Interviewtechniken in der Anforderungsanalyse
Interviewsituationen gibt es in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Schaltet man morgens das Radio ein, hört man die Moderatorin im Gespräch mit einem Politi-ker oder einer Wissenschaftlerin zu einem aktuellen Thema. Abends kann es gesche-hen, dass das Telefon klingelt und ein Marktforschungs- oder Meinungsinstitut unsere Ansichten zu bestimmten Themen, unsere Vorlieben, unsere Verhaltensweisen er-fragt. Später sehen wir im Fernsehen vielleicht noch ein Gespräch eines Journalisten mit einem Schriftsteller über sein neuestes Buch.
All das sind Interviews. Sie haben Gemeinsamkeiten, aber auch viele Unterschiede hinsichtlich ihrer Zielsetzung und ihrer Methode. Für Interviews in der Anforde-rungsanalyse für Softwareprojekte kann man aus diesen verschiedenen Methoden eine Menge lernen, wenn man das eigene Ziel richtig in die verschiedenen Zielstel-lungen der Interviewführung einordnet.
Die Methode der Interviewführung ist unterschiedlich systematisch untersucht. Die umfangreichsten Untersuchungen, die auch in Lehrmethoden münden, gibt es wohl zum journalistischen Interview.
Weitere methodische Ansätze zur Interviewführung finden sich in der systematischen Grundlegung der empirischen Sozialforschung, auch wenn hie immer wieder ein Mangel an Methode beklagt wird. Das Ziel der Interviewführung in diesem Gebiet weist jedoch eine große Ähnlichkeit mit den Zielen der Anforderungsanalyse in Softwareprojekten auf. Hier wie dort geht es um das Gewinnen gültiger, stabiler, letztlich objektivier Informationen gesellschaftlicher oder organisatorischer Zusam-menhänge und Handlungsgrundlagen.
Letztlich finden alle Interviewformen bei der Anforderungsanalyse Anwendung. Wichtig ist, sich darüber klar zu werden, welche Formen bei welcher Zielsetzung sinnvoll sind und wie sie erfolgreich benutzt werden können.
wird fortgesetzt…