Vater stirbt
Die Stille stand da wie eine Wand, als Ulrike das Elternhaus betrat. Welch eine Kraft kostete es, durch die Diele zu gehen, die Tür zu dem Zimmer zu öffnen, in dem das Bett stand, hinzusehen, ein Wort zu sagen, zu lächeln, mit den Fingern über die harte Stirn zu streichen, die weiße Hand zu nehmen.
Mutter saß links, daneben stand der Stuhl für Ulrike bereit. Wie oft hatten sie so gesessen in den letzten Monaten? Im Frühjahr hatten sie noch gesprochen, über die Arbeit, über das Wetter, über den Garten. Vater hatte zugehört, manchmal gelächelt. Seit dem Sommer hatte er nur noch an die Decke gestarrt, Ulrike hatte fast immer schweigend neben der Mutter gesessen. (mehr…)


