Sterben mit oder ohne Hilfe bei Anne Will
Kann man in einer Stunde das Thema aktive und passive Sterbehilfe behandeln. Die Sendung von Anne Will gestern Abend zeigte, dass das geht, wenn man sich darauf beschränkt, Standpunkte aufzuzeigen und wenn man kontroverse Diskussionen konsequent unterbindet.
Menschenwürdiges Sterben ist ein ungeheuer vielschichtiges Thema, da gibt es viele Standpunkte, die -für sich genommen -je einleuchten, auch wenn sie sich gegenseitig ausschließen.
Wieder scheint es so zu sein, dass man sich aus dem ethischen Ja-Nein-Dilemma befreien muss. Das Problem wird nicht gelöst, indem wir auch in Deutschland die professionelle Sterbehilfe von Dignitas einfach erlauben – wie viele neue Probleme davon geschaffen werden, weiß aber niemand. Aber auch das einfache Verbot wird uns nicht weiter helfen.
Der Schlüssel zum mesnchenwürdigen Sterben scheint in der Paliativ-Medizin zu liegen. Menschen von Schmerzen zu befreien statt ihr Leben unnötig zu verlängern – da hinein sollten die Investitionen fließen.
Eine Neuausrichtung der Medizin am Ende des Lebens ist also nötig. Weniger lebensverlängernde Intensiv-Medizin, mehr Schmerzlinderung und Betreuung – das ist sicher kein teurer, aber ein wesentlich menschenfeundlicherer Weg.
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