Interviews in der Anforderungsanalyse, Letzter Teil
Interviewdokumentation
Protokoll und Zwischenergebnisse
Wie oben bereits erwähnt ist es nicht üblich, in der Anforderungsanalyse mit Ton-bandprotokollen zu arbeiten, obwohl dies vor allem im explorativen und theoriegene-rierenden Interview sinnvoll sein kann. Umso mehr kommt es auf ein detailliertes, von beiden Partnern bestätigtes Protokoll an. Der Analyst wiederholt dazu zusam-mengefasst die gewonnenen Informationen und notiert diese.
Um den Dokumentationsprozess während des Interviews zu strukturieren und effi-zient zu gestalten empfiehlt sich der Einsatz standardisierter Diagramme. Im explora-tiven Interview kommt vor allem das Kontextdiagramm zum Einsatz, während im systematisierenden Interview Sequenz-, Status-, Objekt- und Datendiagramme erstellt werden. Diese Diagramme können im theoriegenerierenden Interview weiter entwi-ckelt werden, hinzu kommen hier häufig Papierprototypen.
Nachbereitung und Auswertung
Zur Auswertung des Interviews gehört zunächst das Ergänzen und Systematisieren des Protokolls und der erstellten Diagramme. Im Prozess der Auswertung werden die verschiedenen Dokumente (Produktvision und Projektrahmen, Lastenheft, Pflichten-heft) erstellt. Für die Folgeinterviews werden die entsprechenden Leitfäden abgelei-tet.
Wichtig ist, dass die Nachbereitung des Interviews zeitnah erfolgt. Bei der Termin-planung des Interviews muss deshalb die Zeitplanung für die Nachbereitung mit be-rücksichtigt werden. Die in der Nachbereitung erstellten Protokolle und Diagramme müssen vom Experten abgenommen werden, deshalb muss bei der Terminplanung auch dessen Verfügbarkeit nach dem Interview abgefragt werden. Dies ist um so wichtiger, wenn der Experte hier möglicherweise für Rückfragen und Detailklärungen benötigt wird.
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