Jörg Friedrich


Archive for März, 2008

Christian Wulff und Bettina Körner: Die Modellfamilie der Zukunft

März 24, 2008 By: Jörg Category: Gesellschaft | 3 Comments →

Christian Wulff und Bettina Körner haben geheiratet. Beide haben bereits jeweils ein Kind aus erster Ehe, sie erwarten im Frühsommer ihr erstes gemeinsames Kind. Diese Eheschließung ist deshalb bemerkenswert weil sie zeigt, dass die Lebensform der Patchwork-Familie in den konservativen Kreisen der Republik angekommen ist.

Die Fragen und Probleme, die sich mit ihr stellen, sind jedoch bisher kaum ausgesprochen, geschweige denn, geklärt.
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Mit Heidegger über Davidson hinaus

März 22, 2008 By: Jörg Category: Philosophie | 9 Comments →

Warum wir so sicher sein können, etwas über uns selbst, über die Welt und über die Anderen zu wissen, das beschäftigt die Philosophen seit langem, und spätestens seit Kants großen drei Fragen gehört die Frage nach dem Fundament unseres Wissens zu den zentralen Fragen, denen sich die Philosophen immer wieder zu stellen haben.

Donald Davidson war einer der letzten, die sich diesem Problem intensiv gewidmet haben. In der Aufsatzsammlung Subjektiv, intersubjektiv, objektiv finden sich die Arbeiten des amerikanischen Philosophen zu diesem Thema.
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Die Welt der Gina Lisa, der Aline und der Heidi Klum

März 21, 2008 By: Jörg Category: Gesellschaft, Kultur | 4 Comments →

Heidi Klum heißt in den Berichten über Germanys Next Topmodel niemals nur Heidi, während die jungen Frauen, um die es eigentlich geht, immer nur bei ihrem Vornamen gerufen werden. Vor ein paar Tagen schon tauchte plötzlich der Name Aline auf: die junge Frau hatte sich vor ein paar Monaten schon einmal fotografieren lassen, allerdings war die Kleidung, die sie damals trug, der achtsamen Mutter Klum denn doch zu knapp geschnitten. Nun geistert der Name Gina Lisa durch die Medien: die Laufsteg-Aspirantin hatte sich weigern wollen, ihre langen Haare den Vorstellungen des Übermodels Klum von Schönheit und Attraktivität zu opfern.
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Schwänin Petra und Verwandte

März 20, 2008 By: Jörg Category: Kultur, Münster | 1 Comment →

Man darf eigentlich als aktiver Blogger aus Münster in diesen Tagen zum Thema Schwanenliebe (Petra und das weiße Tretboot) nicht schweigen, auch wenn man sich sonst zu lokalen Themen eher nicht äußert. Die Liebe der schwarzen Schwänin zu dem schwanenförmigen Tretboot auf dem münsterschen Aasee ist auch keine lokale Angelegenheit, ebensowenig wie Eisbär Knut nur die Berliner oder Eisbärin Flocke nur die Stuttgarter etwas anging.

Wenn gestern die Meldung, dass es zwischen Petra und dem Tretboot aus ist, unter den Top Ten der Google News stand, wenn ich bei einem Geschäftsessen nahe Bremen auf diese Tatsache Angesprochen werde, wenn heute morgen im Radio zu Ehren der verflossenen Schwanen-Liebe „Es ist vorbei -ei -ei …“ gesungen wird, dann muss ein Blogger zugeben, dass er in der Stadt seine Artikel schreibt, in der sich anderthalb Jahre lang die offenbar rührendste Liebesgeschchichte der Tierwelt abgespielt hat.
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Zwischen Olympia-Boykott und euphorischer Feier

März 20, 2008 By: Jörg Category: Gesellschaft | 2 Comments →

Von dem kommunistischen Ringer Werner Seelenbinder ist die Geschichte überliefert, dass er bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Absicht gehabt habe, im Falle eines Medallien-Gewinns den Hitler-Gruß bei der Siegerehrung zu verweigern. Zwar wurde Seelenbinder nur Vierter, welhalb dieses eindeutige politische Signal nicht zur Ausführung kam, doch zeigt schon allein der Plan, dass es zwischen dem Boykott Olympischer Spiele in einem Land, das von einer politischen Diktatur beherrscht wird und einer euphorischen Jubelfeier, die vom Regime als politische Anerkennung und Zustimmung gefeiert werden könnte, einen erheblichen Handlungsspielraum gibt, der von Sportlern und Funktionären genutzt werden kann und genutzt werden sollte.

Wenn im Sommer die Olympischen Spiele in Peking eröffnet werden, können die Teilnehmer, denen die Menschenrechte am Herzen liegen, auf vielfältige Weise zeigen, für wen ihre Herzen schlagen, mit wem sie sich solidarisieren. Olympische Spiele bieten eine Öffenlichkeit, die den Tibetern und auch den vielen Millionen Chinesen an den Fernsehern und auf der Straße zeigen können, dass der Welt ihr Schicksal nicht gleichgültig ist.
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Olympische Spiele in China boykottieren?

März 17, 2008 By: Jörg Category: Politik | 7 Comments →

In Tibet gehen chinesische Sicherheitskräfte brutal gegen Demonstranten vor, knapp ein halbes Jahr, bevor in Peking die Olympischen Spiele beginnen sollen. Verständlich, dass angesichts der Gewalt Rufe nach einem Olympia-Boykott laut werden, von denen die Sportfunktionäre allerdings nichts halten. Das ist nicht überraschend, denn Sportler wollen zum Wettkampf und „the show must go on“.

Aber sind Olympische Spiele in einem Land denkbar, in dem das Militär auf Mönche schießt? Was, wenn die erschütternden Bilder aus Tibet im Sommer noch nicht vergangen, geschweige denn vergessen sind?
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Religionsunterricht für alle

März 15, 2008 By: Jörg Category: Gesellschaft | 4 Comments →

Die dritte Islam-Konferenz hat entschieden, zukünftig neben dem katholischen und dem evangelischen Religionsunterricht auch ein vergleichbares Angebot für den Islam zu ermöglichen. Das ist natürlich nur gerecht – wenn man Religionsunterricht überhaupt an staatlichen Schulen anbieten will, dann muss man allen Religionsgemeinschaften die Möglichkeit dazu geben.

In der Umsetzung dürfte es indess Schwierigkeiten geben. Wird es für jede Richtung des isalam getrennte Angebote geben, oder werden sich die verantwortlichen Muslime auf gemeinsame Inhalte einigen können? Der Staat wird sich hier nicht einzumischen haben – dass aber ohne Moderation durch Außenstehende ein von allen islamischen Glaubensrichtungen akzeptiertes Unterrichtsmodell entstehen kann, scheint unwahrscheinlich.
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Angela Marquardt sorgt für Trennschärfe

März 14, 2008 By: Jörg Category: Politik | 1 Comment →

Abgrenzung braucht Symbole, und der Eintritt von Angela Marquardt in die SPD ist so ein Symbol.

Dass die Punkerin der PDS-Parteispitze vor Jahren schon aus der PDS ausgetreten ist, hat kaum jemand bemerkt, dass sie nun in die SPD eintritt, macht Schlagzeilen, zumal sie betont, dass sie in die Partei die LINKE, die aus der PDS entstanden ist, niemals eintreten würde.
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Das Grundgesetz und der Inzest

März 14, 2008 By: Jörg Category: Gesellschaft | 4 Comments →

Das Bundesverfassungsgericht hat den Auftrag zu prüfen, ob Regelungen, Normen und Gesetze in Deutschland mit dem Grundgesetz, insbesondere mit den dort verankerten Grundrechten vereinbar sind. Wenn man sich die Einfachheit und Klarheit der Grundrechte ansieht, glaubt man zunächst, dass diese Aufgabe nicht so schwer zu erfüllen sein kann, dass das Gericht im Allgemeinen gar nichts zu tun haben dürfte, und wenn doch, dass dann zumeist klare und einfache Entscheidungen möglich sind.

Jeder, der die Urteile der Verfassungsrichter verfolgt, weiß, dass das nicht so ist. Offenbar widersprechen sich die Grundrechte im konkreten Fall eines Gesetzes, oder die Durchsetzung des einen schränkt ein anderes ein. Verfassungsrichter sind Deuter des eigentlichen Sinns des Grundgesetzes, ihre Aufgabe ist, zu prüfen, ob eine Regelung dem Gesamtkonzept der Verfassung entspricht, nicht dem Wortlaut jedes einzelnen Satzes. Ein gutes Beispiel dafür bietet die aktuelle Entscheidung des Gerichtes zur „Strafbarkeit des Geschwisterinzests

Die Mehrzahl der Richter sieht durch den Inzest zwischen leiblichen Geschwistern den durch das Grundgesetz garantierten Schutz der Familie gefährdet, und zwar so stark, dass die ebenfalls verfassungsseitig garantierte Freiheit der privaten Lebensgestaltung eingeschränkt werden kann.
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Das Bild vom Unbekannten

März 12, 2008 By: Jörg Category: Politik | 3 Comments →

Die vielen und unterschiedlichen Meinungsäußerungen zu Dagmar Metzger zeigen vor allem eines: das Bild, das wir uns von Leuten machen, die uns unbekannt sind, und die wir wegen ihrer Zugehörigkeit zu irendeiner Gruppe doch zu kennen meinen, ist oft grob gezeichnet, in kantigen und schlichten Konturen, mit hartem Stift, der keine Schattierungen erlaubt, flüchtig und ohne Blick fürs individuelle Detail hingeworfen.

Es ist erstaunlich, mit welcher Sicherheit wir solche Bilder als Darstellung der Wirklichkeit annehmen. Wir sind bereit, eine Karikatur für ein Farbfoto zu halten, wenn die Personen, die wir da sehen, nur weit genug weg sind, um sie persönlich zu kennen, und doch zu sehr öffentlich sichtbar als dass wir sie übersehen könnten.
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