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Jörg Friedrich


Was ist allgemein zugänglich?

09. April 2008 Kategorie: Anderswo gefunden, Gesellschaft |

Bei Wortsuch-Gewinnspielen müssen die Begriffe in allgemein zugänglichen Nachschlagewerken oder in allgemein zugänglicher Fachliteratur verzeichnet sein. Der Call-In-TV-Kritiker Stefan Niggemeier meint, das könne alles und nichts bedeuten. Ist das so?

Letztlich müssen Gerichte entscheiden, was in einer konkreten Situation tatsächlich unter so einer Formulierung wie „allgemein zugänglich“ verstanden werden soll, und das ist auch gut so, weil die Gesetzbücher und Verordnungen sonst noch umfangreicher und undurchschaubarer wären.

Im aktuellen Fall hat sich der Gewinnspiel-Veranstalter darauf berufen, dass die gesuchten Automarken in der „Enzyklopädie des Automobils“ verzeichnet sind. Das Buch ist 1994 erschienen und z.B. in der Freihandbibliothek der ULB Münster zu finden. Ist das „allgemein zugänglich“? Wahrscheinlich ja, aber das sollen Richter entscheiden.

Gewinnspiele sind nie darauf angelegt, dass der Spieler mehr gewinnt als der Veranstalter. Jeder weiß das, und jeder kann frei entscheiden, ob er teilnimmt. Wer einmal eine solchen Sendung gesehen hat, weiß, dass die Rätsel kaum zu lösen sind, dass man fast keine Chance hat, zu gewinnen.

Wer da nach strengeren und engeren Regeln und größerer Überwachung ruft, unterstützt letztlich die Ausbreitung der Bürokratie und die Einschränkung der Selbstverantwortung der Menschen.


Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2008/04/09/was-ist-allgemein-zuganglich/

44 Kommentare to “ Was ist allgemein zugänglich? ”

  1. # 1 Daniel B. schreibt:

    Niggemeier ohne „y“. :-)

  2. # 2 Jörg schreibt:

    Danke, klar, hab ich korrigiert

  3. # 3 stefan niggemeier schreibt:

    Wenn Du schreibst, „Wer einmal eine solchen Sendung gesehen hat, weiß, dass die Rätsel kaum zu lösen sind, dass man fast keine Chance hat, zu gewinnen“, meinst Du damit vielleicht: Wer einmal eine solche Sendung vollständig gesehen hat, inklusive der Auflösung, also nicht nach zwei oder drei Stunden wieder ausgemacht hat und aus der Tatsache, dass auch „Honda“ und „Seat“ gesucht waren und den jeweiligen Anrufern Geldgewinne brachten, falsche Schlussfolgerungen gezogen hat? Ich kann Dir auch komplette Sendungen zeigen, in denen die Rätsel nicht nur pipileicht scheinen, sondern tatsächlich pipileicht sind, und man nur deshalb keine Chance hat zu gewinnen, weil der Veranstalter niemanden mehr durchstellt oder nur noch Leute, die zufällig alle falsche Antworten geben.

    Unabhängig von der Frage nach der Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen: Ich bezweifle, dass jeder die Unmöglichkeit zu gewinnen erkennen kann, der eine Sendung sieht, nicht einmal aufmerksame, intelligente, kritische Zuschauer.

  4. # 4 Jörg schreibt:

    @Stefan:

    Ich kann Dir auch komplette Sendungen zeigen, in denen die Rätsel nicht nur pipileicht scheinen, sondern tatsächlich pipileicht sind, und man nur deshalb keine Chance hat zu gewinnen, weil der Veranstalter niemanden mehr durchstellt oder nur noch Leute, die zufällig alle falsche Antworten geben.

    Da gebe ich dir völlig recht, keine Frage.

    Ich habe auch nichts gegen die Aufklärung, die du betreibst, ebenso wie Stefan Raab z.B. und ich kenne viele Video-Schnipsel, die sich Leute inzwischen gegenseitig zusenden – oft, um sich über die Leute zu amüsieren, die auf diese Sendungen hereinfallen, aber auch das hilft ja. Ich habe den Fall nur aufgegriffen, weil du hier die Regelung der Landesmedienanstalten angegriffen hast – und da kann ich dir nicht folgen.

  5. # 5 Daniel B. schreibt:

    Ich glaube, dass es in der Kernfrage ja eigentlich darum geht, wieviel „Überwachung“ (dem Wort haftet in neuerer Zeit ja Negatives an, aber ich benutze es trotzdem mal!) notwendig ist, um den Bürger zu schützen.
    Dass ein Grundmaß Voraussetzung ist/sein sollte, kann man schwerlich bestreiten. Doch man muss aufpassen, dass der Beschützerwahn nicht zu sehr die freie Tätigkeit und Möglichkeit des Geldverdienens der Betreiber einschränkt. Das ist ein allgemeiner Grundsatz finde ich, den man also auch auf das CallInTV-Beispiel anwenden kann. Moralisch in Ordnung ist deren Vorgehensweise sicherlich nicht, aber erlaubt dieser (begründete) Zweifel eine (zu?) strikte Reglementierung?

  6. # 6 Thomas W. schreibt:

    Ich denke was Stefan uns in seinem Blog mitteilen wollte ist das nicht nur in der deutschen Gesetzgebung Lobbyisten großer Konzerne mitarbeiten oder diese erstellen. Genau so funktioniert es eben auch im kleinen Rahmen bei Richtlinen die eigentlich den Verbraucher schützen sollten!
    Und wer von uns hat nicht schonmal dort angerufen weil er sich total sicher war die richtige Lösung wissen und es im Ergebnis auch hatt, aber er eben nicht durchgekommen ist, ähnlich verhält es sich eben auch in diesem Fall, durch die Lösungen Seat und Honda wurde suggeriert das es sich um gebräuchliche Marken handelt.

    Ach und „allgemein zugänglich“ wäre für mich schon die Bibliothek, aber als Berliner nach München zu fahren wäre schon etwas zu viel verlangt …

  7. # 7 Nordtrollster schreibt:

    Ich erinnere mich an Wortsuche-Sendungsabläufe bei denen die Moderatoren und Moderatorinnen immer wieder Sätze sagten wie „Das ist doch nicht so schwer“ oder „Denken Sie einfacher“. Und am Ende kamen als Lösung dann natürlich ganz seltsame *hust* einfache und gebräuchlich Wörter raus. Wie in der legendären DSF Sendung über die TV Total berichtete (http://www.youtube.com/watch?v=jH-Wl9MuDwc): „Spielunterlassung“, „Spielpfanne“ (ne is klar), „Spielstörer“ (Moderatorin „der Spielverderber“. Nur war das leider nicht die Lösung), „Spielblitz“, „Spielpfosten“ (Zitat „kennt ihr alle“. Ja, nur als Torpfosten), „Spielmosaik“ (Zitat „kennt ihr auch“. Ich schon mal nicht) und schließlich „Spielraster“. Verhöhnt pardon verabschiedet wurden die Zuschauer dann mit „so leicht, so leichte Worte“.

    Oder die immer wieder gern genommenen „Begriffe mit Haus“: Akut-Kranken-Haus, Zahnärzte-Haus, Südland-Haus, etc. Und wer wünscht sich nicht vom großen Gewinn ein „Weiher-Haus“ in Karthaus (eigentlich eine Stadt/Region, war aber auch mal eine Lösung)?

    Das sind dann fast immer Wörter mit 0 Fundstellen bei Duden, Brockhaus, Wikipedia & Co. Aber von der Zielgruppe einer nächtlichen Quizsendung kann man natürlich erwarten, dass sie noch weitere Nachschlagewerke aus Uni-Bibliotheken konsultieren und mehr Allgemeinwissen besitzen als der Hauptgewinner bei „Wer wird Millionär“. Ist ein Wort schon „allgemein zugänglich“, weil es irgend jemand mal geschrieben hat oder man es bei Google finden kann? Was wäre dann mit falsch geschriebenen Wörtern? Die Quizsender drehen sich die Regeln wie es gerade passt.

  8. # 8 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    Was Stefan auch kritisiert, ist ja, dass das Kriterium der „allgemeinen Zugänglichkeit“ in der Begründung der LMA gar nicht genannt wird…wer weiss, warum. Schaut euch mal die „10 unglaublichsten Gewinnspiellösungen“ an, ist quasi Pflichtliteratur – und auch noch frei zugänglich, nämlich unter meinem Link in Folge 3!

  9. # 9 kohli2703 schreibt:

    Zitat: „Letztlich müssen Gerichte entscheiden, was in einer konkreten Situation tatsächlich unter so einer Formulierung wie „allgemein zugänglich“ verstanden werden soll, und das ist auch gut so, weil die Gesetzbücher und Verordnungen sonst noch umfangreicher und undurchschaubarer wären.“

    Mit verlaub, das ist eben NICHT gut so. Die laxe Formulierung öffnet Tür und Tor und genau das ist ja auch die Masche der Anbieter. Warum also nicht festlegen, dass die Wörter im Duden zu finden sein müssen?

    Und zu behaupten, „Jeder weiß das, und jeder kann frei entscheiden, ob er teilnimmt“ ist auch ne ganz naive Vorstellung. Bei all diesen Sendungen wird mit dem Unwissen, bzw. beschränkten Horizont der Zuschauer Kasse gemacht. Von fair und transparent kann da keine Rede sein, hier ist die Methode Programm.

  10. # 10 Das Projektil schreibt:

    Die Kernfrage bei dieser Thematik ist doch folgende:

    Soll der Gesetzgeber die Dummen durch schärfere Regelungen vor sich selber schützen? Sicher kennen einige das (kaufmännische?) Sprichtwort „Jeden Morgen steht irgendwo ein Dummer auf“. Mit genau diesen Leuten machen diverse Sender doch hauptsächlich Kasse.

    Das auch hin und wieder, wie Stefan Niggemeier schreibt, ein durchaus gebildeter und intelligenter Zuschauer auf solche Sendungen herein fällt, mag natürlich sein. Ich unterstelle mal, dass dies dann wohl vor allem Leute sind, die solche Sendungen bisher nicht gesehen hatten.

  11. # 11 Das Projektil schreibt:

    ++Kurzes OT++
    Ich möchte mich bei Jörg an dieser Stelle mal für sein sehr informatives und symphatisches Blog bedenken. Besonders gut finde ich, dass Jörg auch bei heiklen Themen (z.B. Islamismus) nicht wie andere Blogger – beispielsweise der Spiegelfechter – vermeintlich „rechte“ Kommentare löscht. Na ja, man vergleiche nur mal die Fotos der Personen. Während Jörg offen und freundlich herüberkommt, wirkt der Spiegelfechter ziemlich arrogant (wie sein Blog) – ok, das ist jetzt oberflächlich, aber musste mal gesagt werden.

    Also, mach weiter so, Jörg!
    ++Ende OT++

  12. # 12 Jörg schreibt:

    Dass es die Marktwirtschaft erlaubt, dass Leute, die uninformiert oder naiv sind, durch rücksichtslose, unmoralische Praktiken „über den Tisch gezogen werden“ ist eine ihrer unerfreulichen Nebenwirkungen. Der Staat hat hier einen Balance-Akt zu vollbringen: Er muss Regeln definieren, die diese Nebenwirkung eindämmen aber gleichzeitig die Freiheit des Vertragsschlusses und der Entscheidung des Einzelnen nicht so weit einschränken, dass andere unerwünschte Nebenwirkungen entstehen.

    Hier muss immer abgewogen werden, wie groß der Schaden für den einzelnen sein kann. Wenn jemand ein paar hundert Euro verspielt, ist das tragisch, aber im allgemeinen auch für hn zu verschmerzen – und wenn nicht, bietet der Staat andere Hilfsmittel (Stundung der Schulden usw.) Dafür würd ich ungern weitere Rechtsvorschriften in Kauf nehmen.

    OT: Danke, projektil, für das Lob.

  13. # 13 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    @Jörg: Da muss ich mal entschieden widersprechen. Zum einen: Warum und mit welcher gesetzlichen Grundlage verbannt man die Hütchenspieler aus den Städten? Dort weiss man genau, dass man nichts gewinnen, sondern nur verlieren kann. Warum sie nicht gewähren lassen? Lasst die dummen doch ein paar Hundert Euro verlieren! Ich möchte hier keinesfalls die Gewinnspielbetreiber als Hütchenspieler bezeichnen, ich führe das Beispiel nur an, um zu verdeutlichen, wo man die Dummen schützt! Hütchenspieler sind dreiste Gauner, das sind Gewinnspielbetreiber in keinem Fall, zumindest könnte ich das nicht vor Gericht beweisen. Klar ist, dass letztere die bessere Lobby und Anwälte haben und sich völlig auf der Seite des Gesetzes befinden. Ich hoffe, das ist klar geworden…
    Und jetzt dazu, wer „da“ anruft. Oft sind es ältere Menschen, die ihre Rente da verspielen. Die Fernsehen noch aus einer Zeit kennen, in der man ihm 100%ig vertrauen konnte. Als Nachweis drei Links zur Daueranruferin Brigitte.
    http://de.youtube.com/watch?v=Y7j5OehXQpM
    http://de.youtube.com/watch?v=STm_lmjXkTw
    http://de.youtube.com/watch?v=0×0rZsAXh3E

  14. # 14 nixloshier schreibt:

    danke, stirnlippenbasilisk. ich dachte schon, ich müsste hier jetzt einen kleinen roman schreiben, aber du hast das wesentliche abgedeckt. es gibt nicht nur „schlaue“, kritische, reflektierte menschen da draußen. und oft haben exakt diese auch noch dummerweise mehr zeit vor dem fernseher. aus vielerlei gründen, die man sich vergleichsweise einfach selbst herleiten kann.

  15. # 15 Das Projektil schreibt:

    Es gab nie eine Zeit, in der man „Fernsehen 100%ig vertrauen konnte“. Das möchte ich mal ganz kleinkariert festhalten dürfen ;-)

    Die Medien manipulieren und täuschen uns wahrscheinlicher viel häufiger, als wir es realisieren.

    Ansonsten stimme ich Stirnlappenb. insofern dazu, dass die Gesetzeslage beim Thema „Call-in“ leider wirklich sehr löcherig ist und dies von den entsprechenden Unternehmen zum Nachteil der Zuschauer ausgenutzt wird. Sollte man es komplett verbieten? Nein. Sollte man klarere Regeln aufstellen? Ja.

  16. # 16 Hag schreibt:

    @Jörg
    Du referierst hier etwas am Thema vorbei.
    Deine Angst vor zuviel Bürokratie kann ich ja noch ansatzweise verstehen. Aber hier geht es gar nicht darum, ob es „weitere Rechtsvorschriften“ geben soll, oder nicht.
    Es geht um eine neue Fassung der Richtlinien für Gewinnspiele im Fernsehen. Da entsteht keine zusätzliche Bürokratie.

    Warum es hier ein Vorteil sein soll, wenn die Formulierung schwammiger gehalten wird, kann ich nicht nachvollziehen. Denn im Falle eines Rechtsstreits, wäre eine eindeutige Sachlage mit wesentlich weniger Papierkrieg vor Gericht verbunden, was ja – wenn ich Dich richtig verstehe – in Deinem Interesse ist.

    Sehr grenzwertig finde ich übrigens immer das totschlag Argument der „Selbstverantwortung“. Abgesehen davon, dass es sicher viele Fälle (gerade beim Call-in-TV) gibt, wo Menschen sich selbst überlassen werden, die dazu einfach nicht in der Lage sind, glaube ich, dass eine Gesellschaft, die zu 100% jeden alles machen lässt, nicht funktioniert.
    Klar ist „Selbstverantwortung“ toll, gut, richtig und wichtig. Aber „Rücksichtnahme“ und ein „Verantwortungsbewusstsein-anderen-gegenüber“ rocken manchmal auch ;-)

  17. # 17 Liang Ting schreibt:

    Wann setzt sich Herr Niggemeier endlich für die Rummelplatzbesucher ein, die an der Losbude ein paar Euro für Lose ausgeben? Und selbst, wenn sie gewinnen, bekommen sie nur Ramsch aus China.
    Dieser Einsatz für die armen Opfer von 9Live und Callactive ist eine Groteske. Herr Niggemeier macht sich damit nur lächerlich.
    Dagegen lobe ich mir den Blogbesitzer hier. Der geht mit der unbedeutenden Angelegenheit relativ entspannt um.

  18. # 18 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    @17 Wann? Das kann ich Ihnen sagen. Dann, wenn der Losbudenbesitzer
    1. seine Lose nur an jeden 100. Besucher verteilt, und trotzdem die anderen 99 abkassiert.
    2. seine Kumpels Lose ziehen lässt…aus einem 2. Eimer, der nur die Gewinne enthält.
    3. den Kunden sagt, er würde in 10 Sekunden seine Bude zumachen, dabei ists erst 2 Stunden vor Feierabend.
    4. Minderjährige für Punkt 1 zahlen müssen, aber nicht gewinnen dürfen.
    5. Wenn das Ordnungsamt das alles zur Kenntnis nimmt, aber nicht einschreitet.

    Mehr fällt mir gerade nicht ein. Noch Fragen? Und danke für das Bild.

  19. # 19 kohli2703 schreibt:

    @ Liang Ting: Das ist dermaßen am Thema vorbei, das will ich eigentlich gar nicht kommentieren. Tue ich aber trotzdem:

    * Kein Losbudenbetreiber baut unverhältnismäßig Druck auf den Rummelplatzbesucher auf.
    * Kein Losbudenbetrieber gaugelt falsche Tatsache vor.
    * Beim Losbudenbetreiber gibts „Gewinn“ und „Niete“, nix anderes.
    * Beim Losbudenbetreiber gibts gegen Gegenwert ein Los in die Hand, beim Call-In ne Computerstimme
    * Beim Losbudenbetreiber kann ich Einfluss darauf nehmen, welche Los ich mir greife. Bei Callactive läuft das anders (ich will es nicht präzisieren, Callactive klagt ja gerne Kritiker klein).

    Niggemeier-bashing mach doch bitte bei ihm im Blog und dann am besten mit ein paar besseren Argumenten als dem, dass es sich hierbei um ein belangloses Thema handeln würde.

  20. # 20 kohli2703 schreibt:

    haha, zwei dumme….

  21. # 21 Liang Ting schreibt:

    Lieber Stirnlappenbasilisk!
    1. Der Anruf kostet 50 Cent und entspricht dem Los. An dieser Stelle wird nichts Falsches erzählt.
    2. Wegen dieser Behauptung verlor Herr Niggemeier bereits vor Gericht gegen Callactive.
    3. Auch ein Losverkäufer drängelt dauernd.
    4. Selbst Minderjährige sind nicht so blöd, anzurufen, wenn sie keine Gewinne erhalten.
    5. Ich bleibe dabei: Wer anruft, ist selber schuld.

  22. # 22 redled schreibt:

    Es ist doch schon lange keine Frage mehr, was die Moderatoren
    bei bestimmten Veranstaltern so von sich geben, oder ob es vielleicht
    Verkaufsgewäsch ist. Posting (18) trifft den Nagel auf den Kopf.
    Es geht mittlerweile um ganz andere Dinge, die auch schon in einigen
    Kommentaren durchblitzen. Und hier muss man sich die Frage stellen,
    wer oder was seine schützende Hand vermutlich über einige Veranstalter hält. Und sich dann die Frage stellen, wer und warum man Interesse daran hat, daß es so weitergeht. Denn ohne starke Rückendeckung kann dies niemand in der
    Öffentlichkeit über Jahre durchziehen. Einen Schlüssel findet man in der Goldmedia Studie 2006 im Auftrag von CA (gute 150Seiten, aber es lohnt sich). Dort fällt ein wichtiger Satz. Genau hier muss man ansetzen und die Beteiligten zur Rede stellen.
    Jeder Betroffene weiß, was ich damit meine. Es geht mittlerweile auch
    um Medienfreiheit, Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit gegenüber den Verbrauchern.
    Wer mit bestimmten Mitteln seine Geschäftspraktiken durchsetzt, Kritiker
    von allen Seiten mit Steinen bewirft und evtl. Material mit geschickt formulierten
    Sätzen von der Masse fern hält, sollte mal genauer befragt werden.
    Es ist einfach unglaublich, daß niemand aussprechen darf, was sich sich so leicht
    prüfen lassen könnte. Man müsste sich nur zusammen raufen =)
    Stoff gibt es mehr als genug. Nur kein Rezept…

    Gruss Rico

  23. # 23 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    Zu Punkt 2: Ich habe nichts behauptet, ich habe nur den imaginären Losbudenverkäufer beschrieben.
    Punkt 4: Und ob sie anrufen! Noch nie gesehen, was? Ich poste noch mal einen Link: http://www.programmbeschwerde.de/front_content.php?idcat=265
    da speziell das Posting von K. Schulz.
    Wenn jemand eine Behauptung nicht beweisen kann, heisst das nicht dass sie falsch ist. Warum hat die britische Aufsichtsbehörde denn schon reagiert bei einem Veranstalter, der nachweisbar manipuliert hat, und zufälligerweise ist auch Endemol daran beteiligt? http://www.guardian.co.uk/media/2007/jun/26/broadcastingethics.ofcom
    Irgendwie hat man doch den Eindruck, als sei der einzige Unterschied das Vorgehen der Medienaufsicht.

  24. # 24 Liang Ting schreibt:

    Lieber Kohli2703!
    Wann warst Du das letzte Mal auf einem Rummelplatz? Und standest in der Nähe einer Losbude? Und hast dem Losbudenverkäufer zugehört? Und was hat er aufgebaut? Druck. Psychologischen Druck. Wie Max Schradin von 9Live, der früher einmal Losverkäufer war.
    Und was hast Du getan? Hast Du ein paar Lose gekauft oder bist Du weiter gegangen? Und als Du neulich bei 9Live gelandet warst? Hast Du angerufen oder bist Du zum nächsten Programm gezappt?
    Beim Losbudenverkäufer gibst Du auch erst das Geld. Dann bekommst du meistens eine Niete, manchmal einen Gewinn, der auch nur Schrott ist.
    Bei 9Live ist es genauso. Du bekommst fast immer eine Niete. Manche kommen durch. Das ist wie ein Freilos. Dann dürfen sie raten. Und dann gibt es wieder eine Niete oder ganz selten einen Gewinn.
    Call-in-TV ist der moderne Losbudenverkauf für Leute, die zu faul sind, auf den Rummelplatz zu gehen.
    Und das soll wichtig sein? Das ist doch lächerlich. Einfach nur lächerlich. Wenn sich ein mehrfacher Adolf-Grimme-Preisträger damit befasst, kann ich nur sagen: Armes Deutschland, arme Blogossphäre.

  25. # 25 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    Lieber Liang,
    oben hängt noch ein Beitrag von mir in der Pipe, wahrscheinlich wird hier moderiert, wenn man verlinkt.
    Es gibt nicht nur 9Live. In 5 min beginnt der Moneyexpress auf VIVA 2, Kika etc. Schaus Dir einfach mal an und frage Dich, warum es Menschen gibt, die den Ablauf genau vorhersagen können, ohne Mentalisten zu sein. Ich kann Dir z.B. schon mal prophezeien, dass es zwischen 0:20 Uhr und 3:00 Uhr keine Gewinner geben wird.

  26. # 26 Liang Ting schreibt:

    Lieber Stirnlappenbasilisk,
    wenn man einige Male dem Losbudenverkäufer auf dem Rummelplatz zugehört hat, kann man seine Sprüche auch vorhersagen. Wer zwingt Dich denn, diese Sender zu schauen oder dort anzurufen? So doof wirst Du doch nicht sein.

  27. # 27 Das Projektil schreibt:

    Achtung, #24!

    Die Redakteure diverser Call-in-Sendungen verfolgen durchaus Foren und Blogs… vielleicht gewinnt jetzt doch einer, sozusagen als Trotzreaktion ;-)

  28. # 28 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    Das ist mir schon klar, die Hoffnung ist, dass sie diesen Blog nicht verfolgen..es geht ja über 2 Ecken quasi. Tiere aus HAUSTIER ist allerdings ein Klassiker.
    Und wer gewinnt um 3:04 Uhr? Der Jürgen?

  29. # 29 redled schreibt:

    Ist doch ausgezeichnet, wenn sich ein Grimme-Preisträger damit befasst =)
    Ich brauche keinen Grimme-Preis dafür. Das ist keine Frage des Titels oder irgendwelcher Preferänzen. Gesunder Menschenverstand und ein wachsames
    Auge und vieleicht noch ein Ohr genügen.
    Es geht hier auch nicht um 9live. Es geht um fragwürdige Geschäftspraktiken
    und nicht um poplige Lose. Nein, mit „Losbudendrückern“ hat das nichts mehr zu tun. Hier geht es um viel Geld, sehr viel Geld. So viele Lose könnten selbst alle Losbuden-verkäufer zusammen genommen in Deutschland nicht verhökern. Mag schon sein, daß Call-In-TV (schön, daß Du es so schreibst=)) für Leute vor dem TV eine recht bequeme Art ist, Ihren letzten Telefongroschen in etwas zu investieren, was auf die Schnelle kaum zu durchleuchten ist. Morgen schauen sie es nicht mehr, weil kapiert. Ist es deshalb auch rechtlich sauber? Keiner verteufelt Callmedia-TV.
    Stell Dir vor, der Loskäufer und hundert weitere „Kunden“ stehen da und überlegen. Kaufen oder nicht Kaufen*grübel*
    Und dann kauft einer ganz spontan nur 1Los und gewinnt einen dicken Eisbären.
    Das soll vorkommen und ist tatsächlich Glück. Wenn er aber morgen und übermorgen und überübermorgen(*gg*) wieder den Eisbären gewinnt und die Leute kgreifen wie die Irren in die Trommel, weil sie meinen viele Gewinne lauern darunter, dann darf man doch mal genauer hinschauen, oder etwa nicht?. Nein? Warum nicht? Nehmen wir mal an, wir sehen, daß der Glückliche tatsächlich den Eisbären jeden Tag mit nur einem Los zieht…Zufall? Ach ja=).
    Nein? Warum zum Teufel, schafft es dieser Glückliche jeden Tag mit nur einem Los den Eisbären zu gewinnen. Beinahe hätte ich ihn nicht erkannt…er hat sich verkleidet…verdammt. Und gestern hatte er Rote Haare…hm.
    9live? Wem interessiert 9live? Dich? Wirklich?

    Hm…

  30. # 30 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    Vier Tiere aus FLASCHE! LOFLOL… Das gabs doch schon als Höhlenzeichnung!
    @26: Das tue ich auch meist nicht, ich lese mir die Zusammenfassung morgens in Foren durch. Wenn ichs mal schaue, dann – das geb ich zu – ist das ne Art Schaulust. Dann aber auch nicht bis zum Schluss.

  31. # 31 Liang Ting schreibt:

    Ich schaue gerade die Diskussion auf Phoenix. Da kann ich nichts gewinnen, selbst neue Erkenntnisse selten. Gerade spricht Herr Lauterbach. Vielleicht sollte ich doch zu 9Live umschalten.

  32. # 32 Jörg schreibt:

    In meinem Blog-Artikel ging es eigentlich nicht um die Frage, welche Gewinnspiele erlaubt sein sollten und welche verboten werden sollten. Natürlich ist das eine Frage, die im Zusammenhang mit verschiedenen Sorten von Spielen und verschiedenen Entscheidungen zu unterschiedlichen Spieltypen die Menschen bewegen – aber da bin ich kein Spezialist und habe auch nicht genügend Berührungspunkte.

    Mir ging es um die Frage, ob die Formulierung, ein Begriff müsse „in allgemein zugänglichen Nachschlagewerken oder in allgemein zugänglicher Fachliteratur“ gefunden werden können, hinreichend präzise ist, um in einer Vorschrift verwendet zu werden. Hier stehe ich auf dem Standpunkt, dass dies so ist, und dass es die Aufgabe von Juristen und letztlich der Rechtssprechung ist, im Einzelfall zu klären, ob ein Fall dem entspricht oder nicht. Man kann solche Regeln immer nur zeitlich und räumlich konkret auslegen. Gegenwärtig würde ich z.B. ein Buch, welches in den meinsten öffentlichen Bilbiotheken ausleihbar ist, als allgemein zugänglich bezeichnen, in 10 Jahren wirde man den Begriff wahrscheinlich anders fassen.

    Die verschiedenen Beiträge zu Gewinnspielen, die Vergleiche zwischen Fernsehsendungen und Losbuden und Hütchenspielern sind für mich sehr interessant und anregend.

    Hier ein paar nicht zusammenhängende Gedanken:

    Unter dem Gesichtspunkt, dass der Staat gerade in den letzten Monaten die Spielsucht bekämpft und dabei sogar Einnahmeverluste bei den Staatlichen Lotterien in Kauf nimmt, kann ich mir finanzielle Interessen des Staates eigentlich nicht vorstellen. Ich denke, dass das Gesammtvolumen der Gewinne und Verluste (sowohl finanziell als auch politisch) bei nächtlichen Ratesendungen einfach doch zu gering ist, als dass der Staat sich zum Eingreifen gezwungen sieht. Wenn bei 5-10 Fernsehsendern pro Nacht vielleicht 10.000 € vertelefoniert werden (vielleicht sind es auch mehr – ich habe keine Ahnung) dann sprechen wir von einem monatlichen Volumen von 3 Mio € – und selbst wenn es 30 Mio sind, ist das Gesammtwirtschaftlich einfach gegenüber anderen „Branchen“ immer noch wenig, sehr wenig.

    Merkwürdigerweise glauben viele Kommentatoren, dass sie Dinge einfach durchschauen, trauen aber den anderen Fernsehzuschauern diese Kompetenz nicht zu. Ich gebe zu, dass jemand, der einmal kurz in eine solche Sendung hineinschaut, vielleicht glaubt, da jetzt schnell was gewinnen zu können. Es mag sein, dass dieser jemand dann auch kurzfristig viel Geld verliert – aber dann aus Schaden klug wird. Dagegen helfen aber keine strengeren Regeln und Verbote, sondern Aufklärung. Wahrscheinlich haben durch die Stefan-Raab-Sendungen viele Leute das erste Mal von den nächtlichen Ratesendungen erfahren – und schauen das jetzt nur noch zur Belustigung. Das ist der richtige Weg.

  33. # 33 Toni schreibt:

    Den Vergleich zwischen Losbude auf dem Rummelplatz und Call-In habe ich für mich vor einiger Zeit auch schon angestellt. Dabei kam ich zu dem Schluss dass dieser Vergleich vor allem wegen einem Aspekt nicht funktioniert: die physische Präsenz zwischen Losverkäufer und Käufer.

    Man stelle sich vor, der Losverkäufer würde vor der versammelten Menschenmenge behaupten es würde über Stunden kein einziges Los verkauft („Niemand schaut zu“, „Keiner hat die Lösung“) während für jeden ersichtlich tausende Lose tatsächlich verkauft werden. Weiterhin behauptet der Losverkäufer ein Großteil der Lose wären Treffer, ca 10-50% (angeblich offene Leitungen), doch zehntausende Lose entpuppen sich nach der Reihe als Nieten. Die Menge wird Zeuge von zahlreichen weiteren Falschaussagen, etwa dass unter den nächsten paar verkauften Losen ganz bestimmt ein Treffer dabei ist (sinnlose Countdowns).

    Diesen Auftritt würde sich der Losverkäufer sicher nur begrenzte Zeit leisten, da ihm die getäuschte Menge bald die Bude auseinander nimmt.

    Grundsätzlich versagt der Vergleich schon im Ansatz weil beim Call-In der Glücksspielcharakter verschleiert wird durch die Geschicklichkeitsaufgabe. Analog dazu müsste ein Losverkäufer, der tatsächlich auch Gewinnerlose verkauft, diese aber an die Beantwortung einer Rätselfrage koppelt, sich über Stunden hinweg taub stellen wenn ihm jeder der einen Treffer zieht ihm die richtige Antwort zuruft. Am Ende bricht er die Show sogar ohne Gewinner ab weil er angeblich keine richtige Antwort gehört hat. Möchte sehen welcher Losbudenbesitzer so ein verhalten gesundheitlich unbeschadet übersteht. Aber aus dem sicheren Fernsehstudio geht das natürlich problemlos.

  34. # 34 Das Projektil schreibt:

    @Jörg

    Zu den Summen hier ein Zitat aus der Wikipedia:

    Der Umsatz von 9Live betrug im Jahr 2002 60,6 Millionen Euro und 78,7 Millionen Euro im Jahr 2003. Man geht von bis zu 20 Millionen kostenpflichtigen Anrufen bei 9Live pro Monat aus, wobei die Wahrscheinlichkeit bei 1:2500 liegt, in das Studio gestellt zu werden. Von den Anrufkosten in Höhe von 0,50 Euro aus dem Festnetz der Deutschen Telekom oder 0,70 Euro pro Anruf aus Österreich verbleiben bis zu 70 % beim Sender.

    Es geht also schon um sehr viel Geld.

  35. # 35 Das Projektil schreibt:

    Nachtrag: Ob die Angaben – insbesondere zur Wahrscheinlichkeit – so stimmen, weiß ich natürlich nicht.

    Den Beitrag von Toni kann ich übrigens nur unterschreiben.

  36. # 36 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    Sehr gut ausgedrückt, Toni! Oder wie Oliver Kalkofe es auf den Münchner Medientagen 2007 ausdrückte: „Einem Hütchenspieler auf der Straße können Sie noch in die Fresse hauen, aber einem Moderator in der Quiznight leider nicht!…[Diese Quizshows sind] auf den geringen Teil des Publikums abgezielt, der den offensichtlichen Betrug [sic] einfach nicht bemerkt, und vielleicht noch stolz darauf ist, dass sie jetzt alleine noch das Telefon bedienen können, ohne Helfer, im Heim!“
    Aber rechnen wirs doch kurz mal durch. Es ging ja ursprünglich um „Automarken mit A“. Das ganze lief auf Moneyexpress. Es gibt 5 richtige Lösungen.
    Dann nehmen wir doch mal die oben erwähnte „Enzyklopädie des Automobils“ zur Hand(!) (Oder schauen bei Wikipedia, da gibt es auch eine Liste). Darin dürften – sagen wir mal- 6000 Marken stehen (das Buch hat 480 Seiten). (Tut mir leid, da müsst ihr jetzt durch!) In ca. jeder 3. dürfte sich ein „A“ befinden. Dann haben Sie eine Chance von 0.25 %, dass ihre Marke richtig ist. Jetzt muss man noch durchkommen. Nehmen wir mal wohlwollend Deine oben erwähnten 20.000 Anrufe, von denen (weil Du ja überzeugt bist, dass Deine Automarke die gesuchte ist!) 50 auf Dich fallen. (Es sei denn Du heißt Brigitte und rufst 300 Mal an.) 0.25 % aller Anrufe stammen also von Dir. In 3 Stunden Sendung werden so ca. 100 durchgestellt, bei Automarkenraten ein durchaus realistischer Fall. Ergibt sich also (man korrigiere mich, wenn ich einen Denkfehler mache!) 0.25%*0.25%*0.5%, das ist ca. 3:100 Mio. Bis jetzt ein fairer Deal, wenn ihr mit 25 € Lotto spielen würdet, wäret Ihr aber deutlich besser dran.
    Bei Moneyexpress ist es so, dass die zu ratenden Automarken nicht (wie bei 9live) auf einer Flipchart stehen, sondern elektronisch eingeblendet werden, und die Lösungsumschläge irgendwie nicht ständig im Bild sind. Das muss natürlich überhaupt nichts heißen, vor allem kein Betrug, aber, wenn Dir demnächst mal Schrödingers Katze über den Weg laufen sollte, dann rate ich Dir, mal ein paar € zu investieren.
    Zum Schluss nur noch ein paar Stichworte, über die man mal nachdenken sollte: Glücksspielmonopol, Medienstandort, Gewerbesteuer, „Auch privater Rundfunk hat eine öffentliche Aufgabe!“ (Dr. Gerd Bauer, LMA Saarland)

  37. # 37 wow gold schreibt:

    Es gebe somit keinen Anlass für die LfM, gegen MTV vorzugehen – „wenngleich nachvollziehbar bleibt, dass die Antwort ausschließlich einem Kreis speziell Interessierter bekannt sein dürfte”.

  38. # 38 romanmoeller schreibt:

    Ich gebe allen recht, die sagen, das der Anrufer selber Schuld ist! Mittlerweile ist ja wirklich ausreichend berichtet wordem, das NeunLive nur den Gewinn maximieren will und seine Mission nicht im Sanieren von verschuldeten Existenzen sieht.

    Aber noch ein Gedanke zur „allgemeinen Zugänglichkeit“ – kommen wir einer genaueren Definition nicht besser auf die Spur wenn wir fragen: Ab wann ist eine Information nicht mehr allgemein zugänglich?

    Für mich ist eine Information allgemein zugänglich, wenn sie allen Bevölkerungsschichten unabhängig von Ort, Bildungsstand und finanzieller Lage ohne größeren Aufwand zugänglich ist. Wenn also in einer Bibliothek in Münster irgendwo ein Buch rumliegt, wo ein exotisches Auto erwähnt wird, dann ist das sicher nicht allgemein zugänglich. Genauso das Beispiel mit dem Internet: sicher erfreut sich das Internet einer steigenden Beliebtheit, doch ist es vor allem für die jüngere Generation leichter zugänglich als für ältere Semester.

  39. # 39 df1as schreibt:

    Es kommt doch überhaupt nicht auf die Zugängigkeit dieses einen Buches an. Die Informationen aus diesem Buch sind außerdem noch an einigen anderen Stellen vorhanden. Im Internet wird man sicher fündig, nicht nur, wenn man in besagtem Forum zuhaus ist.

    Schon die Tatsache, dass erst um 03:03 h eine 10-sekündige Auflösung präsentiert wird, reicht aus, dass genügend spielsüchtige, also kranke Menschen dort weiterhin ihr vermeintliches Glück suchen, denn die hören ja nur, dass die noch gesuchten Lösungen viel einfacher sind, als die bereits für lumpige hundert Euro aufgedeckten Köder.

    Weiters liegt doch offensichtlich ein Missbrauch des Inkassobetriebs Telefonanbieter vor. Wo kann man sonst einen Lotterieschein auf Pump kaufen? Etwa beim Losverkäufer auf dem Jahrmarkt? Beide Medien, Rundfunk und Telefon, werden fahrlässig als Gelddruckmaschinerie für einige wenige Großkapitalisten mit Geschäftsidee freigegeben. Und die Seuche breitet sich immer weiter aus. Nur in der Schweiz und in Großbritannien gabe es von stattlicher/behördlicher Seite bislang etwas Gegenwind.

    Bei allen Postern, die mit ihrem „Wer anruft, ist selber schuld!“ hier argumentieren, kann ich nur den Kopf schütteln.

  40. # 40 Jörg schreibt:

    @Stirnlappenbasilisk: Danke für die überschlägliche Rechnung, die sieht plausibel aus. Überhaupt Danke für die interessanten Beiträge, auch an alle anderen.

    @RomanMöller: Wenn man so an die Frage der allgemeinen Zugänglichkeit herangeht, bleibt nichts mehr übrig.

  41. # 41 Jörg schreibt:

    @#37 und @#39 : Eure Kommentare saßen im Spam-Filter, warum auch immer. Vielleicht solltet ihr euch andere Namen zum Kommentieren ausdenken.

  42. # 42 Stirnlappenbasilisk schreibt:

    @40 Jörg: Ja, mittlerweile habe ich festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit bei ca. 1:10 Mio liegt, also etwas besser als oben behauptet. Da man sich aber bei den Gewinnen im Bereich der 5 Richtigen befindet, spielt man doch lieber Lotto. Aber nur mit Schrödingers Katze als Haustier ;)
    @25 Übrigens hatte ich recht an dem Tag: Kein Gewinn zwischen 0:20 Uhr und 3:04 Uhr, wie gestern auch.
    Noch eine Anregung zur allgemeinen Zugänglichkeit, könnte man es so auslegen, dass man die Möglichkeit haben sollte, sich die Information von Bekanntwerden der Aufgabe (0:00 Uhr) bis Sendeende (3:00 Uhr) zu beschaffen? Meinetwegen mit Internetanschluss.
    Und was die angesprochenen gesetzlichen Regelungen betrifft: Man sollte die vorhandenen einsetzen. Mir war es wichtig, hier die Methoden anzudeuten, weil man differenzieren muss, womit man es zu tun hat: einer Losbude, einem Hütchenspieler oder einem Trickbetrüger. Für die drei gibt es natürlich unterschiedliche Sanktionierungsmöglichkeiten.
    Schön, dass sich hier alle zügeln um dem Betreiber keinen rechtlichen Ärger zu machen. Sind viele dabei, die wissen, was sie tun!

  43. # 43 romanmoeller schreibt:

    @df1as: Kannst du das etwas genauer ausführen, das die „Selber Schuld“-Argumentation bei dir nicht sehr gern gesehen ist? Ich rufe da nicht an, weil ich aus etlichen Medienberichten oder auch Blogbeiträgen wie diesem weiß, das die mich nur um mein hart verdientes Geld bringen wollen. Was ist daran denn auszusetzen?

  44. # 44 Toni schreibt:

    @RomanMöller: Daran ist natürlich gar nichts auszusetzen, wenn alle so wären wie Du dann gäbe es diese Gewinnspiele gar nicht. Deine Medienkompetenz bewahrt dich davor, dein hart verdientes Geld zu verzocken.
    Ist es nun Zufall oder spricht 9live und co absichtlich jene Zuschauergruppe an, der es an besagter Medienkompetenz mangelt? Die ehemalige Geschäftsführerin von 9live sagte einmal der durchschnittliche 9live Anrufer wäre weiblich, über 49 Jahre und hat zuviel Zeit. Sprich, ohne alleinstehende Rentnerinnen wäre 9live kein einträgliches Geschäft. Ist diese Gruppe nun selber schuld, keine ausreichende Medienkompetenz erworben zu haben?

    Aus Neugier habe ich mal mit meiner Oma eine Kaffeefahrt mitgemacht, um zu sehen wie so eine Verkaufsveranstaltung abläuft. Im mehrstündigen, rhetorisch cleveren Vortrag gelingt es tatsächlich billigen Plunder zu Wucherpreisen an einige Leute zu verkaufen. Heute braucht Oma Müller aber gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Der Fernseher, der seit 20 Jahren bei ihr im Wohnzimmer steht, kann sie genauso gut bequatschen. Durch Call-In hat man einen Weg gefunden die Gutgläubgkeit oder latent vorhandene Neigung zur Spielsucht selbst bei den zurückgezogensten Menschen auszunutzen.

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