Heinrich Kieber und die LGT
Die Liechtensteinische Bank LGT hat bekannt gegeben, dass der Mann, der 2002 die Daten gestohlen hat, die jetzt in Deutschland zu umfangreichen Ermittlungen der Steuerfahndung geführt haben, Heinrich Kieber heißt, sie hat auch weitere Details zur Person, zum vermutlichen Tathergang und Vorfällen zwischen 2002 und heute bekannt gegeben. Das Licht, was dadurch auf die Bank fällt, ist alles andere als positiv.
Kieber hatte bereits im Januar 2003 versucht, das Liechtensteinische Fürstenhaus zu erpressen. Er gab an, über Material zu verfügen, welches er an ausländische behörden weiterleiten würde, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden. Der Liechtensteinische Staat versuchte nun alles, um Kieber von diesem Tun abzuhalten, er wurde verhaftet und verurteilt, wenn auch schließlich nur zur Bewährung, und er gab die DVD mit den belastenden Daten vermeintlich zurück.
Das Geschehen macht unzweifelhaft deutlich, dass es den Verantwortlichen in Liechtenstein bekannt war, dass die LGT ausländische Staatsbürger unterstützt, die Gesetze des jeweiligen Landes zu brechen.
Zweierlei hätte man vom Liechtensteinischen Fürstenhaus spätestens in diesem Moment erwarten können: Dass es sowohl auf die Regierung der Staaten offen zugeht, die von den Steuertricks betroffen waren, an denen die LGT beteiligt war, und dass sie die Kunden ihrer Bank darüber informiert, dass Informationen über zweifelhafte Geschäfte in unbefugte Hände geraten sind und dass diese Geschäfte deshalb und wegen ihrer offenbaren Strafbarkeit umgehend beendet werden müssen.
Der Skandal, der jetzt ans Tageslicht kommt, geht vor allem zu Lasten Liechtensteins. Man muss sich das vor Augen führen: Eine staatliche Bank, in einem demokratischen Rechtsstaat unterstützt mit Wissen seines Eigentümers Bürger benachbarter Staaten aktiv beim Rechtsbruch, um die eigene Rendite zu verbessern. Auch wenn Liechtenstein nicht Mitglied der EU ist, schädigt dieses Verhalten das Vertrauen in die Europäischen Handelsstrukturen, und in die Institutionen von rechtsstaaten überhaupt. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch Liechtenstein aus dem Scherbenhaufen, der nun entstanden ist, die richtigen Lehren zieht.
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am 26. Februar 2008 um 21:07
Ich würde mal feststellen, dass dies nur der Gipfel des Scherbenhaufens ist. Mal schauen was da noch alles auf uns zu kommt. Wenn man sich so anhört, was Herr Dr. Karl A. Schachtschneider so alles über die EU erzählt, kann einem ganz mulmig werden…
Gruß
am 26. Februar 2008 um 22:14
Hi Jörg, Michael
… und seit heute haben wir, in den Nachrichten gehört, die Gewissheit, dass auch die Franzosen und die USAer so ihr Späßchen mit diesem Fürstentum haben … Ihr könnt Euch meinen Kommentar denken! Jawoll! Alles Menschen!!!
Beste Grüße
Vogel
am 27. Februar 2008 um 11:21
und dennoch finde ich es bedenklich, daß sich unser Staat als Hehler betätigt. Wenn sich ein Rechtsstaat nicht mehr mit rechtsstaatlichen Mitteln verteidigen kann, ist er ein Rechtsstaat gewesen.
Wobei es sich bei den „gestohlenen“ Daten im streng juristischen Sinne möglicherweise um „unterschlagene“ Daten gehandelt hat. Aber auch in diesem Falle nehme ich dem BND einen „gutgläubigen Erwerb“ nicht ab.
Trotz einer gewissen Schadenfreude kann mich diese Geschichte nicht wirklich begeistern.
am 27. Februar 2008 um 12:03
@Karl: Ja, die Geschichte hat nur schlechte Seiten. Die paar 100 Mio Euro werden den Schaden langfristig nicht ausgleichen. Aber Klarheit muss da nun rein, das berühmte Ende mit Schrecken, auch wenn es keine Garantie dafür ist, dass es nicht trotzdem Schrecken ohne Ende gibt. Siehe Vogel
am 28. Februar 2008 um 14:20
Nun, klar ist das Fürstenhaus von und zu Liechtenstein an dieser Entwicklung nicht unschuldig. Aber man darf bei all dem nicht vergessen, dass die LGT nur das Instrument ist, die Handelnden sitzen woanders. Und zwar keineswegs nur im beschaulichen Ländle.
Und dass der deutsche Staat einer mehr als zwielichtigen Person wie Herrn Kieber Gelder in Millionenhöhe zahlt, finde ich, bei allem Verständnis zur Strafverfolgung von Steuerhinterziehung, einfach nur beschämend. Dieser Mann wurde nicht nur in Liechtenstein verurteil, auch in Spanien lief ein Verfahren gegen ihn. Eigentlich ist es wie in einem schlechten Roman. Ein Mann, Schnorrer, ständig in Geldnot, eignet sich höchst rechtswidrig Wissen an, um es an einen sogenannten Rechtsstaat zu verkaufen.
am 2. März 2008 um 14:19
Der arme Heinrich Kieber wird wohl die längste Zeit unter uns geweilt haben, die Russenmafia wird sich Seiner sicher annehmen!
Naja, er wird uns nicht fehlen…wer sich in Gefahr begibt kommt halt darin um und ob der erledigt wird oder in Brunsbüttel ein Melkeimer umfällt ist ja so unwichtig wie ein Kropf! Unsere gierigen Steuerfahnder, die sich nicht schämen und mit tief kriminellen Mitteln gegen eigene Staatsbürger vorgehen, wer packt die? Ach so…..s‘ist ja nur für ’nen guten Zweck…mehr Steurereinnahmen! damit noch mehr Geld in die Kasse kommt um unseren „Transfer-empfängern und Wählern“ noch lange, und den existierenden verstärkt einen faulen Lenz auf unsere Kosten zu ermöglichen!
am 2. März 2008 um 21:52
LGT stellt die Sache zwar als „Diebstahl“ war; richtig ist: „Verletzung des Liechtensteinschen Bankgeheimnisses“; die Verurteilung wäre dann jedoch sehr mager ausgefallen!
Wäre mal interessant zu erfahren, wie Heinrich Kieber die Sache darlegen würde.
Auch gegen den Zürcher „Whistleblower“ (Verpfeifer) Rudolf Elmer wird seit 2005 weg angebl. Bruch des Bankgeheimnisses ermittelt. Wie Elmer diese Sache schildert ist auf „wikileaks“ nachzulesen.
Man sollte m.E. zuerst die Rechtsstaatlichkeit des Fürstentums hinterfragen.
am 19. Juni 2011 um 12:38
….wie kommt der typ heinrich kieber eigentlich zur lgt bank
wie bekommt er den job…
von was lebt der typ jahrelnag
hatte der geld zum scheißen oder wie…
das sind lauter so fragen die nie beantwortet werden…
der typ ist einfach da und spielt, spielt mit justiz, geld, globus, banken und fürsten und geheimdiensten….
wo lernt man das !!!