriffe, die das politische Spektrum charakterisieren sollen, sind eigenartig: Man ist zwar schnell einig über eine grundsätzliche Zuweisung solcher Begriffe zu politischen Parteien oder Wählerschichten, aber wenn man fragt, was genau mit der Bezeichnung „Links“, „Bürgerlich“, „Liberal“ oder auch „Grün“ gemeint ist, kommt man in Schwierigkeiten: Bei positiven Begriffsbestimmungen kommt man zu Definitionen, die fast jeder politische Mensch für sich reklamiert, während bei negativen Bestimmungen keiner mehr da ist, der der entsprechenden Gruppe zugeordnet werden möchte.
Schnell kommt man auf diese Weise zu der Behauptung, alle politischen Parteien, insbesondere die großen Volksparteien, seien eigentlich kaum noch unterscheidbar, Wahlentscheidungen werden dann zunehmend nicht mehr nach dem Programm und den Zielen einer Partei, sondern nach Köpfen und persönlichen Sympathien getroffen, oder man geht, weil man sich nicht entscheiden kann und keinen Politiker so recht sympathisch findet, gar nicht mehr zur Wahl. (mehr…)


