Wie entsteht ein Mindestlohn?
Linke Politiker meinen, sie könnten vorschreiben, wieviel ein Arbeitnehmer in Deutschland für eine Arbeitsstunde mindestens zu verdienen hat. Sie nennen das Mindestlohn und zeigen damit, dass sie die Prinzipien, auf denen der Wohlstand der Gesellschaft basiert, nicht begriffen haben.
Mindestlohn definiert die SPD-Spitze als den Verdienst, den ein Arbeitnehmer zu bekommen hat, damit er als Vollzeitbeschäftigter nicht auf die Hilfe des Staates angewiesen ist.
Mindestlohn und Sozialhilfeniveau
Ab wann ist man auf die Hilfe des Saates angewiesen? Landläufig wird das über den Sozialhilfesatz definiert. Aber ist das richtig? Vielleicht ist der Satz zu hoch? Um das zu prüfen, muss man sich ansehen, wie diese Sozialleistung berechnet wird. Es wird dazu ein Warenkorb gebildet, der das zum Leben notwendige (unter Beachtung des Artikel 1 des Grundgesetzes, also dem Schutz der Würde des Menschen) enthält.
Im internationalen Vergleich ist dieser Warenkorb in Deutschland prall gefüllt. Das mag richtig sein, weil die gesamte Gesellschaft sich auf einem hohen Konsumniveau befindet und ein zu starkes Auseinanderklaffen von durchschnittlichem Lebensniveau und Sozialhilfe-Niveau kein würdevolles Leben ermöglichte.
Problematisch wird die Sache wenn man bedenkt, wie dieses Mindest-Lebensniveau finanziert wird. Über Steuern und Sozialabgaben finanziert jeder, der arbeitet, diese Leistungen mit, das erhöht die Preise, da die Arbeitskosten steigen, letztlich auch die Preise, die der Sozialhilfeempfänger zu zahlen hat, was zur Folge hat, dass die Sozialhilfekosten steigen müssen usw.
Mindestlohn und Mindestpreis
Das gleiche gilt natürlich für Mindestlöhne, die an das Sozialhilfeniveau gekoppelt sind. Hier kommt aber eines erschwerend hinzu: Wenn durch Mindestlöhne die Preise so weit verteuert werden, dass die damit angebotene Dienstleistung oder das damit produzierte Produkt keiner mehr kaufen will, fällt die Arbeit einfach weg. Viele Produkte und Dienstleistungen können im Ausland hergestellt werden, wa das nicht der Fall ist, stellt sich immer ein Preis ein, der die gesamten in der Dienstleistung oder in dem Produkt enthaltenen Arbeitskosten widerspiegelt. Wenn der Unternehmer dieses Produkt nicht wenigstens zu diesem Preis zuzüglich eines für ihn selbst ausreichenden Gewinns anbieten kann, wird er es auch nicht tun (können).
Der wirkliche Mindestlohn
Das erstaunliche ist bei der ganzen Betrachtung zunächst, dass überhaupt Löhne gezahlt werden, die oberhalb dieses imaginären Mindestlohns liegen.
Es gibt viele Produkte und Dienstleistungen, für die wir entweder einen ziemlich hohen Preis zu zahlen bereit sind, oder die so massenhaft nachgefragt werden, dass die einzelkosten sehr gering sind. Auf solchen Märkten tummeln sich viele Anbieter. Um bestehen zu können, müssen sie eine hohe Qualität liefern und Alleinstellungsmerkmale haben.
Das schaffen sie nur mit hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Um Qualifikation und Motivation zu erhalten, ist jedoch ein hohes Lohnniveau nötig. Die Zahl dieser idealen Mitarbeiter ist immer begrenzt.
So ergibt sich für jede Branche in konkreten Umständen ein Mindestlohn, nähmlich der, der gezahlt werden muss, damit Mitarbeiter mit hohem Leistungspotenzial gefunden und gehalten werden.
Mindestlohn ist keine Konstante
Bedingungen ändern sich, das, was heute nur hochqualifizierte Leute vor Ort machen können, will morgen vielleicht kaum noch jemand haben, oder wird von angelernten Kräften in Fernost produziert. Abschottung wäre hier der ganz falsche Weg, da letztlich auch der Wettbewerb im Preisniveau für allgemeinen Wohlstand sorgt.
Mindestlohn muss deshalb immer wieder neu bestimmt werden. Es gibt keinen Automatismus nach oben. Nur wenn es immer neue Innovationen gibt, kann Mindestlohn stabil sein oder wachsen.
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