Ein Scheingefecht: Niggemeier gegen Broder
Stefan Niggemeier ist Medienjournalist. Als solcher beschäftigt er sich nicht mit den Inhalten von Medien, nicht mit den Meinungen der Journalisten, sondern ausschließlich mit ihrer Arbeitsweise: er recherchiert, ob seine Kollegen richtig recherchieren, er prüft die Wahrheit von Tatsachenbehauptungen, weist Fehler nach.
Henryk M. Broder ist Publizist. Er beobachtet die Gesellschaft, in der er lebt, zieht seine Schlüsse und schreibt darüber.
Broder hat eine Meinung, die er uns mitteilen will. Niggemeier hat keine Meinung, er ist nur der Hüter der Regeln des Journalismus. Man könnte vermuten, dass Niggemeiers Kritik jeden Journalisten treffen könnte, da niemand vor Fehlern gefeit ist und da überall, wo Menschen arbeiten, Schlamperei möglich ist oder manchmal Interessen vor Wahrhaftigkeit gestellt werden, so auch in den Redaktionsstuben dieses Landes, egal, ob FAZ oder BILD, ob ARD oder Kabel1 an der Tür steht.
Aber nicht alle werden gleichermaßen von Niggemeiers kritischen Ratschlägen bedacht. Zeitungen wie die FAZ z.B. machen sich offenbar nur selten so gravierender Fehler schuldig, dass es einer kritischen Recherche des Medienjournalisten bedürfte. Andere wie der Publizist Broder erlauben sich so schwerwiegende Fehler, dass er immer wieder auf ihre schlimmen Irrtümer hinweisen muss.
Niggmeier liefert, wenn es um Broder geht, merkwürdige Demonstrationen des journalistischen Stils, den er sonst kritisiert: Einen Artikel, in dem der Mensch, den man zu kritisieren beabsichtigt, bereits im Titel als „doof“ bezeichnet wird, und der Zusammenhang zum „Gehirnfasten“ hergestellt wird, würde Niggemeier bei anderen vielleicht mit den Worten kennzeichnen „ich misstraue jedem, der so formuliert“. Und wenn er behauptet, dass Broder sich gern in der Nähe von „diversen antiislamischen Hassbloggern“ aufhält, lässt er einen Link als Beleg leider vermissen.
Warum arbeitet Niggemeier so? Ich habe auf diese Frage nirgends eine Antwort gelesen, und ich bin nicht der einzige, der sie stellt. In den Kommentaren zu oben genannten Artikeln kann man sie finden, eine Antwort habe ich nicht gelesen.
Aber letztlich ist das auch gleichgültig, letztlich ist nämlich nur die Wirkung solcher Kritik von Bedeutung. Das Gefecht, das Niggemeier gegen Broder führt, ist ein Scheingefecht, welches mit der Arbeitsweise des Publizisten sein Anliegen diskreditiert. Und das ist der entscheidende Punkt.
Wer einwendet, dass Broder selbst durch seine nachlässige Arbeitsweise das eigene Anliegen diskreditiert und Niggemeier dies vielleicht nur aufzeigen will, verkennt den entscheidenden Unterschied zwischen publizistischer und journalistischer Arbeit. Der Publizist hat ein inhaltliches Anliegen, er will die Gesellschaft beeinflussen, die Menschen wach rütteln. Dazu bringt er Dinge auf einen Punkt, er spitzt zu und – natürlich – er radikalisiert.
Man lese die Weltbühne-Artikel der Zeit der Weimarer Republik, Ossietzkys und Tucholskys flammende Texte, da hätte ein Niggemeier leichtes Spiel gehabt. Und auch damals haben ja viele behauptet, die da vor den Gefahren warnten, die von dem kleinen Gefreiten und seinen Schlägern ausgingen, wären paranoid.
In der Diskussion um die Gefahren, die der demokratischen Gesellschaft durch den Radikalismus drohen, werden viele Stimmen gebraucht, die zuspitzenden genauso wie die abwägenden. Wer aber immer nur abwiegelt muss sich die Frage gefallen lassen, warum er das tut. Der Buchhalter wird die Freiheit nicht bewahren, er muss es auch nicht, er kommt überall zurecht.
Auch zum Thema:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2008/02/15/broder-tut-was-habermas-fordert/
Für Links auf diesen Artikel bitte wegen der Umlaut-Domain die folgende Adresse kopieren:
http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de/2008/02/12/ein-scheingefecht-niggemeier-gegen-broder/
am 12. Februar 2008 um 17:01
Bravo! Endlich hat’s mal jemand auf den Punkt gebracht. Menschen wie Niggemeier kämen in der Tat wohl überall zurecht, jemand wie Broder nicht. Obwohl ich weder Fan des einen noch anderen bin, ist mir Broder – der nicht ohne Grund warnen und polarisieren will – im Zweifelsfall dann doch symphatischer.
am 12. Februar 2008 um 17:33
Am Beispiel Niggemeyer kann man gut sehen, warum Journalisten die einzige Berufsgruppe sind, die ein noch schlechteres Ansehen als Politiker haben: stets vermeiden, sich durch eine eigene Meinung angreifbar zu machen, aber trotzdem sich dazu berufen fühlen, bei anderen genau hinzusehen, um dann gnadenlos draufzuhauen.
am 12. Februar 2008 um 17:55
Hier eine Studie, die nicht öffentlich gemacht werden sollte!
Schnell das PDF laden, bevor es gelöscht wird:
http://www.swg-hamburg.de/Im_Blickpunkt/Roman_Reusch_Migration_und_Kriminalitat.pdf
am 12. Februar 2008 um 18:17
Interessanter und erhellender Beitrag. Dennoch muss sich Broder auch in seiner Rolle als Publizist gefallen lassen, dass man ihm nachweist, wenn er Fakten verdreht. Bei Broder habe ich übrigens nicht den Eindruck, dass er die Welt beobachtet, seine Schlüsse zieht und darüber schreibt, sondern vielmehr seine Schlüsse längst gezogen hat, das wahrnimmt, was ihm in den Kram passt, und dann darüber schreibt. Ein Vergleich mit Ossietzky oder Tucholsky tut ihm wohl ein bisschen zu viel der Ehre an…
am 12. Februar 2008 um 18:18
[quote]Wer einwendet, dass Broder selbst durch seine nachlässige Arbeitsweise das eigene Anliegen diskreditiert und Niggemeier dies vielleicht nur aufzeigen will, verkennt den entscheidenden Unterschied zwischen publizistischer und journalistischer Arbeit.[/quote]
Also braucht man sich ab heute nur noch „Publizist“ nennen, wenn man Dinge verbreiten möchte, die nicht der Wahrheit entsprechen, die aber die eigene Meinung untermauern?
Verzeihung, aber in jeder Diskussion sollten dargestellte Behauptungen auch den Tatsachen entsprechen, die Unterscheidung zwischen Fakten und Meinungen ist ein grundsätzliches Qualitätsmerkmal für Journalismus.
Broder sollte aus eigenem Interesse besser recherchieren, denn Sie selbst diskreditieren ihn ja, wenn wir dank oben genannten Satz davon ausgehen dürfen, dass seine Darstellungen eben hin und wieder nicht der Wahrheit entsprechen, weil er nur Publizist und nicht Journalist sei.
am 12. Februar 2008 um 18:19
Wie war das in deinem Kim Valerie Artikel? Man sollte sich umschauen, in welche Gesellschaft man sich mit seiner Meinung begibt? Dann schau dir mal dieses über mir verlinkte Dokument an;)
am 12. Februar 2008 um 19:10
@Fragezeichner: Immerhin hat Broder einige anerkannte Würdigungen erhalten, zuletzt den Ludwig-Börne-Preis, wenn ich mich recht entsinne. Das von dir gekennzeichnete Verhalten ist uns ja allen ein wenig eigen, wir sehen am deutlichsten das, was in unser Bild passt, davon sind weder (Medien-)Journalisten noch Publizisten frei. Die Frage ist aber: Woher kommt denn unser Bild? Doch auch aus Beobachtungen der Welt.
@Peter Kammer: Ein Publizist formuliert die Wahrheit anders als ein Journalist und beide formulieren sie anders als ein Wissenschaftler – aber alle drei sagen möglicherweise die Wahrheit – auch wenn sie sich gegenseitig etwas anderes unterstellen.
@soeren onez: Nun, wenn ein Blogger sich in Gesellschaft all seiner Kommentatoren begibt und dies vor dem Schreiben bedenken sollte, würde bald nichts streitbares mehr gebloggt. Da lag der Fall, den ich bei Kim Valerie Voigt untersuchte, doch etwas anders. Andererseits wüsste ich gern, welches Problem du mit der Verlinkung der Reusch-Studie hast.
am 12. Februar 2008 um 19:25
Danke, sehr klar, unaufgeregt und einleuchtend auf den Punkt gebracht.
Ab und an könnte sich Herr Broder vielleicht an die Redewendung „Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt?“ erinnern, bevor er das stupende Bashing eines hier scheinbar von persönlichen Animositäten motivierten, unwichtigen Medien-“Journalisten“ erwidert.
am 12. Februar 2008 um 20:28
Es ist unerheblich, ob ein Journalist, ein Wissenschaftler oder ein Publizist erklären, es gäbe Banken, die keine Sparschweine mehr aus Rücksicht auf Muslime verschenken. Es ist schlichtweg lausig recherchiert und hat nichts damit zu tun, wie es formuliert wurde.
Broder hat sich damit selbst geschadet, vor allem, weil er sich nicht öffentlich korrigiert hat. Er ist vermutlich ein Rechthaber, der es nicht ertragen kann, wenn man ihm nachweist, dass er im Einzelfall nicht recht hat.
Dadurch macht er sich genau auf der Ebene angreifbar, auf der ihn Niggemeier ins Mark trifft.
Fußballbildlich gesprochen ist er ein Stürmer, der sich den Ball zu weit vorlegt und damit dem Verteidiger Niggemeier die Möglichkeit gibt, ihn weit ins Aus zu dreschen.
am 12. Februar 2008 um 21:02
Kann man so sehen, Herr Kammer, muss man aber nicht. Bei mir bleibt eher der Eindruck kleben, bildlich gesprochen, dass Herr Niggemeier sich nicht des Glashauses bewusst ist, aus dem heraus er nicht zum ersten Male versucht ist, Broder höchst polemisch wie unsachlich ans Bein zu pinkeln und dabei immer noch nicht mitbekommen hat, dass er damit in erster Linie sein eigenes medienournalistisches Beinkleid einpieselt.
am 12. Februar 2008 um 21:28
@Peter Kammer: Im gewissen Sinne geb ich dir sogar Recht: Natürlich wäre es schön, wenn jeder nur auf der Basis von absolut gewissen, unumstrittenen und allseits anerkannten Fakten argumentieren würde. Das können aber weder Broder noch Niggemeier, die Sparschwein-Geschichte zeigt das sehr schön: Niggemeier kann sie ja nicht widerlegen, er kann nur polemisieren. Er zieht seinerseits irgendwelche Geschichten aus dem Netz, von denen er dann feststellt, das die nicht zu der von Broder passen.
Ich weiß nicht, wo Broder die her hat, vielleicht hat ein Bankes sie ihm erzählt, vielleicht hat er es irgendwo gelesen, vielleicht weiß er es selbst nicht mehr. Das ist schade, aber Niggemeier hat ihn wohl auch nicht gefragt, und er verfügt über keine Suchmaschine, die alle wahren Geschichten enthält.
Sie ist nur ein Puzzle-Element im Überzeugungsgeflecht von Broder. Sie kann falsch sein, oder nur halbwahr. Aber davor sind wir, wie gesagt alle nicht gefeit. Wenn ich aber, wie Niggemeier das tut, Geschichten von Broder nur zu dem Zweck zusammentrage, um irgendwelche Ungereimtheiten zu finden, wie wesentlich sie sein mögen, wenn ich sogar solche geschichten wie die mit den Sparschweinen, die ich gar nicht widerlegen kann, geschickt mit einbaue, dann muss ich auch mal sagen, warum ich das tue.
am 12. Februar 2008 um 22:04
@Jörg – ich frage mich, warum du Niggemeier nicht das gleiche Mass an Polemik zustehst wie Broder? Mögen beide doch schreiben, was sie wollen.
Ich bin aber dankbar für jedes Korrektiv, das hilft, bestimmte Dinge wieder geradezurücken. Das ist es ja auch, was Broder so fuchsig macht: dass er nicht so einfach mit seinen kleinen Tricksereien durch die Qualitätskontrolle kommt. Wenn er sich dadurch diskreditiert fühlt, sollte er halt öfter einen kleinen Reality-Check machen. Das kann nie schaden.
Im übrigen glaube ich, dass Polemik in jeder Art (du nennst es euphemistisch Zuspitzung) eine sachliche Diskussion über die Themen erschwert, weil es Gräben schafft und polarisiert. Ich weiss nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber du gestehst Broder gerne zu, dass er „radikalisiert“ und dann siehst du ihn gleichzeitig als Warner vor „Radikalismus“. Radikalisierung ist kontraproduktiv. Weil du das Beispiel mit Ossietzky gebracht hast: auch Ossietzky hat ohne Absicht möglicherweise mehr zum Untergang der Weimarer Republik als zur Sensibilisierung vor dem Nationalsozialismus beigetragen.
am 12. Februar 2008 um 22:05
Als ich noch jung war, nannte man Typen wie Broder nicht Publizist, sondern Demagoge.
am 12. Februar 2008 um 22:12
Schön wäre es – zumindest in meinem Verständnis von Journalismus und Publizismus – wenn Kommentar und Berichterstattung so gut wie möglich getrennt werden würde. Und wenn mit Behauptungen argumentiert wird, die sich später als falsch heraus stellen, wäre eine öffentliche Richtigstellung wünschenswert.
Die Sparschweingeschichte habe ich zumindest vom Ablauf her relativ genau beobachtet: Broder brachte die Geschichte in öffentlichen Diskussionen (ggü. Jürgen Fliege und eben in watchberlin) so lange als Argument, bis die Richtigstellung durch Stefan Niggemeier erfolgte. Es folgte dann keine Richtigstellung, sondern das Sparschwein verschwand einfach aus der Diskussion. In „Politically Incorrect“ gab es dann mal einen Hinweis, dass diese Geschichte eben nur ein Gerücht gewesen sei.
Und genau diese Art des Umgangs mit Tatsachen und Gerüchten ist die, die ich sehr unerfreulich finde, weshalb ich Stefan Niggemeier sehr gern lese. Denn er ist ja genau mit der Recherche bezüglich Berichten in BILD bekannt geworden. Die Charakterisierung seiner Arbeit hast Du ja auch richtig beschrieben. Er recherchiert halt hinterher und veröffentlicht die Fehler anderer, die für sich die Wahrheit reklamieren. Dass er sich dabei bestimmte Gegner aussucht, die ihn vielleicht entweder im Stil oder von ihrer Meinung her ärgern, ist ja nichts verwerfliches. Man wird kaum von einem Journalisten absolute Abdeckung in der Betrachtung erwarten können.
Vielleicht fragst Du ihn aber auch einfach persönlich, warum er sich verstärkt BILD und Broder aussucht. SPON hat – wenn ich mich nicht irre – doch auch schon einen Richtigstellungsblog. Die Arbeitsteilung funktioniert also
am 12. Februar 2008 um 22:27
@Karl
So ein Unsinn! Kennen Sie überhaupt die Definition des Wrotes „Demagoge“?
Broder nennt die Dinge beim Namen, die Niggemeier & Co. aufgrund ihrer diffusen „Nazi“-Ängste und um der politischen Korrektheit willen, gerne in den Deckmantel hüllen. Glücklicherweise durchschauen immer mehr Zeitgenossen dieses Treiben, nicht ohne Grund haben Blogs wie Politically Incorrect (PI) so einen Zulauf. Die bittere, multikulturelle Realität wird inzwischen auch von der bürgerlichen Mitte wahrgenommen und nicht nur von Hartz IV‘lern in Problembezirken.
am 12. Februar 2008 um 22:27
Korrektur: Deckmantel des Schweigens, meinte ich
am 12. Februar 2008 um 22:29
@Fragezeichner: An Niggemeier kritisiere ich in diesem Fall, dass er nicht sagt, was er eigentlich will. Bei Broder ist klar, worum es ihm geht, Niggemeier spielt den unparteiischen. Dabei sind – wie ich zu zeigen versucht habe – seine Argumente aber nicht seriöser als die von Broder. Auch er belegt nicht, was er behauptet, auch er ist unsachlich („doof“, „Gehirnfasten“,…) und vergiftet damit die Diskussion.
am 12. Februar 2008 um 22:53
@Jörg: Das stimmt doch gerade nicht: Niggemeier belegt fast alles, was er sagt. Genau das ist doch, was ihn auszeichnet und wofür er ausgezeichnet wurde. Dass er hin und wieder in seinen Überschriften und seinen Texten polemisch wird, ist wiederum eine ganz andere Angelegenheit, genauso die Frage, welche Relevanz eigentlich seine Richtigstellungen haben.
Ansonsten ist es aber ja relativ einfach, einen Blogger nach seinem Ansinnen zu fragen.
Broders Schwäche ist aber genau die, die einen guten von einem schlechten Journalisten unterscheidet, nämlich die Unfähigkeit der Trennung von Kommentar und Bericht. Ein besonders peinliches Beispiel sollte in einem seiner Kommentare bei „Radio 1″ noch abrufbar sein.
Sollte nun als Argumente folgen, HMB sei eben Publizist und nicht Journalist, so muss ich einwenden, dass ich selbst bei den „Briefen an die Leser“ in der Titanic sauber unterscheiden kann, was denn nun Kommentar und was Zitat ist.
Das Fatale an dieser Sache ist doch, dass Broder damit genau das mit Füßen tritt, was er vorgibt zu verteidigen. Denn journalistische Grundregeln sind mit Sicherheit eine Weiterentwicklung der Aufklärung.
am 12. Februar 2008 um 22:56
@Jörg: vielleicht sollte man mal recherchieren wie dieser Streit angefangen hat?
Aber Niggemeier vorzuwerfen, er würde die Diskussion vergiften, scheint mir sehr gewagt. Das Tintenfässchen mit dem Gift drin hat doch Broder stets dabei – und an Diskussionen scheint er mir auch nicht im geringsten interessiert.
Wie würdest du denn mit jemandem wie Broder diskutieren wollen? Meinst du, der interessiert sich für deine Meinung? Der würde sich deine Argument anhören? Bliebe dir eine andere Möglichkeit als Freund oder Feind? Würdest du etwa selbst irgendwelche Geschichten erfinden, sie als Wahrheit verbreiten und sich damit auf sein Niveau zu begeben? Wie entwaffnet man Polemiker und Populisten am geschicktesten? Niggemeier hat eine sehr effiziente Waffe gefunden, die mag auch etwas fies sein – die simple Wahrheit.
am 12. Februar 2008 um 23:04
Ich bin selbst schon einmal Gegenstand eines journalistischen Beitrags von Herrn Niggemeier gewesen. Positiv möchte ich hervorheben, dass er meinen Namen richtig geschrieben hatte – was nicht allen immer gelingt. Ansonsten war der Inhalt seines Textes (in der Frankfurter Allgemeinein am Sonntag) frei konfabuliert und Herr Niggemeier hatte, vieleicht um seine Story nicht durch Recherche zu entkräften, sich nicht einmal die Mühe gemacht, mich anzurufen und um ein Stement oder dergleichen zu bitten. Ich habe dann am Montag in der Redaktion der F.A.S eine mir bekannte Kollegin aus Niggemeiers damaligen Ressort angerufen und gefragt, was den um Himmels willen in den Herrn Niggemeier gefahren sei und womit ich diese polemische Häme, durch keinerlei Fakten fundiert, verdient habe??? Ja, sagte die Kollegin, das sei schon ein rechter Blödsinn gewesen, von dem Kollegen Niggemeier, aber er habe in seiner Medienkolumne Untersatz gehabt und dringend noch ein Thema gebraucht. Tja, und wenn man keins hat, dann denkt man sich’s halt aus. -
Aufgrund dieser Erfahrung, das wird man mir nachsehen, beobachte ich das Tun des Herrn Niggemeier natürlich etwas kritischer, als ich das vielleicht sonst tun würde. Und da muß ich halt sagen: Wer selbst solch‘ hohe und höchste Maßstäbe an die Professionalität der journalistischen Arbeit anderer anlegt, der sollte zusehen, dass er nicht selbst durch sein eigenes Treiben allzu pharisäerhaft wirkt. Ich meine, das gelingt Herrn Niggemeier nicht durchgängig und das macht ihn in meinen Augen zu einem vergleichsweise traurigen, weil selbstgefälligen Exemplar der Journaille. Die übrigen Attribute finden sich bei meinem geschätzten Kollegen Broder.
am 12. Februar 2008 um 23:21
@Andreas Hallaschka: Vielleicht geben Sie uns ein paar Belege zu Ihrer Behauptung? Das würde die Sache einfacher nachvollziehbar machen.
am 12. Februar 2008 um 23:41
Tschuldigung, dass ich mich wieder ungefragt einschalte, aber dafür, dass Herr Broder wie in #19 dargestellt scheinbar quasi diskussionsunfähig ist, ist er medial doch recht häufig vertreten (zuletzt „Was erlauben Strunz“, „Anne Will“, „Bühler Begegnungen“, „Hart aber fair“ etc.). Und meinereiner zeigt er sich in diesen Diskussionen dann doch eindeutig als diskussionsfähig, moderat und durchaus selbstkritikfähig. Ich finde insgesamt, dass er mit seinem publizistisches Getöse (das ich als Stilmittel betrachte und nicht als Demagogie) eine wichtige Diskussion eröffnet hat, was aber doch eben gerade nicht zwangsläufig heissen muss, dass er der giftspeiende Demagoge ist, zu dem er insbesondere in der Blogsphere im Dauerloop hochstilisiert wird. Wie mit Broder teilweise umgegangen wird, finde ich mitunter weitaus bedenklicher, als das, was sich Broder manchmal heraushämmert.
Ich halte die sachliche Auseinandersetzung Niggemeiers mit Broder prinzipiell ja nicht verkehrt (Broder wird scheinbar faul und agiert mit Textbausteinen, hübscht manchmal Polemiken mit unverifizierten Bestandsaufnahmen an),aber sie ist imo leider alles andere als sachlich. Eine gehässige Headline hier, ein geschickt platzierter PI-Hieb da, das sind die sicheren Ingredenzien für eine schon ritualhafte Züge tragende automatische hochemotionale „Diskussion“ im Kommentarbereich. Automatisches Broder-Bashing trifft auf automatische PI-Leier, führt zu Meta-Diskussion über Islam, Islamphobie, MultiKultiKuschel, (Neo)Nazis, Kriegshetzer, PI etc., die dann in gegenbseitiger Anbellerei endet.
Den Broder-Bash-Loop hat Niggemeyer meines Wissens nun schon zum vierten Mal auf den Blog-Plattenteller gelegt und ich stell mir dann doch auch die Frage, was denn die eigentliche Intention dieses inszenierten Happenings sein soll.
am 13. Februar 2008 um 00:26
Niggemeiers kurze Notiz über mich ist nachzulesen in der
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 09.02.2003, Nr. 6, Seite 29 unter dem Rubrikentitel:
DIE LIEBEN KOLLEGEN
Der Beitrag fängt so an: „Die Welt ist schön! Man muß sich nur Mühe geben, die Schattenseiten auszublenden, das ist Arbeit, aber mit gutem Willen zu leisten. Andreas Hallaschka hat diesen guten Willen, und da er seit einigen Monaten „Merian“-Chefredakteur ist, macht sich seine Redaktion die Arbeit. “
Nach mehr als 20 Jahren als Journalist, Reporter auch aus Kriegs- und Krisengebieten, empfinde ich diesen Satz schon als Schlag ins Gesicht.
Es gibt aus meiner Zeit als Chefredakteur bei MERIAN keinen Beleg, der Niggemeiers These, ich würde die politische Situation in den von uns beschriebenen Ländern geschönt darstellen, unterstützen könnte. Im Gegenteil. Außerdem sind MERIAN-Redakteure intellektuell nicht so unterbelichtet oder argumentativ so schwach, dass sie sich so eine Vorgabe gefallen lassen müßten. Hinzu kommt: Bei einer Leserschaft mit etwa 10 prozent promovierten und 4 Prozent habilitierten Lesern (Laut Leserumfrage unter Abonnenten) wäre ein Denk- und Schreibverbot auch keine wahnsinnig weitreichende Strategie… Herr Niggemeier macht sich übrigens auch gar nicht erst die Mühe, seine These durch auch nur einen Beleg zu unterstützen.
Niggemeiers Text geht weiter: „Hallaschka war vorher Chef von „Fit for fun“. Heute fordert er „Lust am Reisen“ und in jedem Vorwort: „Lesen Sie mit Lust.“ “
Tatsächlich war ich vor meiner Zeit bei Merian auch 2,5 Jahre Chefredakteur der Lifestyle- und Fitnesszeitschrift „Fit for Fun“. Allerdings davor acht Jahre beim Stern als Leiter dessen Berliner Büros, stellv.Auslandschef und Ressortleiter Sport. So wie Niggemeier meine Vita absichtsvoll verkürzt, insinuiert er m.E., Merian, eine Hochburg des Kultur- und Reisejournalismus, sei einem muskelstrotzenden Dummbatz in die Hände gefallen.
Die beiden anderen Aussagen sind schlicht falsch: Ich fordere nicht die „Lust am Reisen“, sondern dies ist eine Werbeclaim, den Merian seit vielen Jahren benutzt und ich fordere auch nicht in jedem Vorwort „Lesen Sie mit Lust“. Das läßt sich durch schlichtes Lesen von Merian überprüfen.
Weiter schreibt Niggemeier:
„Zum Beispiel die Dominikanische Republik. Ja, sagt Hallaschka, da gibt’s „Schattenseiten“. Aber man kann sich als Tourist „immer noch alle karibischen Träume erfüllen“, und „Merian“ „versucht, diesen Aspekt dominikanischer Wirklichkeit vorzustellen“.“
Das ist korrekt zitiert und das haben wir in dieser Ausgabe auch getan. Aber eben auch die Schattenseiten. Schon auf der ersten Seite des allerersten Artikels wird das Problem der Boatpeople aus der DomRep aufgegriffen, dass New York die zweitgrößte dominikanische Stadt der Welt ist, wie verelendet der Westteil der Insel, Haiti, ist. Es geht in diesem und anderen Artikeln um das bittere Erbe der Diktaturen auf der Insel, die dauernden Stromausfälle und den Umstand, dass sich die Urlauber in den Pauschal-Ferienanlagen von all dieser Alltagsnot freigekauft haben… Dann porträtieren wir in Merian eine Prostituierte, schreiben über das jüdische Exil in der Nazizeit, den blutrünstigen Diktator Trujillo, Hungerlöhner und Wanderarbeiter aus Haiti etc pp…. Jeder kann sich durch Nachlesen davon selbst ein Bild machen – das Merian-HeftDominikanische Republik ist im Buchhandel oder bei amazon zu haben…. Ich denke, man wird sich meinem Urteil anschliessen, dass Niggemeiers Darstellung einfach nur infam zu nennen ist.
Es folgt noch ein Satz über ein Merian-Mallorca von 2002, zu dem ich jetzt nichts sagen kann, weil mir hier Zuhause das Heft nicht vorliegt. Niggemeier wirft mir darin eine mangelnde ökologische Gesinnung vor. Ganz abgesehen davon, dass ich hier nicht meine politische Gesinnung kund tun werde, kann ich nur sagen, dass ich im Falle Mallorcas ganz energisch für die Ecostasa eingetreten bin, die damalige Öko-Zwangsabgabe für Touristen…
Dann folgt noch ein Satz, den Niggemeier angeblich aus einem Merian-Heft zitiert: „“Ein kollektives Atmen macht sich breit. Man sieht jetzt nicht, was man auch tags nur ahnen kann: daß hinter fast jedem Haus ein Garten liegt“; „durch die Hintertür gegenüber winken Palmen und Orangen“.“
Ich weiß hier nicht, woher NIggemeier den Satz hat. Womöglich stammt er aus Merian. Er ist nicht der Gipfel des Journalismus aber für mich auch nicht schlimm. Niggemeier benutzt diesen aus dem Zusammenhang gerissenen Satz um zu schliessen: „Wir winken zurück und wundern uns nicht, daß bei den Mitarbeitern von „Merian“ Frust herrscht.“
Überflüssig die Bemerkung, dass für diesen Frust kein Beleg oder Zitat oder auch nur eine Andeutung geliefert wird. Andererseits verwundert es Sie wahrscheinlich auch nicht, wenn ich nach mehr als fünf Jahren als Chefredakteur von Merian sage, dass bei uns kein größerer Verdrusss über den Chef herrscht, als in jeder anderen Firma auch…
Meinen Telefonat mit der Kollegin von der F.A.S. kann ich natürlich nicht beweisen, aber ich würde Sie vor Gericht immer als Zeugin benennen können.
Ebenfalls nicht beweisen, sondern nur an Eides statt versichern und durch Versicherungen meiner Mitarbeiterinnen im Sekretariat untermauern kann ich, dass sich Herr Niggemeier für seinen Beitrag nicht die Mühe gemacht hat, mit mir, dem Gegenstand seiner Berichterstattung zu sprechen oder mailen – was an sich eine journlistische GRUNDREGEL ist. Solches unprofessionelles Vorgehen (keine Recherche, kein Gegencheck, keine Stellungnahme) würde Herr Niggemeier anderen Journalisten jederzeit (und mit Recht) zur Last legen. Er selbst hat keine Scheu, Kollegen an den gedruckten Pranger zu stellen.
Vielleicht ist nachvollziehbar, wieso ich vor dem Herrn keine ungeteilte Hochachtung empfinden kann.
Mit dieser Brille auf der Nase lese ich natürlich nun auch seine sonstigen Texte und er kommt mir darin häufig ein wenig selbstgerecht und mitunter eifernd vor.
am 13. Februar 2008 um 10:34
also ich weiss nicht, ob ich Herrn Broder jetzt wirklich in die Tradition von Menschen wie Tucholsky oder Ossietzky stellen würde.
Und seine Reaktion auf Niggemeiers Kritik war weit unter der Gürtellinie. Publizist oder nicht, der Mann ist ein Polemiker der sich ständig nur beschwert, aber keine Lösungen bietet.
Auf diese Weise ist er nicht hilfreich, sondern leistet nur Angst, Hass und Intoleranz Vorschub.
am 13. Februar 2008 um 11:47
@hannes
Ein Demagoge schreibt zum Beispiel solche Texte:
http://www.henryk-broder.de/schmock_der_woche/melzer.html
Abi Melzer hat ihn hart, aber trefflich beschrieben, Broders Retoure ging tief unter die Gürtellinie.
Darauf ist Broder offensichtlich noch stolz, denn er hält diesen Offenbarungseid noch nach Jahren auf seiner Website.
am 13. Februar 2008 um 12:39
@Peter Kammer: Eine Unfähigkeit, Kommentar und Bericht zu trennen, ist Broder ja nun gerade nicht vorzuwerfen, denn in dieser Unterscheidung ist er immer nur Kommentator und nie Berichterstatter. Das nicht unterscheiden zu können, ist nicht Broders Problem sondern das seiner Kritiker.
@Fragezeichner: Ich sehe Niggemeier inwischen offenbar wesentlich kritischer als Du. Vieles, was er anführt, sind keine Belege, sondern auch nur Behauptungen oder aus dem Internet gefischte Versatzstücke aus anderen Medien, die er gut kombiniert. Dass er gut recherchiert und belegt, nimmt man als Leser lange Zeit stillschweigend an, da er es so beharrlich von anderen fordert.
@Andreas Hallaschka: Vielen Dank für das ausführliche Beispiel, das uns die Arbeitsweise eines Medienjournalisten sehr gut demonstriert. das Problem ist, dass die meisten Leser eines solchen Textes wie dem, den Niggemeier über Sie geschrieben hat, ja Vertrauen haben und das Original nicht mehr zur Hand nehmen.
@Karl: In wie fern ist der Text von Herrn Melzer hart aber trefflich? Weil er deine eigenen Vorurteile bestätigt?
am 13. Februar 2008 um 13:51
Über die Frage der „Simplen Wahrheit“ habe ich einen eigenen, neuen Text geschrieben.
am 13. Februar 2008 um 13:54
@Jörg: Darf ich deine Prämissen wie folgt zusammenfassen?
1. Broder ist ein respektabler und respektierter Publizist mit klarer Position und guten Argumenten
2. Niggemeier bedient sich falscher Behauptungen, um Broder als Person zu denunzieren, um damit indirekt dessen Position zu schaden
am 13. Februar 2008 um 13:55
Warum Vorurteile?
Vorurteile hat man, wenn man ein Urteil fällt, bevor man den Sachverhalt kennt. Nun kenne ich Broder nicht irgendwoher, sondern aus seinen Artikeln. Mein Urteil stammt also aus dem Sachverhalt und ist somit kein Vorurteil.
Ja, Melzer kam zum gleichen Urteil. Und Broders Stellungnahme zu diesem Brief zeigt deutlich, daß Melzer zum richtigen Urteil kam. Er zeigt die Stärken und die Schwächen Broders auf und betätigt sich am Ende noch als Prophet, indem er schreibt: „Ich kann mir schon vorstellen wie du jetzt toben und dich rächen wirst.“
Und Broder erfüllt die Prophezeiung prompt indem er gleich im ersten Satz einen Nazivergleich bringt: „der größte Verleger aller Zeiten (GRÖVAZ)“
Wer Melzers Verlagsprogramm kennt, weiß, daß diese Bemerkung einfach niederträchtig ist. Ein echter Broder eben.
am 13. Februar 2008 um 14:22
Ein Satz von Jörg ist überhaupt nicht hinnehmbar, und da ist Peter Kammer in #5 voll zuzustimmen:
„Wer einwendet, dass Broder selbst durch seine nachlässige Arbeitsweise das eigene Anliegen diskreditiert und Niggemeier dies vielleicht nur aufzeigen will, verkennt den entscheidenden Unterschied zwischen publizistischer und journalistischer Arbeit.“
Das definitiv nicht. Wie großzügig man mit der Wahrheit umgehen darf, das hängt nicht vom beabsichtigten Stil und den publizistischen Absichten ab. Standards der Wahrheitstreue sind von allen einzuhalten. Hier geht es beileibe nicht darum, ob eine Wahrheit lediglich „anders formuliert“ wird.
am 13. Februar 2008 um 14:25
@Fragezeichner: Nein, ich glaube nicht, dass das eine richtige Zusammenfassung ist. Aber ich sehe mich außer stande, selbst eine Zusammenfassung zu geben
@Karl: Das Vor-urteil ist das, was man hat, bevor man einen Sachverhalt kennt, unabhängig davon, woher. Du schreibst selbst, dass dieses Dein Vor-Urteil von Melzer bestätigt wurde.
@Heiner: Zum Thema Wahrheit habe ich heute einen extra text geschrieben, der enthält – hoffe ich – eine Antwort auf deinen Kommentar.
am 13. Februar 2008 um 15:43
ich finde polemik gut. ich habe auch nichts gegen prägnante zuspitzungen. aber ich glaube auch, dass es notwendig ist, dass jemand wie niggemeier auch fragen stellt. da gibt es nämlich solche „islamkritiker“ wie der umtriebige herr ulfkotte, die auf jeder veranstaltung geschichten erzählen, die einem einen kalten schauer über den rücken laufen lassen. da berichtet ulfkotte von türken, die freitags in metzgereien gehen, um auf die auslage von schweinefleisch zu spucken. da berichtet ulfkotte über british airways, die wegen aufgebrachter moslems ihr firmenlogo geändert hätten. und so weiter und so fort. eine journalistin hat sich dieser geschichten mal angenommen und recherchiert: nix ist davon wahr. es handelt sich vielmehr um sog. alltagsmythen: der bruder einer freundin, dessen cousin hat mit eigenen augen gesehen, dass…
kurzum: wo man über eine gruppe von menschen urteilt, darf man keine indizien bringen, sondern muss sauber arbeiten und fakten liefern. es kann nicht sein, dass jeder gammelige dönerspieß gleich als anschlag auf die westliche kultur gewertet wird, so wie das täglich auf dem rassisten-blog „pi“ passiert. seriöse islamkritik darf polemisch sein, allerdings auch seriös.
am 13. Februar 2008 um 16:13
@ jörg:
kennen sie eigentlich das blog „politically incorrect“? finden sie ok, was dort geschrieben wird? ist es richtig, dass herr niggemeier dort schonmal als nigger-meyer beschimpft wird? und wieso gibts zu diesem reichenweiten-starken blog eher lobende als kritische worte von broder?
am 13. Februar 2008 um 16:40
@Jörg, #31
Falsch. Mein Urteil habe ich mir auf der Grundlage verschiedener Artikel Broders gebildet. Es entstand also aus den Sachverhalten heraus und ist deshalb eben kein Vorurteil.
Daß Melzer zum gleichen Urteil gelangt, und Broder dieses Urteil durch seine unpassende Bemerkung bestätigt, kommt mir zwar gelegen, aber ich hatte und habe keinen Einfluß darauf.
am 13. Februar 2008 um 16:48
@Jörg: Die Frage, ob jemand Berichterstatter oder Kommentator ist, hängt nicht von der Person ab sondern von der Art der Aussage. Wenn Broder etwas behauptet, zum Beispiel, dass jemand aus „Andalusien oder sagen wir: Antalya“ weniger hart bestraft werden würde als ein Allgäuer Bauer, so ist das eine Aussage, die widerlegbar ist, resp. eben lediglich demagogisch wirkt (der radio-1-link ist leider nicht mehr vorhanden, aber es gibt genügend andere Aussagesätze von Broder auf diesem Niveau). Selbt wenn diese Aussage innerhalb eines als Kommentar gekennzeichneten Bereiches fällt, ist es eben kein Kommentar sondern bleibt eine Behauptung.
Dies ist eigentlich die Minimalgrundlage des Journalismus, daher wundert es mich, dass sie hier überhaupt zur Disposition gestellt wird.
am 13. Februar 2008 um 18:07
Der Erfolg von PI begründet sich meiner Meinung nach darin, dass dort Dinge thematisiert werden, die viele Menschen aus Ihrem Alltag kennen – vereinzelte Übertreibungen und Banalitäten inklusive. Man sollte PI kritisch betrachten, aber nicht verteufeln, denn vieles was dort zum Thema Islam und Multikulti geschrieben wird ist (leider) wahr.
am 13. Februar 2008 um 18:41
@Karl: Vielleicht schreibe ich über Urteile und Vor-Urteile noch mal einen gesonderten Text, dann kann ich mich vielleicht besser verständlich machen.
@citoyen: Ich hoffe, dass die Diskussionskultur in meinem Blog bereits erkennen lässt, dass ich von solchen Blogs wie Politicaly Incorect nichts halte, genauso wenig wie von ihren Gegenstücken, zu denen ich mich hier schon einmal geäußert hatte. Allerdings verfolge ich all diese Blogs schon lang nicht mehr. Gibt es irgendwo einen Link über den man sich einen Eindruck verschaffen kann wann genau und wie genau sich Broder zu PI positiv geäußert hat?
@Peter Kammer: Die Anforderung an den Journalismus, die du formulierst, wird hier nicht grundsätzlich zur Disposition gestellt. Ich versuche zu ermitteln, auf welche Weise sie von verschiedenen Seiten erfüllt oder missachtet wird und komme im konkreten Fall zu dem Ergebnis, dass der, der hier als Wächter dieser Anforderungen in Erscheinung tritt, sie selbst nicht erfüllt. Und ich frage, warum das so ist.
Schau dir mal den Originaltext der BBC-Erklärung zu „pbuh“ an, auf die Niggemeier verweist. Warum zitiert Niggemeier gerade und nur den letzten Absatz? Ist es wirklich so, dass – wie Niggemeier sagt – auf der Islam-Section Selbstdarstellungen des Islam zu finden sind? Ist nicht die Brodersche Kurzfassung hier näher an der Quelle als die von Niggemeier?
am 13. Februar 2008 um 20:37
@Jörg
Broder iss ja nich in Deiner Blogroll, Niggemeier spätestens ab heute wohl auch nicht mehr, gelle? Oder willst Du nicht konsequent sein? Mut!
Beste Grüße
Vogel
am 13. Februar 2008 um 21:21
@Vogel: Was den Broder betrifft: Danke für den Hinweis. Ansonsten: Meine Bloggroll ist keine Freunde-Liste sondern eine öffentliche gedächtnisstütze auf die Blogs, die ich hin und wieder anklicken will.
am 13. Februar 2008 um 21:43
@Jörg
hab‘ ich verstanden. Man muss schließlich ja auch wissen, was der … so sagt. Trotzdem: Musst Du alle, die Du Dir gelegentlich anguckst, in der Blogroll führen? Du kannst den Niggemeier auch so lesen, oder? In der Blogroll: Das scheint mir schon eine hervorgehobene Stellung zu sein. Ich hab‘ mir schon lange angewöhnt nur dann, wenn mir etwas besonders gefällt, mir den Namen des Schreibers überhaupt nur anzusehen. Lese ich ‚was schlechtes (natürlich imho), ist mir der Griffelspitzer egal! Bin bisher sehr gut gefahren damit, nur sehr, sehr wenige sind da rausgefallen! (und meine Namensliste guter Schreiber geht bis auf Werner A. Perger – kenn‘ ich noch aus Werner Höfers seeligen Zeiten; „Internationaler Frühschoppen“ und Nachfolger gehört bei mir seit 1964 zum sonntäglichen Ritual, hab‘ ich als 14-jähriger damals von meinem Vater angenommen).
Beste Grüße
Vogel
am 13. Februar 2008 um 23:30
am 13. Februar 2008 um 23:50
BTW – es ist noch gar nicht so lange her, dass Broder von seiner Seite auf PI verlinkt hatte.
Auch wenn ich die Radikalität, Hetze und Übertreibung von Arendt-Art ablehne – hier eine entsprechende Dokumentation:
http://www.arendt-art.de/deutsch/Henryk_m_broder/broder_boerne_ulfkotte_giordano_seligmann.htm
Das man eine Verbindung zwischen Broder und PI „arrangieren“ müsste, ist wohl eher als sehr peinlicher Abwehrreflex von H.M.B. zu sehen – das könnte man auch wissen, wenn man Blogeinträge schreibt und ein ganz klein wenig recherchiert, und sich nicht gleich Reflexe hingibt.
am 14. Februar 2008 um 09:34
@Limited: Zunächst Danke für die Links. Man kann nun also folgendes festhalten: PI gibt es ca seit Ende 2004, knapp ein Jahr später lässt Broder sich mit jungen Menschen fotografieren, ich bin bereit, anzunehmen, dass es sich dabei auch um Macher des Blogs PI handelt, auch wenn ich diese Information nicht finden kann. Irgendwann im ersten Halbjahr 2007 entfernt Broder den Link auf PI von seiner Blogroll. Ist es Meinung oder Tatsache oder Unterstellung, Broder würde sich gern in der Nähe von „diversen antiislamischen Hassbloggern“ aufhalten, wie Niggemeier im Februar 2007 ohne Angabe von Quellen behauptet (und der Zusammenhang zwischen Broder und PI wird ja in seinen letzten Broder-Artikeln wiederholt, ohne dass er die Behauptung vom Vorjahr relativiert)?
Im Übrigen ging es mir nicht darum, Broder zu verteidigen, sondern zu zeigen, dass Niggemeier nicht anders arbeitet.
am 14. Februar 2008 um 10:56
Seit Ihr immer noch nicht durch?
zu Broder vs. PI:
Diese „Verbindung“ wird immer wieder gerne von Seiten der Broder-Basher angeführt. Nicht zu Unrecht, denn es stimmt ja, aber es werden imo die falschen Schlüsse daraus gezogen. Richtig ist, dass es auf Broders alten Site mal eine Verlinkung gab, diese wurde vor ca. 1 Jahr aufgrund einer zunehmenden Distanz ob der zunehmenden rechtslastigen Radikalisierung PIs und Anderer entfernt wurde (wie auch honestly concerned und andere Verlinkungen zu Blogs mit tendenziösen, bedenklichen Inhalten). Ferner äussert er sich im Rahmen der Kulturzeit vom 2. November 2007 auf 3Sat ( –> http://de.youtube.com/watch?v=XYG7RL9DBB8 )recht eindeutig. Einerseits sieht er dort noch gute Beiträge vertreten (wo eigentlich – gute Frage), aber spricht auch gleichsam von einem „rassistischen Skandal“. Auch in darauf folgenden Sendungen / Diskussionsrunden geht er sehr deutlich inhaltlich auf Distanz zur PI-Agenda und zeigt sich als weitaus moderater als von Kritikern angenommen(siehe z.B. http://de.youtube.com/watch?v=w93XaQcJGKM ). Ich persönlich ziehe den subjektiven Schluss daraus, dass er mit der Zeit erkannte, mit welchen in Schafspelze gehüllten Wölfe er da heulte und die entsprechenden Konsequenzen daraus zog.
„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf ihn“ ( vgl. Joh 8,7).
Vielen Dank an Jörg für die sachliche Darstellung hier. Grüße – Marcolinho
am 14. Februar 2008 um 12:08
@ Marcolinho
vielleicht hast du recht, vielleicht nicht. broder ist eigentlich ein autor, der zu jedem und allem schnell eine meinung hat und diese mitunter auch lautstark artikuliert. wieso er auf die direkte kulturzeit-frage, ob er pi gut fände, so salomonisch und ausweichend antwortet, verstehe ich nicht ganz. und passt auch nicht zu ihm. würde er sich einen zacken aus der krone brechen, wenn er zugäbe, dass pi eine wirklich üble geschichte ist?
am 14. Februar 2008 um 12:10
@ Jörg
In Anbetracht der Aufnahme oben (der Herr mit dem blauen Hemd rechts von H.M.B. ist übrigens ein gewisser Stefan H.) und mit der Beobachtung, das zwischen beide kein Stuhl und kaum ein Blatt Papier passt und das alle so aussehen, als wenn sie sich prächtig amüsieren, kann man die Behauptung „er (Broder) hält sich gerne in der Nähe von diversen antiislamischen Hassbloggern auf“ m.E. durchaus als Tatsache ansehen.
Im Vergleich zu den Tiraden, die 2005 noch auf PI zu lesen waren (auch dazu bietet Arendt-Art einiges an dokumentierten Tatsachen), ist PI mittlerweile im Tonfall sogar „milde“ geworden.
Das diese und andere Dinge nicht sofort als Beleg für die Behauptung auftauchen, hat m.E. auch etwas mit einer gewissen Scham zu tun; mit Bildbelegen sollte man Personen nicht in die Öffentlichkeit zu zerren.
Und das ist durchaus etwas anderes als mit bereits länger als falsch bewiesenen Behauptungen Kampagnen zu fahren, wie es Broder und PI machen.
Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass einige der Behauptungen, die Broder aufstellt, in dieser Form nur PI als nachvollziehbare Quelle haben (vermutlich die s.E. sehr guten „Geschichten“, die er in Bezug auf PI erwähnt), kann man auch argumentativ, und nicht nur räumlich, eine Nähe zumindest belegbar vermuten.
Wer nach mehreren Jahren noch nicht erkennt, von wem er sich da eigentlich füttern lässt, wie vergiftet das Futter ist und diese Futter auch noch als genießbar weiterreicht, den möchte ich nicht als wichtige zuspitzende Stimme im Diskurs sehen. – vor dieser Form der Radikalisierung wird mir Angst und Bange.
Wer durch Schüren verbreiteter Emotionen und Vorurteile versucht Einfluß und Reputation zu gewinnen, und wer sich dabei auf noch auf faktisch falsche Behauptungen stützt, den halte ich für einen Demagogen.
Und da erkenne ich einen großen Unterschied zwischen Stefan Niggemeier und H.M. Broder.
am 14. Februar 2008 um 12:15
@ Limited
kannst du was zum hintergrund des flickr-fotos sagen? was war das für eine veranstaltung?
am 14. Februar 2008 um 12:18
Einfach mal nach „pro westlicher Heimatabend“ googeln.
am 14. Februar 2008 um 12:20
Woher das Foto stammt und wie es auf flickr kommt, dazu erfährt man bei Felix Schwenzel detaillierteres:
http://wirres.net/article/articleview/4789/1/6/
am 14. Februar 2008 um 12:48
Die BBC-Erklärung behauptet es jedenfalls: „[…] our explanatory pages were in essence, a particular religion explaining itself to the reader“ . Und bei Nachrichten kann es auch nicht zu Problemen kommen, wie Broder prophezeit, da pbuh nur im Religionsbereich der Website verwendet wird.
am 14. Februar 2008 um 13:00
@Limited: Ich glaube wir kommen hier nicht weiter. Wenn du alle Bilder, auf denen Leute in dieser Weise zusammenstehen, als Freundschaftsbeweise nimmst, dann gibt es viele ungeahnte Freundschaften auf der Welt. Aber ich denke, genau das was du hier vorführst ist eine gute Illustration dafür, wie eben in jeder „Dokumentation“ ein Interpretation dessen steckt, der dokumentiert.
@harald: Indem du den text noch mehr verkürzt, als es schon Niggemeier getan hat, kannst du natürlich diesen Eindruck erwecken. Wenn du aber den ganzen text liest, wirst du feststellen, dass BBC sagt, man versuche, texte über einen Glauben aus der Sicht dieses Glaubens zu schreiben. Das hat nichts mit einer Selbstdarstellung zu tun, sondern mit Einfühlung. Und das Wort „Nachrichten“ hat nicht Broder ins Spiel gebracht, er hat immer nur von der Islamic Section geschrieben – auch da könnten doch Artikel über Terroristen stehen, die sich auf ihre Religion beziehen, oder?
am 14. Februar 2008 um 13:09
@ Jörg
Klar, die Jungs benötigten dringend noch irgendeinen bärtigen Mann mit Tasche für den Mittelpunkt ihres Gruppenfotos, seit den 20er Jahren weiß man, aus ästhetischen Gesichtspunkten kommt das einfach fröhlicher an.
Und Broder, der gerade zufällig in der Nähe spazieren ging, ließ sich halt nötigen…….
am 14. Februar 2008 um 13:19
@ Jörg
O-Ton Broder: „Einen aufregenden Praxistest dürfte die Sprachregelung bestehen, wenn die BBC über einen Selbstmordanschlag gläubiger Muslime berichtet, deren letzte Worte ihrem barmherzigen Gott Allah und seinem Propheten, Peace be upon him, galten.“
Die Kasusistik dies du hier bei der Verteidigung Broders betreibst, kann man glaube ich nur mit etlichen Gehirnverenkungen noch nachvollziehen.
am 14. Februar 2008 um 13:22
@ Limited
Zunächst einmal sorry meinerseits, falls ich Ihnen gestern zu nahe getreten bin. Zu dem Broder-Brummkreisel ist hier imo hier genug gesagt worden.
Mir ist Ihre Aussage „Im Vergleich zu den Tiraden, die 2005 noch auf PI zu lesen waren (auch dazu bietet Arendt-Art einiges an dokumentierten Tatsachen), ist PI mittlerweile im Tonfall sogar „milde“ geworden.“ etwas auf den Magen geschlagen.
Für mich, der PI seit knapp 2 1/2 Jahren beobachtet (und ob der Erwägung rechtlicher Schritte in den letzen Monaten ganz besonders genau) ist das genaue Gegenteil Realität. Für mich hat sich der Tonfall dank „Autoren“ wie Beate Klein oder gw deutlich verschärft und der Tunnelblick, in dessen Visier nun insbesondere Migranten aus der Türkei stehen, verengt wie radikalisiert. Eine Vielzahl der „Kommentatoren“ sind imo dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen, es manifestiert sich mehr und mehr eine militante Sichtweise, die sich bisher glücklicherweise lediglich auf verbale Hetzte („Musel“, „Dreckstürke“, „Untermenschen“, „Mekka bombardieren“, „Einziehung des Passes für Türkenliebchen“, „Massenausschaffung“ etc.) beschränkt. Gerade die verschärfte Hetze der letzten Monate unter Flankierung gewisser Boulevard-Medien hat für vermehrten Traffic gesorgt. Herre, von Gott (bzw. Allah oder dem fliegenden Spaghettimonster) nicht mit sonderlich viel Hirnmasse gesegnet, freut sich , auch über die Spendengelder (der nächste Urlaub ist gesichert), rafft aber, glaube ich, gar nicht wirklich, dass man sein Ersatz einer geregelten Tätigkeit nicht mehr von einem NPD-Blog zu unterscheiden ist. Selbst Broder, Kelek, Ateş, Hirsi etc. erscheinen vielen paranoiden PIlern inzwischen als Gutmenschen, Veräter etc. Ich habe einiges Material gesammelt und sorry, aber ich kann Deine Wahrnehmung hin zu einer wie auch immer geartetetn „Milde“ beileibe nicht entdecken. Aber gut, PI ist ein anderes Thema. Ich wollts nur mal gesagt haben. Und Arendt-Art, naja, imo ein Eigentor, diesen teufelsaustreibenden Belzebub in die Diskussion einzubringen.
am 14. Februar 2008 um 13:31
@ Marcolinho
DAs sind zwei Ebenen. Inhaltlich hat sich der Tonfall sicherlich verschärft – das Bild der Muslime und der „Gutmenschen“ wird immer stärker überzeichnet.
Aber vom Sprachgebrauch her hat man gelernt, verstärkt auf Suggestivformulierungen zu setzen. Andeutungen zu verwenden, die dann schon richtig verstanden werden im Raum stehen zu lassen u.a.m. Vorher war das nur plattes Bashing – jetzt ist das schon fast Geirnwäsche und neurolinguistisches Programmieren.
am 14. Februar 2008 um 13:43
@Limited
Okay, in dieser Sache stimme ich mit Ihnen größtenteils überein. In Bezug auf die Autoren, die sich ja neuerdings allesamt aus gutem Grunde hinter „PI“ verschleiern, haben Sie recht. Die heißgemachte Leserschaft hingegen präsentiert ihr Gedankengut hingegen unverblümter denn je. An anderer Stelle gerne mehr.
am 14. Februar 2008 um 14:46
@Limited: Ich denke, wir werden unsere beiden Sichtweisen auf die Dinge im Moment nicht zusammenbringen. Im Übrigen verteidigt man ja Broder nicht, wenn man die Argumente gegen ihn für dürftig und konstruiert hält.
am 14. Februar 2008 um 14:52
Wie bitte? Ich habe eine Kernaussage des Textes durch ein Zitat belegt. Solange es nicht aus dem Zusammenhang gerissen ist, ist die Länge vollkommen belanglos.
Der ganze Abschnitt mal im Zusammenhang: „We decided that a less biased and more consistently fair approach would be to write about each faith from the point of view of that faith – so that our explanatory pages were in essence, a particular religion explaining itself to the reader.“
Ja, sie schreiben über jeden Glauben aus dessen Sicht. Und daraus folgt laut BBC („so“), dass jede Religion sich selbst dem Leser erklärt., was man im Deutschen auch als Selbstbeschreibung bezeichnen kann.
am 14. Februar 2008 um 15:03
@harald: Ich denke, hier gilt das gleiche, was ich eben zu Limited schrieb: wir werden unsere Sichten nicht zusammenbringen. Ich denke, es ist ein Unterschied, ob ein Journalist der BBC die Sicht des Islam einzunehmen beabsichtigt, oder ob ein Vertreter des Islam selbst über seine Religion schreibt, und du siehst das anders. Das sollten wir nun akzeptieren.
am 15. Februar 2008 um 14:40
Wenn man sich die Medienlandschaft inkl. alle schmierigen Pre$$titutes der letzten Jahren anschaut, brauchen wir noch EINIGE NIGGEMEIER! Wenn KONZERNE Ihre Schreiberlinge bewusst nutzen, um für POLITIK, IDEOLOGIEN und KAPITAL zu lügen und zu manipulieren, sind Journalisten wie Niggemeier enorm wichtig. Sie zeigen die Fehler der anderen und schützen die Menschen vor Verblendung und Manipulation. Falsche Behauptungen vom Schmierling Broder aufzudecken, nennt kein normal denkender Menschen „Sesselpupsen“. Da braucht der Schwarm von Politically Incorrect – BRODER – überhaupt nicht so zutun, als ob er ein paar kleine Fehler gemacht hat. Er macht diese Fehler bewusst und klein sind sie eben ganz und gar nicht. Seine Hetzschreiben sind bewusst mit Lügen durchwebt! Was Menschen wie S. Niggemeier ausüben, nennt sich 100%ig investigativen Journalismus! DIE WELT BRAUCHT MEHR DAVON! Solche Menschen sind keine kleinkarierten Schreiber, sondern in der Medienwelt die Helden unter frustierten Versallen der WELTMAFIA.
am 15. Februar 2008 um 14:46
[…] sein literarisches und publizistisches Gesamtwerk verliehen wurde. Gerade im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um Henryk M. Broder ist es interessant, diesen Text erneut anzusehen, das zeigt schon […]
am 15. Februar 2008 um 15:17
@sunshine: Ich habe mal deine Schreibweise des von dir positiv erwähnten Stefan Niggemeier geändert – für mich ein Zeichen, dass die oft kritisierte Falschschreibung des Namens wohl meist nicht absichtlich erfolgt.
am 15. Februar 2008 um 16:26
@ jörg
ich weiß nicht, welchen schreibfehler „sunshine“ gemacht hat, aber dass niggemeier auf pi nicht selten als „nigger-meyer“ tituliert wird, ist sicher kein zufall oder schreibfehler…
@ sunshine
hören sie doch mit weltmafia auf: solche verschwörungstheorien sind lächerlich und absurd. mich persönlich stört es gar nicht, dass broder eine andere meinung vertritt als eine vielzahl seiner journalisten-kollegen. auch gegen gut gemachte polemik hab ich nix (sogar, wenn sie mir inhaltlich gegen den strich geht). auch kleine fehler sind nicht weiter tragisch.
für problematisch halte ich allerdings geschichten, die eine bestimmte personengruppe diskreditieren: meiner meinung nach, müssen die wasserdicht sein und gut recherchiert! (nicht so wie dr. ulfkotte und seine alltagsmythen…)
dass es einen mehr oder weniger intensiven flirt zwischen broder und pi gibt, scheint durchaus der fall. sich mit dem eigenen tun zu beschäftigen und mal zu reflektieren, was links und rechts von einem passiert, würde broder gut stehen. broder kann man sicher nicht für den rassismus auf pi in haft nehmen, aber er sollte schonmal erkennen, was sein „unautorisierter fanclub“ so treibt. seine polemik gegen niggemeier hat mich jedenfalls auch nicht überzeugt. ich hätte da noch ein paar fragen…
am 15. Februar 2008 um 16:40
Wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf: Ich schätze Niggemeier deutlich mehr als Broder. Niggemeier ist wohl (für Broder und seine Freunde jedenfalls) der Inbegriff des „Gutmenschen“.
Im aktuellen „Schlagabtausch“ fand ich Broders Text besser. Jedenfalls was seinen Unterhaltungswert anlangte. Inhaltlich stelle ich mich hinter Niggemeier. Auch wenn ich wiederum Verständnis für das habe, was im 1. Kommentar zu diesem Beitrag angesprochen wurde.
am 21. Februar 2008 um 14:30
Natürlich ist Broder – wie es auch hier in einem Kommentar gesagt wurde – ein Demagoge. Er stellt sich als Tabubrecher hin, will aber für seine Tabubrüche nicht haften. Er selber bringt nie Belege bei, sondern verstärkt ein Gefühl bis ins Paranoide. Wenn jemand irgendwie Flugangst hat, dann würde Broder demjenigen permanent Bilder von abstürzenden Flugzeugen zeigen. Solange, bis derjenige wirklich glaubt, die Dinger kommen immer nur so runter,wie er es gesehen hat.
Daher ist Broder kein Journalist, sondern – und hier der „Bild“-Agitation verwandt – ein Krawallbubi. Dass ihn die Bezeichnung Publizist von Sorgfaltspflichten entbindet, ist restloser Unsinn. Jeder, der heute irgendwie und irgendwo einen Text in Tatsten haut und diesen veröffentlicht, muss dafür geradestehen. Wenn er das nicht kann, weil er die Unwahrheit sagt, simplifiziert oder selektiv wahrgenommen hat, dann ist die Pflicht anderer, dies aufzudecken. Man nannte das früher mal Aufklärung. Und auch heute noch.
am 22. Februar 2008 um 08:35
Ich habe in diesem und in den Folgetexten zu zeigen versucht, dass Niggemeiers texte zu diesem Thema genauso simplifiziert und selektiv sind, wie Broders. Das ist mir offensichtlich nicht für jeden nachvollziehbar gelungen, aber ich halte auch das für Aufklärung. Die unkritische Art, in der oft mit Niggemeiers Artikeln umgegangen wird, ist mir unverständlich.
Das Wort Demagoge ist so unklar und dehnbar, dass ich es gern aus so einer Diskussion heraushalten würde.
am 22. Februar 2008 um 09:57
Selektiv ist jeder, der irgendetwas schreibt. Es wäre ja auch unsinnig zu glauben, dass jeder über alles schreiben könnte. Die Frage ist doch eher, wie mit der Wahrheit umgegangen wird und wie mit eigenen Fehlern. Und Fehler in „bildblog“ werden z.B. so korrigiert (http://www.bildblog.de/2796/wer-ist-hier-eigentlich-der-idiot-korrektur), während Broder lediglich in seiner Art, andere Menschen beleidigen zu wollen (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/niggemeier_co_die_laus_die_bruellte/), seinen Ärger über die eigenen Fehler kaschieren kann.
am 12. März 2008 um 00:57
Auch kritische Publizisten und Blogs, wie Medialens oder Sourcewatch/DisInfopedia, können einem nicht die Last des eigenen Denkens abnehmen.
Mich interessieren weder Broder noch Niggemeier, einfach weil die deutsche Journaille selten etwas Lesenswertes zustandebringt. Jede Neuigkeit wird zum Opinion piece über den letzten Politikerfurz, während die großen Themen ausgeklammert bleiben – Querlesen ist angesagt, von Asia Times und Al Jazeera bis Wikileaks.
am 12. Mai 2008 um 19:00
Ein wirklich toller artikel. er bringt es ziemlich gut auf den punkt. in unserer „demokratie“ scheint es schon wieder so weit gekommen zu sein, dass menschen, die unliebsame entwicklungen thematisieren wollen entweder persönlich diskreditiert und munttot gemacht werden, oder dass man sie mit einer mischung aus persönlicher hetze und scheinbar neutraler analyse iher formalen fehler inhaltlich unglaubwürdig werden lassen will.
und leute wie dieser niggmeier, dessen berufliche und moralische leistungen aus meiner sicht so gering sind, dass es sich noch nicht einmal lohnt, seinen namen richtig zu schreiben, bekommen preise, wenn sie auf den mehrheitszug der islamkritiker-hasser aufspringen und versuchen kontroverses mit dem zirkelschluss „unwichtiger recherchefehler= inhaltlicher komplettfehlschluss“ auseinanderzunehmen.
die selben leute, die niggmeier als hüter der kritischen recherche feiern, sind die gleichen, die sich fassungslos fragen, wie in vergangenheit und gegenwart politischer totalitärismus so einfach und effektiv entstehen kann.
wer übrigens mal sehen möchte, was einen als mainstream und lobbyismus-nonkonformen andersdenkender oder den linksgrünen gesinnungsterror vehement ablehnenden bürger erwartet, der gehe auf folgenden link und lese den kommentarbereich
http://au.youtube.com/watch?v=WfVaZn6IEh4&NR=1
aber hey, das ist STEFAN HERRE von PI und somit rechtfertigt das die morddrohungen schon irgendwie- niggmeier übernehmen sie!
am 16. Mai 2008 um 22:29
„Der Publizist hat ein inhaltliches Anliegen, er will die Gesellschaft beeinflussen, die Menschen wach rütteln.“
Das will Horst Mahler auch.
am 17. Mai 2008 um 22:08
Entschuldigung mein Kommentar ging an der Sache vorbei. Mich ärgerte lediglich die Aussage von Herrn Friedrichs, dass wir lediglich uns der Wahrheit annähren, sie umkreisen können. Das mag richtig sein, kann uns aber nicht davon befreien uns regelmäßig an jener zu orientieren. Für mich klingt das schon wie ein Persilschein für ein Postulat, dass wir aufstellen können um es dann mit vagen Indizien zu belegen. Dann ist eben auch nicht so schwierig zu behaupten wie würden vom Finanzjudentum regiert oder die Erde sei eine Scheibe. Zuspitzen, polemisieren – herzlich gerne – aber dem Betrachtungsgegenstand gerecht werden. Ich mag Broder, ich wünschte es gäbe ein paar mehr seiner Art.
am 20. Mai 2008 um 13:32
„Scheingefecht“ ist gut, Waffenungleichheit ist ja gegeben.
am 25. März 2009 um 05:08
An Niggemeier kritisiere ich in diesem Fall, dass er nicht sagt, was er eigentlich will. Bei Broder ist klar, worum es ihm geht, Niggemeier spielt den unparteiischen. Bank Vergleich Dabei sind – wie ich zu zeigen versucht habe – seine Argumente aber nicht seriöser als die von Broder. Auch er belegt nicht, was er behauptet, auch er ist unsachlich („doof“, „Gehirnfasten“,…) und vergiftet damit die Diskussion.
am 17. August 2010 um 16:43
Der Verfasser dieses Artikels behauptet ernsthaft, ein Publizist sei trotz gezielter und bewusster Irreführung durch (absichtlich?) fehlerhafte Auswertung von Tatsachen berechtigt, sein Anliegen zwecks „Wachrütteln“ der Gesellschaft zu verfolgen. Mag die Lüge noch so unverdaubar sein. Wer sie schluckt, der hat zwar Steine im Bauch, aber satt ist er trotzdem.
Entschuldigen Sie, Herr Friedrich, aber sie machen sich moralisch der Beihilfe zur Demagogie mitverantwortlich. Es erscheint Ihnen legitim, wenn jemand auf sog. „Gefahren“ in der Gesellschaft deutet. Gefahr ist jeder Umstand, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Schadenseintritt erwarten lässt. Wenn also Sie oder Herr Broder auf Gefahren hinweisen, um das unumkerbare Gut der freiheitlich demokratischen Grundordnung zu schützen, sollten sie vielleicht auf den Grundantagonismus aufmerksam machen, der ihre ganze Gedankenkette ad absurdum führt. Herr Niggemeier hat lediglich, darauf aufmerksam gemacht, dass Herr Broder bewusst oder grob fahrlässig Sachverhalte im falschen Kontext wiedergibt bzw. durch Weglassen oder Hinzufügen verändert. So wird aus einer wertneutralen eine falsche demagogische Tatsache. Als selbsternannter Philosoph, Freigeist, Naturforscher und Businessman sollten sie entweder lernen, zielgerecht mit Kausalzusammenhängen zu arbeiten oder vor Veröffentlichung von rührenden Verfassungsromanen ihre belletristischen und rechtlichen Bewertungsfähigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Ich empfehle Ihnen hierzu einen Besuch einer Anfängerübung im öffentlichen Recht in einer Universität in ihrer Umgebung. Vielleicht verstehen sie und Herr Brodel dann, was Verfassungsgut, Rechtsstaatlichkeit und freiheitlich demokratische Grundordnung bedeuten.
Mit freundlichen Grüßen,
Ein Moslem.
am 20. Dezember 2010 um 19:38
Jörg, wenn du Gutachter wärest und müsstest deinem Artikel Oberflächlichkeit nachweisen, würdest du das schaffen? Stil und Inhalt bilden eine Einheit, und die Phänomene Broder und Niggemeier lassen sich nicht durch einfache Rollenzuweisungen erklären. Viele weitere Anregungen auf Anfrage.