Am Berg
Auf kargem Kies verteilt sich Überfluss,
Gesplissen wächst aus scharfen Rissen Tand
Und fädelt sich wie Adern dann am Schluss
In abgenutzten Fels am Gletscherrand.
Schwaches Sprießen siehst du kaum,
Blick streift nur den Samenflaum,
Schnell vorbei,
Einerlei,
Sicher greift der Fuß den Raum.
Ein langes Wehen gräbt in spröden Firn
Die kalten Falten, hart wie Diamant.
Das Eis erhebt sich: eine blanke Stirn
Wird überragt vom steilen Felsenband.
Eisen schlägt in den Kristall
Gläsern splittert Eis im Fall.
Trifft das Beil,
Hält das Seil!
Abgrund siehst du überall.
Die Haut des Berges ist vom Wetter wund
An ihren Poren schimmert grüner Glanz.
Die Säulen aus gefurchtem Stein im Rund:
Wie Heilige, erstarrt im letzten Tanz.
Finger greifen in den Spalt,
Fuß sucht an den Platten halt.
Auf dem Turm
Trifft der Sturm
Dich mit plötzlicher Gewalt.


