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Jörg Friedrich


Wie Meinungsfreiheit bekämpft wird

16. August 2007 Kategorie: Allgemein |

Hier geht es nicht um merkwürdige Ratesendungen und die Frage, wie man seine Meinung dazu äußern darf. es geht um die Frage, wie Konsumenten mit zwielichtigen Angeboten in den Zeiten des Internet umgehen können.

Früher hat man sich im privaten Umfeld darüber unterhalten, dass man dieses oder jenes Angebot eines Dienstleisters für nicht seriös hält, und man hat einem Freund mal einen Rat gegeben, sich z.B. auf Hütchenspieler nicht einzulassen. Das konnte dem Anbieter egal sein, so lange die kritischen Stimmen nicht viele Leute erreichten.

Plötzlich aber gibt es da das Internet und die Möglichkeit, in Foren, Blogs u.ä. tendenziell beliebig viele Menschen mit seiner Warnung zu erreichen. Das kann den Hütchenspielern und ihren großen Brüdern dann nicht mehr egal sein.

Was tut man da am besten, wenn man weiterhin ungestört naive Bürger um ihr Geld bringen will? Man sucht sich einen populären Blogger, der mal kritisch über Geschäftspraktiken geschrieben hat, die ihm merkwürdig vorkamen, und überzieht ihn mit Abmahnungen über jeden Satz, der in einem der Kommentare auf seiner Seite gestanden hat und deren rechtliche Sicherheit nicht völlig klar ist. Der Effekt bei der aktuellen Vernetzung der Blogs und Foren ist ideal. Jeder Blogger setzt nun seine eigene Schere im Kopf an. Er fragt, sich, ob ihm die freie Äußerung seiner Meinung 1.000 € wert ist. Die wenigsten können diese Frage aus rein praktischen Überlegungen heraus mit „Ja“ beantworten.

Vielleicht geht der Kampf um die Meinungsfreiheit in der ersten Runde noch verloren. Richter verstehen nichts vom Internet, vielleicht sind auch ihnen diese Blogger und die anderen Internet-Schreiber suspekt. Aber die Zeiten werden sich ändern, darauf sollten sich alle, die bisher unbedarfte Kunden über den Tisch gezogen haben, gefasst machen.

Dafür ist aber nicht nur notwendig, dass die jetzt angegriffenen populären Blogger durchhalten. Dafür ist vor allem notwendig, dass Blogger erkennen, dass sie Einfluss haben können, und dass sie diesen Einfluss verantwortungsvoll nutzen müssen, damit die Gesellschaft eine offene bleibt.

Kommentare bitte hier.

http://DuBerichtest.de/einzelgeschichte.php?id=150&art=geschichte


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