Die SPD und die Frauen. Heute: Birgit Auras
Im norddeutschen Neustadt wollte Birgit Auras für ein Kommunalparlament kandidieren. Birgit Auras ist Designerin, sie entwirft, wie man auf ihrer Web-Seite sehen kann, Kleidung, und wie das wirken und aussehen kann, zeigt sie auf der Web-Seite mit einigen Fotos dann auch am eigenen Leib.
Damit hat man bei der alten Tante SPD ein Problem. Denn wer denkt, rot ist offen und frei, während schwarz angestaubt und spießig ist, der kennt die Neustädter Genossen nicht. Sozialdemokraten lassen sich in Armani-Anzügen fotografieren und nicht in knappen Dessous.
Sind die Genossen selbst die Spießer oder haben sie Angst vor den Reaktionen ihrer Wähler? Eigentlich ist es egal, und wahrscheinlich ist beides der Fall. Man fragt sich allerdings, wie sich eine Partei mit den Entwicklungen der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts beschäftigen will, die nicht ertragen kann, dass eine ihrer Politikerinnen mehr Haut zeigt als eine hochgeschlossene Rüschenbluse sehen lässt?
In Neustadt in Schleswig-Holstein mag das nicht nötig sein, und der Ort wird durch solche Geschichten für moderne Menschen wahrscheinlich auch nicht attraktiver. Da kann man unter sich bleiben und schauen, dass die Frau am Herd die Bluse immer hübsch geschlossen hat. Aber es ist ja die gleiche SPD, die in berlin mitregiert, die kulturellen Entwicklungen und demografischen Veränderungen aktiv begegnen will. Und warum soll der Staub in den oberen Etagen weniger dick liegen, wenn im Erdgeschoss ein kleiner Wind schon so dicke Flocken aufwirbelt?
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am 12. März 2008 um 18:41
Die Neustädter SPD ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.
Kein Wunder – die Genossen sind Spießer und haben offensichtlich Angst vorm Wähler.
Tipp an die Neustädter – nicht wiederwählen.
Klaus Gevert
am 12. März 2008 um 20:21
Birgit Auras soll sich auf keinen Fall der Keule der politischen Korrektheit ihrer Partei unterwerfen!
am 12. März 2008 um 20:51
Birgit Auras, wer ist das? Nie gehört! Dagmar Metzger, wer ist das? Nie gehört! Dennoch schreiben sie Geschichte, hoffentlich! Aber hoffentlich nicht solche, wie die der schönen Landrätin aus Fürth. Klar war die in einer anderen Partei, aber das bestätigt doch nur die Verlogenheit der Macht. Oder? Selbst ein Helmut Schmidt kriecht vor ihr zu Kreuze, und der hat es weisgott nicht nötig. Meine Gedanken Enden beim Beginn der Nazi-Diktatur. Ihre auch?
Mit freundlichem Gruß
Ronald Ely
am 13. März 2008 um 12:21
Am besten sieht man das wohl satirisch: http://www.spiegel.de/spam/0,1518,540907,00.html
am 15. März 2008 um 13:30
Nach den aktuellen Nachrichten (Auras wird nicht kandidieren) scheinen B.A. und die SPD-Neustadt (Ostsee) in höchstem Maße erleichtert. Der kritische Betrachter (aus der Ferne) der eigentlich eher belanglosen Geschichte aber muss ärgerlich zur Kenntnis nehmen, dass eine große und geschichtsträchtige Volkspartei in puncto Toleranz und Weltoffenheit so hinter der Zeit hinkt. Und ich glaube, nicht nur die s. g. Basis! Abschotten gegen alles außerhalb der Norm, übertriebene Angst vor Fremdem, überzogene Abwehr von Konkurrenz und „neuen Ideen“ = das kennen wir doch. Nicht nur aus Hessen*(aktuell) und Bayern** (noch nicht lange her). In der Weimarer Republik, in der unseligen Zeit danach, selbst nach dem demokratischen Neuanfang der Bundesrepublik = Es hat sich (leider) nicht viel geändert in der Denke. Die alte (Voks-) Tante SPD* wie die konservative Schwester Union** müssen noch viel lernen. Besonders in der Geschwindigkeit des Denkens und der Abwägung der mittel- und langfristigen Folgen aus Aktionismus und populistischem Handeln. Letzteres sollte man endlich und endgültig den alten und neuen Rechts- und Linksaußen überlassen.
Standen CDU/CSU und SPD vor Jahren noch beim bloßen Gedanken an die GRÜNen die Haare zu Berge, so buhlen beide „Volks“parteien heute um deren Gunst.
Nun gaukeln uns die Vertreter der großen Parteien einen Schüttelfrost vor, wenn (demokratisch legitimierte und zu einem erheblichen Teil ehemalige Forderungen und Ziele der „alten“ übernehmende) LINKe auf den Plan treten.
Probleme mit den über 50 % der Gesellschaft ausmachenden Frauen hat man scheinbar rechts (Pauli=Bayern) wie links (Ypsilanti/Metzger=Hessen + Auras/Schleswig-Holstein). Das Bemerkenswerte: Oft – wenn nicht meistens – sind es Frauen, die Frauen in den Rücken fallen!
Dabei kann man glatt vergessen, dass die Neustädter Unternehmerin Auras sich nicht für Partei und Kommunalwahlkampf ent-kleidete und ins (rechte – eben nicht linke) Licht rückte, sondern für ihren Beruf und ihr Unternehmen! Und da die „neue SPD“ doch seit Jahren zunehmend ihre Verbeugung vor dem „freien Markt“ und seinen Gesetzen macht, hätten die nordischen Genossen die Web-Aktion tolerieren und sich die neue Popularität und den Zuspruch zu ihren Kandidatin zu eigen machen sollen.
am 17. März 2008 um 03:40
Lächerlich, dass man überhaupt über solche harmlosen Bilder diskutieren muss. Diese Doppelmoral kotzt mich einfach nur an!
am 18. März 2008 um 13:49
Wir hofften immer auf einen Ruck durch die SPD vom Ortsverein über Land- Bund- bis Europa. – Langsam geben wir diese Hoffnung auf. Unsere, ach sich so fortschrittlich wähnende Partei ist nicht im Stande, einen nackten Menschen auf Papier anzusehen, wie kann sie dann für Menschen eintreten, wie Gott sie schuf? Wenn wir uns die Berichte und Sendungen anschauen würde uns nicht wundern, wenn mit Zustimmung der SPD alles Nacktsein kriminalisiert wird. (Siehe vollkommen verquere Verschärfung de Sexualstrafrechts.)
Wir wollen dies loswerden, auch wenn die Landes- und Bundespartei angesprochen wird.