Der neue Star des Hamburger Kinderbuchverlags
Die Stars des Hamburger Kinderbuchverlags hießen bisher Lea und Lottchen, Alexandra, Axel und Ernst – und natürlich die Tropfenbande. Es waren Kätzchen, Schweinchen, Pferde und kleine Mädchen und Jungen. Nun aber bekommen die kleinen Stars einen ganz großen Bruder: „Marco W.“
Der junge Mann hat ein Buch geschrieben, über seine Zeit im türkischen Gefängnis, das ist an sich nicht überraschend. Es erscheint im Hamburger Kinderbuchverlag – das ist schon eher eine Überraschung. Dass er seinen Anwalt nicht um Rat gefragt hat, mag der für einen Fehler halten – dem Buch selbst sichert diese Tatsache nur umso mehr Aufmerksamkeit.
Wahrscheinlich ist es höchste Zeit: Vermutlich können Verleger ziemlich genau bestimmen, wieviele Leser so ein Buch mit jedem Monat, den das auslösende Ereignis her ist, verliert. Vor einem Jahr ist Marco W. frei gekommen – in einem Jahr wäre die Geschichte sicher schon so lange her, dass sie kaum noch Leser gefunden hätte. Insofern konnte der Jung-Autor mit seinen Memoiren wohl kaum warten, bis der Prozess in der Türkei vorbei ist – und dessen Ausgang wird ihm vermutlich ohnehin recht gleichgültig sein.
Sicher: Es ist nur ein weiteres Buch, das keiner braucht. Aber es wird seine Leser finden. Und es war wohl unvermeidlich.
Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2008/11/27/der-neue-star-des-hamburger-kinderbuchverlags/
am 27. November 2008 um 18:28
Jetzt fehlt nur noch, das zu irgendeiner Buchmesse sich jemand hinstellt und sagt: Ich nehme diesen Preis nicht an.
am 28. November 2008 um 08:43
Da hast du recht. Allerding würde das – um im Bild zu bleiben – vorraussetzen, dass auf dieser Buchmesse auch Marco W. und ähnliche Schriftsteller ausgezeichnet würden.