Hobby und Beruf
Manch einer freut sich, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte (und wundert sich nach einiger Zeit vielleicht, dass er gar kein Hobby mehr hat). Andere stecken so viel Kraft in ihr Hobby, dass sie beruflich in eine Sackgasse geraten. Am schlimmsten sind die dran, die keinem Beruf nachgehen – sie haben oft auch keine Hobbies und fühlen sich bald sinnlos und leer.
Ist es überhaupt der richtige Ansatz, die Tätigkeiten des Tages in „Hobby“ und „Beruf“ aufzuteilen? Auf den ersten Blick scheint das ja einfach und sinnvoll zu sein: Mit dem „Beruf“ kommt monatlich das Geld in die Kasse, mit welchem ich auch meine Hobbies finanzieren kann. Das richtige „Maß“, die richtige „Balance“ (die berüchtigte „Work-Life-Balance“) zu finden, ist dann das Ziel.
Aber das ist nicht wirklich sinnvoll, weil das „richtige Maß“ unter all den Zwängen und Verpflichtungen gar nicht zu finden ist. So läuft die Beruf-Hobby-Unterteilung immer wieder darauf hinaus, dass der Beruf erste Priorität hat. Man definiert sich über den Beruf. Auf die Frage eines neuen Bekannten, was „man so macht“, sagt man „Programmiererin“ oder „Verkäufer“ und nicht „Handballerin“ oder „Blogger“ – und ist damit unglücklich, weil man vielleicht viel lieber übers Handballspielen redet als übers Programmieren und weil man vielleicht ein guter und leidenschaftlicher Blogger ist aber nur ein mittelmäßiger Verkäufer.
Ich bin das, worin ich gut bin. Das wäre ein Ansatz. Der Beruf – ja den gibt es auch. Irgendwie muss man die wichtigen Dinge des Lebens ja finanzieren. Manche Philosophen fahren Taxi, andere sind Besitzer eines IT-Unternehmens – von Philosophie kann man eben nicht leben. Man könnte auch wieder in die Tonne ziehen – aber die hat keinen DSL-Anschluss.
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am 9. Januar 2009 um 19:47
Ich bin Weltrekordhalter im Hobbyzumberufmachen, glaube ich zumindest, dreimal gings gut (bisher), BTW, meine schlechtesten Entwicklungsarbeiten habe ich wohl als festangestellter Entwickler geleistet.
Es ist allerdings ein eher seltenes Glück sein Hobby zum beruf machen zu können, Glück gehört dazu und wohl auch ein gewisses finanzielles Polster.
Philosophen sind mir häufiger mal als gute Systementwickler und IT-Kommunikatoren aufgefallen. Du bist ja anscheinend „alles“, Respekt!