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Jörg Friedrich


Neurowissenschaft und Liebesdrogen

15. Januar 2009 Kategorie: Gesellschaft |

In der Nummer 457 von nature (online leider nicht verfügbar) bespricht Ming-Wei Wang unter der Überschrift „Future tigers of innovation“ das Buch „The Venturesome Economy“ von Amar Bhidé. Interessant dabei: Auch wenn nicht nur die Produktion sondern auch Forschung und Entwicklung immer mehr in Schwellenländer verlagert werden, müssen sich die Industrieländer nicht fürchten, denn die entscheidende Schicht der Innovation bleibt weiter den Industrieländern vorbehalten: Die Fähigkeit, innovative Produkte zu entwickeln.

Der „Spirit des Silicon Valley“ – das ist Unternehmertum. Risiken eingehen und Fehlschläge akzeptieren sind die entscheidenden Komponenten einer Kultur,die sich nur sehr lansam auch an anderen Orten der Welt entwickeln.

Man könnte folgern: Lass die anderen forschen, die Ideen, wie man aus diesen Forschungen Produkte macht und auf den Markt bringt, haben immer noch die Amerikaner und die Europäer. Mögen die Labors in Indien und die Fabriken in China stehen, die Garagen stehen in Kalifornien und Bayern.

Wie das funktioniert, kann man in der gleichen Nummer von nature lesen, wenn man nur eine Seite zurückblättert. Die Neurowissenschaften erforschen die Rolle von Stoffen wie Oxytocin und Vasopressin, die durch unsere Körper strömen, wenn wir uns verlieben. Und die Unternehmer stehen interessiert bereit. Pülverchen könnte man entwickeln, die man der Angebeteten unauffällig beim ersten Date ins Essen mischt, oder spezielles Parfüm, das man bei dieser Gelegenheit auflegt.

So kann aus fast jeder Forschung ein Produkt werden, wenn man unternehmerisch denkt. Ob die Welt davon schöner wird, steht auf einem anderen Blatt.


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