Wenn ich weiß, welche Temperatur, gemessen in Grad Celsius z.B., die Luft da draußen hat, weiß ich dann, wie warm es ist? Jeder, der schon einmal an einem klaren Februartag an einem geschützten Ort in der Sonne saß, weiß, dass er das als wärmer empfand als wenn er zwei Monate später durch einen Regenschauer lief – den kalten Wind im Gesicht.
Warm und kalt, das sind Wahrnehmungen, sie sind zwar nicht subjektiv, denn wir können darüber sprechen und schreiben und uns verständlich machen. Sie sind aber auch nicht objektiv, wie es (vielleicht) die Temperatur ist.
Ich kann vor dem Joggen prüfend vor’s Haus treten und mit den Worten zurückkehren „Du brauchst keine Jacke, es ist warm“ und meine Lauf-Partnerin versteht mich, kleidet sich entsprechend und wird nicht enttäuscht. „Warm“ – das ist in unserer Kommunikation viel hilfreicher als „10 °C“, denn es schließt den Sonnenschein, die Windstille und die Trockenheit mit ein.
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