Jörg Friedrich


Gartner: Microsofts Stern sinkt

14. April 2008 Kategorie: Software |

Die Analysten von Gartner sagen für Microsoft eine schwere Zukunft voraus, ja, sie befürchten sogar, dass das Betriebssystem Windows vor dem Aus stehen könnte und dass diese Krise den ganzen Software-Giganten in die Tiefe reißen könnte.

Natürlich: Irgendwann muss der Stern des Monopolisten sinken. Und die Zeichen stehen gut dafür: Konkurrenz droht nicht von anderen PC-Betriebssystemen, sondern von den neuen Internet-Clients wie PDA, Handy und Co. Hier hat Windows nie eine große Rolle gespielt.

Umso mehr sich die Arbeit vom Desktop-Gerät weg und ins Internet hinein verlagert, desto unwichtiger wird, welches Betriebssystem auf dem eigenen Gerät läuft. Hauptsache, es gibt einen Browser – viel mehr braucht der Mensch nicht mehr.

Microsoft wird sicher nicht untergehen – aber mit der Markt beherrschenden Stellung ist es eigentlich schon heute fast vorbei. Das Betriebssystem auf meinem Handy heißt nicht Windows.


Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2008/04/14/gartner-microsofts-stern-sinkt/

7 Kommentare to “ Gartner: Microsofts Stern sinkt ”

  1. # 1 Trends schreibt:

    Ja, das mag sein. Das BS auf meinem Rechner ist schon Window. Und das auf den PC in vielen Unternehmen auch. Was wollen die alle machen, wenn der Support von MS noch mehr schwächelt? Soll der Chef dann Linux aufspielen?? Datev kennt Linux überhaupt nicht.
    Nunja, wenn es mit MS so schnell geht, dann könnte es Google auch mal treffen.

  2. # 2 Juergen schreibt:

    Die Macht des Faktischen ist stärker als der Wunsch als Vater des Gedanken… Oder so ähnlich. Dass Windows nicht mehr und vielleicht nie der Weisheit letzter Schluss ist bzw. war, wird schon seit etwa 10 Jahren kolportiert. Genauso lang versucht man, andere Betriebssysteme, andere Plattformen groß zu reden.

    Das fand ich ‚mal symphatisch, gar revolutionär.

    Doch ich glaube nicht daran, dass Handhelds, egal welche, die PCs als Bürocomputer ablösen. Das kann man nicht wirklich wollen. Ich glaube auch nicht, dass die schiere Masse der Installationen von Windows und MS-Office in sich zusammenbricht, nur weil man mit anderen, freien Systemen auch „so ähnlich“ arbeiten kann.

    Die geschäftlichen Anwender sind gar nicht scharf darauf, dass MS seine Produktzyklen wieder verkürzt. XP tut seinen Job, Vista ist noch lange nicht in der Breite installiert, es geht ruhiger zu als PC-Gazetten uns glauben machen wollen.

    Die am häufigsten draußen vorkommende Programmiersprache – die zu wartende Code-Menge – soll übrigens Cobol sein. Ein sagenhaft langsamer Produktzyklus. – Davon merkt man, hört man nichts. Anderes kam und ging inzwischen.

  3. # 3 romanmoeller schreibt:

    Ich glaube der Stern von Microsoft kann überhaupt erst dann sinken, wenn es ein konkurrenzfähiges Betriebssystem für Unternehmen und private Nutzung (und zwar nicht für mobile Geräte, sondern für Heim-PC’s bzw. üro-Computer) gleichermaßen gibt – solange dies nicht der Fall ist, wird Microsoft quasi als „Einäugiger unter den Blinden“ weiter seine Vormachtstellung behalten. Als einzige Alternative nennst du selbst ja Linux – und das ist nicht als Massenbetriebssystem leider immer noch nicht konkurrenzfähig. Angebot und Nachfrage – Nachfrage nach Microsoft mangels alternativem Angebot.

    Der Gedanke mit dem mobilen Systemen ist gut, vielleicht werden die meisten Anwendungen irgendwann wirklich über einen Browser laufen. Aber der Trend ginge doch dann zumindes teilweise an der Spieleindustrie und den klassischen Büroanwendungen vorbei, oder?

  4. # 4 Jörg schreibt:

    Ein marktbeherrschender Anbieter wird nie durch einen Wettbewerber verdrängt, der das gleiche oder ein ähnliches Produkt hat. Die Gefahr für Windows lauert weder bei OS/2 noch bei Linux sondern bei den mobilen Geräten. Word wird nicht von WordPerfect oder WordPro sondern von WordPress verdrängt. Wer braucht noch ein Textverarbeitungsprogramm, wenn er seine „Briefe“ per Mail verschickt oder in ContentManagementSysteme einstellt?

    Jürgen, du hast zwar Recht, COBOL ist noch immer die verbreitetste Programmiersprache und auch Windows-Systeme werde in Zukunft noch eine Berechtigung haben. Aber wird noch jemand Geld damit verdienen, wird ein Unternehmen seine Vormachtstellung darauf begründen können?

  5. # 5 Fragezeichner schreibt:

    Ich glaube auch, dass das Betriebssystem eine immer geringe Rolle spielen wird und viele Anwendungen durch Web-Dienste geleistet werden können. Diese Entwicklung stellt in der Tat eine Bedrohung für Microsoft dar. Es wird zwar auch weiter PCs geben, aber möglicherweise nur für Spezialisten, die Ressourcen-intensive Anwendungen (wie z.B. Graphik-Programme, CAD-Systeme, etc.) benutzen. Nicht umsonst versucht Microsoft mit massiven Investitionen im Mobil-Markt, bei Spiele-Konsolen und natürlich im Internet Fuss zu fassen.

  6. # 6 Karl schreibt:

    Todgesagte leben länger, und auf meinem PDA läuft Windows.

    Wir sollten nicht vergessen, daß Microsoft weniger durch geniale Programmierer, als vielmehr durch geniale Markstrategien groß wurde. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn Windows wirklich keinen Markt mehr fände. Das ist allerdings derzeit nicht abzusehen.

  7. # 7 Vogel schreibt:

    Also: Man kommt ohne die Oligopolisten aus: Prozessor: Noch Intel (werd‘ ich bei der nächsten Anschaffung drauf achten), OS: Ubuntu (richtig, da brauch‘ ich Hilfe, funst aber ganz gut!), Office: OOo, Browser: Opera (nix FiFo, IE & Co.), Email: Opera, Suche: Metager2, Exalead, KartOO (alles Meta, greifen also auch auf G… zurück *seufz* aber immerhin), Bücher: bei amazon ISBN-Nr. und Kommentare raussuchen (Guerillataktik :) ), bei der örtlichen Buchhandlung bestellen! oder bei der Mayerschen! – mir fehlt nix, bin glücklich! Allein das Bewusstsein, das Gefühl den Oligopolisten ins Knie zu treten und eigene Bequemlichkeit überwunden zu haben macht frei und zufrieden!
    Danke an Bill, er hat viel möglich gemacht, er hat’s ‚n bisschen weit getrieben aber von der GRV muss er nich leben!

    Grüße
    Vogel

    Mobil: Gott sei Dank muss ich nich auch noch im Gehen, Stehen, Liegen … an allen Orten … Nee, wirklich nich!! Noch funktioniert die Prostata :)

Kommentieren

XHTML: Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>