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Jörg Friedrich


Monate vor dem Urknall

06. Juli 2008 Kategorie: Gesellschaft, Zeitgeschichte |

„Was war vor dem Urknall?“ ist eine Frage, die in populärwissenschaftlichen Büchern immer wieder gestellt aber nie beantwortet wird. Allenfalls wird versucht, uns die Unsinnigkeit der Fragestellung zu erläutern.

Aber vielleicht war alles ganz einfach.

Vielleicht haben 20 Jahre vor dem Urknall irgendwelche intelligenten Wesen begonnen, einen lang gestreckten kreisförmigen Tunnel in die Tiefen ihres Planeten zu graben, um dort ein riesiges Forschungsgerät einzubauen, in dem Elementarteilchen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden konnten.

Nach 20 Jahren waren sie endlich fertig, sie hatten Milliarden an Forschungsgeldern aufgetrieben, hatten eine internationale Kooperation zustande gebracht, von der die Politiker nur träumen konnten, hatten technologische und wissenschaftliche Probleme gelöst, nebenbei ein Computernetzwerk erfunden, mit dem wenige Monate vor dem Beginn ihrer Experimente fast jeder Bewohner des Planeten verbunden war, um Informationen zu erzeugen, auszutauschen oder zu lesen.

Und dann begannen sie in dem Gerät, Elementarteilchen und Atome aufeinander zu schießen. Sie wussten, dass dabei vielleicht kleine „Schwarze Löcher“ entstehen würden, aber sie waren sich sicher, dass diese gleich wieder verdampfen würden. Was wirklich passieren würde, wussten sie natürlich nicht, das wollten sie ja herausfinden. Kurz, sie benahmen sich ein wenig so wie Kinder, die auf einer Eisfläche stehen und mit dem Hacken oder einem Stock versuchen, ein Loch ins Eis zu schlagen. Oder wie die ganz kleinen Kinder, die aus Bauklötzen immer höhere Türme bauen.

So könnte es gewesen sein, ein paar Monate vor dem Urknall.


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5 Kommentare to “ Monate vor dem Urknall ”

  1. # 1 Aki T. Arik schreibt:

    Hallo Jörg,

    interessante Geschichte, wenngleich auch etwas surrealistisch.

    Was hältst du von der These, dass die eigenen, scheinbar individuellen, Sichtweisen (auch vermeintlich objektive oder wissenschaftliche) entscheidend von dem kollektiven Unterbewusstsein der jeweiligen Gesellschaft vorbestimmt werden, also nicht so frei und objektiv sein können, wie wir es in unserem Alltagsbewusstsein annehmen müssen.

    Dazu ein Zitat aus meinem letzten Beitrag, das hierzu ganz gut passt:

    „Die westliche Wissenschaft schildert die Geschichte unseres Universums als einmaligen Neuanfang, also ausgehend von einem Urknall.

    Eine westlich geprägte Vorstellung?
    Eine die den Gedanken an ein ewig existierendes Universum – ohne Anfang und Ende – nur deswegen als absurd abtut, weil sie in ihren alten Vorstellungen gefangen ist?

    Oder ist es Zufall, dass ein „nichtwestlich“ geprägter Physiker aus Indien, Abhay Ashketar, der z.Zt. an der Pennsylvania State University / USA arbeitet, aufgrund seiner Berechnungen zu einem ganz anderen Schluss kommt? Danach begann unser Universum nicht mit dem Urknall. Vielmehr sei unser Universum ein Universum ohne Anfang und Ende.“

  2. # 2 Sky schreibt:

    Ich dachte eigentlich immer unser System wäre irgendwann mal „gelaunched“ worden, wie man halt so ein IT-System launched und wie wir Menschen das auch sicherlich irgendwann tun werden.
    Das ist also falsch gewesen, gut, ich habs auch irgendwie geahnt, die Sache mit dem oben beschriebenen Urknall ist auch intuitiver. Leid tuts mir nur um die Forschungsgelder.

  3. # 3 Nur noch ein paar Tage bis zum Urknall! « Moppelkotze::Blog schreibt:

    […] Teilchen um sich schiessen muss. Aber das könnte auch etwas gutes haben, zumindest wenn es nach Jörg Friedrich geht: Vielleicht haben 20 Jahre vor dem Urknall irgendwelche intelligenten Wesen begonnen, einen […]

  4. # 4 Sanddorn schreibt:

    Eigentlich schade das die dt. Medien gar nicht so richtig auf dieses Endzeitszenario anspringen wollen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und es ist sicherlich nicht schlecht sich vorher noch schnell einen Namen als Experte zu machen.

  5. # 5 Hans Owtscharka schreibt:

    Da gibt es auch einen interessanten Vortrag von Steve Hawkins zu diesem Thema. Man kann ihn sich bei TED talks ansehen. Sehr spannend.

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