Die Wahrheit der Heidi Klum
Heidi Klum sucht schon wieder das nächste Top-Model Deutschlands – und wieder wird es eine Frau sein. Warum können Männer keine Top-Models werden? Auch das kann man von Deutschlands erfolgreichster Mode-Vorführerin erfahren: Männer-Mode ist langweilig, mit Männern kann man nichts anfangen. Wie sollte ein 17teilige Casting-Show funktionieren, wenn die Kandidaten jedesmal gleich aussehen? Kein Umfrisieren, kein Schminken, und Jacke wie Hose sind jedesmal Jacke wie Hose.
Wo die Frau Recht hat, hat sie Recht.
Männermode ist nicht mal langweilig – es gibt sie nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es Frauenmode gibt. Wenn man sich die Bilder der gestrigen Oscar-Verleihung ansieht, weiß man, was damit gemeint ist: Während bei den Damen jede ein individuelles Kunstwerk ist, kommen die Herren in Uniform, und als äußerst gewagt gilt es hier schon, wenn jemand statt der obligatorischen Fliege eine Krawatte trägt.
Man könnte das Phänomen positiv deuten, vielleicht als Verweigerungshaltung der Männer gegen den Konsumterror und den Schönheitswahn. Das würde aber dem historischen Phänomen der Ideen-Armut männlicher Kleidung und männlicher Selbst-Gestaltung nicht gerecht werden.
Die Schlichtheit der Männermode bedeutet: Wir haben es nicht nötig, uns schön zu machen. Frauen müssen auffallen, um ausgewählt zu werden, sie müssen ihr Besonders-Sein betonen, Männer sind die, die wählen, nicht die, der gewählt werden. Somit ist gerade die Uniformität der Männer ein Zeichen des Patriarchats.
Nun wird es sicherlich keine gute und zum Glück auch keine realistische Idee sein, die weibliche Mode-Vielfalt zurückzudrängen, um die letzten Reste des Patriarchats auszurotten. Besser wird es sein, dass die Männer mehr Mut zur Mode zeigen. Vielleicht wäre eine Casting-Show für Männer da doch ein richtiger Weg – es müssen ja nicht gleich 17 Folgen sein.
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am 25. Februar 2008 um 16:41
Also von mir aus können die Männer auch gerne weiterhin uniform rumlaufen!
jedem das Seine… lg
am 25. Februar 2008 um 19:57
Oh, das musst du erklären!
am 25. Februar 2008 um 23:24
Du kannst dir ja Flügel hinten an den Anzug pappen, um gegen die Uniformität zu demonstrieren. Oder mal nen Hut?
am 26. Februar 2008 um 10:44
@critter: Da gibt es noch mehr Möglichkeiten, um mal nur bei der Oscar-Verleihung zu bleiben: Warum sind alle Smokings schwarz? Warum symetrisch. Von kürzeren Hosen wollen wir mal absehen, aber nur, weil mir bei solchen terminen auch bei den Frauen die langen Kleider besser gefallen. Aber warum gibt es nur weiße Hemden?
am 26. Februar 2008 um 13:08
Was muss ich denn erklären @ Jörg?
Anzug und weißes Hemd, das ist einfach todschick. Ich hasse es manchmal, wenn es mal wieder „nichts zum anziehen“ gibt und ich Tage oder Wochen damit verbringe, mich auf irgendein Ereignis vorzubereiten und meine Garderobe zu überlegen. Ich wünschte, auch für Frauen könnte es manchmal einfacher sein und beneide die Männer oft darum!! Also lass ihnen diese Einfacheit. „Man“ muss ja nicht alles Schlechte übernehmen, was sich Frauen so ausdenken.
am 26. Februar 2008 um 20:59
@Jörg:
„Die Schlichtheit der Männermode bedeutet: Wir haben es nicht nötig, uns schön zu machen. Frauen müssen auffallen, um ausgewählt zu werden, sie müssen ihr Besonders-Sein betonen, Männer sind die, die wählen, nicht die, der gewählt werden. Somit ist gerade die Uniformität der Männer ein Zeichen des Patriarchats.“
Das kann aber auch genau anders herum gedeutet werden. Ich würde z.B. eher dazu tendieren festzustellen, dass wir Männer diesbezüglich den Auswirkungen des biologischen Matriarchats unterliegen. Nicht der Mann wählt die Frau, sie manipuliert durch ihr Auftreten seine Wahlmöglichkeit. Der Drohn soll leisten, nicht hübsch sein. Die Königin will den Wettbewerb der Leistung, nicht der schönen Kleider…
Frauen müssen sichergehen, dass der Drohn seinen Dienst am Nachwuchs wie auch an ihr erfüllen wird. Ergo selektiert sie durch die Art ihrer Selbstpräsentation schon deutlich vor. Eine normal geformte (was auch immer das heisst), aufrecht daher schreitende Frau, in einem schlichten aber modernen Anzug (warum heisst dies bei Damen eigentlich Kostüm?), sagt allein durch diesen Auftritt zu den umgebenden männlichen Primaten:
„Ich will einen starken Charakter, jemand mit Mut. Ich will nicht nur Körper, ich will Geist, Niveau und die stetige Leistungsbereitschaft auch im Haushalt!“
Die gleiche aufrecht daher schreitende Frau in „Labberjeans“, Turnschuh und T-Shirt mit Weste sagt:
„Ich will einen starken Charakter, jemand mit Mut, jemanden der mich auch so akzeptiert. Ich will nicht nur Körper, ich will Geist, Niveau und die stetige Leistungsbereitschaft auch im Haushalt! “
Die Königin sendet Signale, die richtigen Drohnen sollen reagieren.
So gesehen sind nicht wir die Männer die welche selektieren und/oder wählen, die Frauen suggerieren uns was wir zu selektieren und/oder zu wählen haben
Gruß
am 17. April 2008 um 13:21
[…] Männer gibt es nicht mal Top-Model-Shows, und Heidi Klum hat es bekanntlich auch abgeleht, über so eine Idee überhaupt nachzudenken. Sind wir Männer im Nachteil, weil uns die […]