Wechsel zur CDU: Oswald Metzger ist angekommen
Vor vielen Jahren gab es einen Fernsehfilm über ein paar sogennannte 68er aus München, die sich immer mal wieder trafen. Gegen Ende erzählt einer von ihnen – inzwischen im blauen Zwirn -beim Wiedersehen: „Ich bin jetzt in die CSU eingetreten – aber linker Flügel“
Damals habe ich über die Stelle sehr gelacht, und mich über den Opportunismus des Mannes mokiert. Dann habe ich den Spruch gelernt: „Wer unter dreißig ist und nicht links, hat kein Herz, wer über dreißig ist und immer noch links, hat keinen Verstand.“
Es gibt viele solche Sprüche, z.B.: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“ Der ehemalige Grüne Oswald Metzger hat nun wieder einmal gezeigt, dass das richtig ist: Er ist bei den Grünen aus- und in die CDU eingetreten.
Die Sicht auf die Welt ändert sich mit den Jahren, und eher scheinen diejenigen ehrlich zu sein, die das auch nach außen dokumentieren, statt in einmal erreichten Strukturen stecken und hängen zu bleiben. Eigentlich ist erstaunlich, dass nicht viel mehr Politiker im Laufe ihres Lebens die Parteien wechseln – es kann gar nicht sein, dass ihre Ansichten und Meinungen so starr und stabil sind wie Parteiprogramme.
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am 25. März 2008 um 12:44
In der FDP wäre er wohl noch besser aufgehoben als in der CDU.
Aber nicht nur Metzger, auch die Grünen selbst, haben sich doch sehr verändert im Laufe der letzten 20 Jahre. Deswegen finde ich seinen Parteiwechsels auch etwas spät: niemals war Metzger näher an den Grünen als heute. Vielleicht hätte er nur ein wenig mehr Geduld haben müssen?
am 25. März 2008 um 23:14
@Jörg,
Meine Fresse (Tschuldigung) … was für eine Einsicht! Was für eine Feststellung! Chapeau!
@Fragezeichner
Hab‘ Metzger ‚mal persönlich erlebt. Einerseits möcht‘ ich Dir recht geben, andererseits: Wer weiß, was Metzger da antizipiert? Er guckt sicher etwas mehr hinter den weißen Rauch, den wir da sehen!
Beste Grüße
Vogel
am 26. März 2008 um 09:42
@Fragezeichner: Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Frau Künast Metzger noch vor wenigen Wochen zum Verlassen der Grünen aufgefordert. So dicht dran kann er dann wohl nicht sein.
Solche persönlichen Entscheidungen, die ja immer auch ein Risiko und in dem Falle wahrscheinlich sogar ein finanzieller Verlust (Er hat sein Landtagsmandat abgegeben) sind, zeigen mehr über die wirklichen Ziele einer Partei als öffentliche Verlautbarungen.
am 26. März 2008 um 12:11
@Jörg: ich glaube nicht, dass das irgendwelche Schlüsse über die Ziele der Grünen ziehen kann. Metzger ist Querdenker und Selbstdarsteller. Die haben es überall schwer.
Ich kann das aber von meiner Position natürlich nicht beurteilen. An dem jedenfalls, für das Metzger eintritt – Stärken des Marktes als wirtschaftspolitisches Instrument – waren die Grünen jedenfalls niemals näher dran als heute.
am 5. Juni 2008 um 19:26
herr metzger wäre schon immer in cdu oder fdp besser aufgehoben gewesen, ein grüner war er nie, ein opportunist immer. ihm waren die karrierepfade in großen volksparteien zu beschwerlich.
seine wahl einer politischen plattform war immer eine abwägung zwischen potentiellen materiellen und immateriellen pfründen, die die größe einer organisation bietet und dem widerstand den sie seinem schnellen aufstieg entgegensetzt.
herr metzger hat nur eine überzeugung die aber sehr nachdrücklich, nämlich die das herr metzger ins rampenlicht und an die fleischtöpfe gehört. wer sich als verkappter lobbyist (insm) von der industrie allimentieren läßt und unter dem deckmantel des eintretens für das gemeinwohl partikularinteressen vertritt … , aber das ist ja die mehrzahl der abgeortneten und beim rest ist tugend ein mangel an gelegenheit.
ich hatte als ehemals den grünen nahestehender baden-württemberger länger das mißvergnügen herrn metzgers umtriebe zu beobachten, es gibt wenige die mich so anwidern wie dieser.
die von ihnen angeführte spruchweißheit stammt im orginal übrigens von george clemenceau und lautet:
„l‘homme qui n‘a pas été anarchiste à seize ans est un imbécile. mais c‘en est un autre, s‘il l‘est encore à quarante.“
in leicht abgewandelter form, sozialist statt anarchist, auch immer wieder gerne churchill zugeschrieben