Jörg Friedrich


Soll das Olympische Feuer erlöschen?

08. April 2008 Kategorie: Gesellschaft |

Sind es wirklich Tibeter, die für die Freiheit ihres Landes kämpfen, die in Paris und London den Olympischen Fackellauf verhindern wollen? Auf den Bildern im Fernsehen und in der Presse ist nicht viel zu erkennen. Anhänger des Dalai Lama, der immer und überall zur Gewaltfreiheit aufruft, können es kaum sein – zu seinen Worten passen diese Taten nicht.

Wir wissen wenig über diese Leute, über ihre Ziele und Absichten. Nur eines scheint klar: mit der buddhistischen Tradition haben sie wohl kaum etwas zu tun.

Natürlich ist es eine gute Gelegenheit, im Zusammenhang mit dem Olympischen Fackellauf auf die Situation der Tibeter in China aufmerksam zu machen. Die Aufmerksamkeit der westlichen Öffentlichkeit wäre auch friedlichen Demonstranten in Paris und London sicher. Warum nutzen sie diese Gelegenheit nicht, warum sind nirgends buddhistische Mönche auf den Straßen, die über Tibet informieren?

Der Angriff auf das Olympische Feuer trifft nicht die chinesischen Machthaber, er trifft die Idee der Völkerverständigung und der friedlichen Kommunikation der Kulturen. Diejenigen, die mit Gewalt dieses Symbol des friedlichen Miteinander zum Erlöschen bringen wollen, zerstören die Plattform, auf der sie die Weltöffentlichkeit auf ihre Probleme aufmerksam machen könnten.

Die Olympischen Spiele sind noch weit. Sportler und Funktionäre könnten dafür gewonnen werden, in Peking ein Zeichen für eine bessere Welt zu setzen und einen Beitrag dazu zu leisten, dass es auch den Tibetern eines Tages besser geht, dass sie ihren eigenen Weg finden können. Aber wenn man die Symbole angreift, die den potenziellen Freunden wichtig sind, verprellt man sie.

Der Fackellauf muss weitergehen, das ist auch im Interesse der Tibeter.


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3 Kommentare to “ Soll das Olympische Feuer erlöschen? ”

  1. # 1 Vogel schreibt:

    Hi Jörg,
    zu den beiden letzten Absätzen: Träum süß! (mit anderen Worten: Es war nie so!! bzw.: Keiner wird etwas in Deinem Sinne tun [es wäre auch vergebens]!!)

    zum letzten Satz:
    Zu Tibet aus dem KStA, Nr. 68, Do./Fr. 20./21.3., Prof. Helwig Schmitz-Glintzer, u. a. Autor der “Kleinen Geschichte Chinas“

    Tibet ist seit dem 17. Jahrhundert [seit 16hundertund …!] ein Teil der mongolisch-mandschurischen Welt und damit Teil des chinesischen Reiches. […] Auch wenn man alle Fehler Chinas eingesteht, sich gegen den Einsatz des Militärs und polizeistaatliche Methoden wendet, muss man doch eingestehen, das Tibet vor 1959 ein Feudalsystem war, in dem die Führungsschicht die Mehrheit die Mehrheit der Bevölkerung als Leibeigene gehalten hat. […]

    Der Tibetansatz ist unehrlich und unseriös /siehe auch Dein Gedankenexperiment an anderer Stelle!). Für bessere Bedingungen in China demonstrieren (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Umwelt, Resourcenschonung …) iss okay, der Fokus jetzt bietet sich an!

    Beste Grüße
    Vogel

  2. # 2 Karl schreibt:

    Nur eines scheint klar: mit der buddhistischen Tradition haben sie wohl kaum etwas zu tun.

    Das dürfte ein Trugschluß sein. Die fernöstlichen Religionen / Philosophien sind bei weitem nicht so friedlich, wie uns oftmals vorgegaukelt wird. So faselt beispielsweise das Kalachakra Tantra, das ein wesentlicher Bestandteil des tibetischen Buddhismus ist, von der Weltherrschaft des Buddhismus. Auch die vielfältigen Kampfsportarten aus der Heimat dieser Religionen sprechen nicht unbedingt für deren Friedlichkeit. Die Baghavad Gita, die Bibel der Krishna-Jünger ist eine Heldensaga. Im indischen Kastensystem nimmt der Krieger den höchsten Rang nach den Kriegern ein.
    Auch eine japanische Variante kennt z.B. den Weg des Kriegers.

  3. # 3 Karl schreibt:

    Im indischen Kastensystem nimmt der Krieger den höchsten Rang nach den Kriegern ein.

    Sorry. Es muß natürlich heißen:

    Im indischen Kastensystem nimmt der Krieger den höchsten Rang nach den Priestern ein.

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