Die Zukunft der Musik-Vermarktung
Gerade schrieb ich, angeregt durch den Spiegelfechter und Thomas Knüwer, über das Problem des illegalen Downloads von Musik. Das Thema scheint momentan viele zu beschäftigen, denn heute schrieb Johnny vom Spreeblick einen ausführlichen und lesenswerten Artikel über die Chancen der Musikindustrie, bei dem mich aber vor allem ein Kommentar von Fragezeichner zum Weiterdenken anregt.
Johnny, es würde mich interessieren, warum Musiker überhaupt eine Musikindustrie brauchen? Produktion? Marketing? Brand-Building? Rechteverwertung? Sollte ein Musiker nicht hocherfreut sein, dass er das alles nun selbst mit Computer und Internet bewältigen, und sich auf seine eigentliche Tätigkeit, das Musizieren konzentrieren kann?
Wahrscheinlich ist das die Lösung: Music on Demand, wie Books on Demand. Der Musiker sucht sich ein Studio, stellt seine neuesten Werke selbst ins Netz, und bietet sie gegen ein geringes Entgelt zum Download an. Bei dieser direkten Vermarktung steigt sicher die Scheu, die heruntergeladenen Werke direkt wieder auf einer illegalen Tauschbörse hochzuladen. Die Bereitstellungskosten für den Musiker sind relativ gering, sodass er schon bei relativ geringen Download-Zahlen in die Gewinnzone kommt.
Außerdem wird auf der WebSeite natürlich auch gleich Werbung fürs nächste Konzert gemacht. Und auf dem gibt’s dann (das machen viele ja heute schon so) die CD oder DVD zu kaufen.
Die Musikindustrie ist dann wirklich um ihre Zukunft nicht zu beneiden. Wahrscheinlich wird’s dann Subventionen für die sterbende Industrie geben, so eine Art CD-Pfennig?


