Jörg Friedrich


Archive for März 20th, 2008

Schwänin Petra und Verwandte

März 20, 2008 By: Jörg Category: Kultur, Münster | 1 Comment →

Man darf eigentlich als aktiver Blogger aus Münster in diesen Tagen zum Thema Schwanenliebe (Petra und das weiße Tretboot) nicht schweigen, auch wenn man sich sonst zu lokalen Themen eher nicht äußert. Die Liebe der schwarzen Schwänin zu dem schwanenförmigen Tretboot auf dem münsterschen Aasee ist auch keine lokale Angelegenheit, ebensowenig wie Eisbär Knut nur die Berliner oder Eisbärin Flocke nur die Stuttgarter etwas anging.

Wenn gestern die Meldung, dass es zwischen Petra und dem Tretboot aus ist, unter den Top Ten der Google News stand, wenn ich bei einem Geschäftsessen nahe Bremen auf diese Tatsache Angesprochen werde, wenn heute morgen im Radio zu Ehren der verflossenen Schwanen-Liebe „Es ist vorbei -ei -ei …“ gesungen wird, dann muss ein Blogger zugeben, dass er in der Stadt seine Artikel schreibt, in der sich anderthalb Jahre lang die offenbar rührendste Liebesgeschchichte der Tierwelt abgespielt hat.
(weiterlesen …)

Zwischen Olympia-Boykott und euphorischer Feier

März 20, 2008 By: Jörg Category: Gesellschaft | 2 Comments →

Von dem kommunistischen Ringer Werner Seelenbinder ist die Geschichte überliefert, dass er bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Absicht gehabt habe, im Falle eines Medallien-Gewinns den Hitler-Gruß bei der Siegerehrung zu verweigern. Zwar wurde Seelenbinder nur Vierter, welhalb dieses eindeutige politische Signal nicht zur Ausführung kam, doch zeigt schon allein der Plan, dass es zwischen dem Boykott Olympischer Spiele in einem Land, das von einer politischen Diktatur beherrscht wird und einer euphorischen Jubelfeier, die vom Regime als politische Anerkennung und Zustimmung gefeiert werden könnte, einen erheblichen Handlungsspielraum gibt, der von Sportlern und Funktionären genutzt werden kann und genutzt werden sollte.

Wenn im Sommer die Olympischen Spiele in Peking eröffnet werden, können die Teilnehmer, denen die Menschenrechte am Herzen liegen, auf vielfältige Weise zeigen, für wen ihre Herzen schlagen, mit wem sie sich solidarisieren. Olympische Spiele bieten eine Öffenlichkeit, die den Tibetern und auch den vielen Millionen Chinesen an den Fernsehern und auf der Straße zeigen können, dass der Welt ihr Schicksal nicht gleichgültig ist.
(weiterlesen …)