Warum Objektmodellierung
Wir denken in Abläufen, Prozessen, Tätigkeiten
Jeder Versuch einer Beschreibung eines System beginnt mit der Beschreibung der Tätigkeit der Akteure, das heißt zunächst der Arbeitsabläufe der handelnden Personen.
Wenn wir einen Geschäftsvorfall durch den Einsatz eines Softwaresystems verbessern wollen, werden wir uns diesen Geschäftsvorfall zunächst durch einen Akteur schildern lassen. Dieser tut dies, indem er uns den zeitlichen Ablauf seiner Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Geschäftsvorfall schildert. Das Verfahren zur objektiven Abbildung dieser Prozesse ist die Geschäftsprozessmodellierung.
Für die Konzeption langlebiger integrierter Softwarelösungen hat dieses Verfahren, wenn es allein eingesetzt wird, jedoch entscheidende Nachteile.
Abläufe ändern sich
Bedingt durch ständige, immer schnellere Änderung der Rahmenbedingungen, Voraussetzungen und Ziele der Geschäftsprozesse sind diese einer ständigen Veränderung unterworfen. Aber das ist nicht der einzige Grund für gravierende Änderungen in den Abläufen:
• Abläufe ändern sich durch den Einsatz der Software, da diese die Voraussetzungen und Träger der Prozesse unmittelbar beeinflusst.
• Abläufe ändern sich durch den Einsatz der Software, da diese neue Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Wünsch schafft.
Objekte sind relativ stabil
Während sich also die Abläufe ständig verändern und damit auch Änderungen des Prozessmodells und somit auch der Software provozieren, sind die beteiligten Akteure, die von ihnen verwendeten Ressourcen sowie die dabei erzeugten Dokumente in ihrer Beschreibung und in ihren Grundfunktionen relativ stabil. Auch wenn z.B. das genaue Verfahren der Anmeldung zu einem Seminar inklusive der Genehmigung, der Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen u.a. Prozesse sich ändern kann, wird es in diesem Verfahren immer einen Seminarteilnehmer, einen Seminarkalender, eine Anmeldebestätigung geben.
Objekteigenschaften sind langlebig
Wenn wir uns die Objekte genauer betrachten stellen wir fest, dass auch die Eigenschaften, durch welche sie bestimmt werden und welche für das Funktionieren des Geschäftsprozesses wichtig sind, über lange Zeit die gleichen bleiben. So werden der Seminartermin und das Seminarthema dauerhaft Informationen über die Seminarveranstaltung sein, welche für die Anmeldung zum Seminar von Bedeutung sind.
Operationen auf Objekten können isoliert betrachtet werden.Die eigentlichen Prozesse, welche den Geschäftsvorfall ausmachen, können wir als Operationen ansehen, die durch die Akteure an den Objekten ausgeführt oder initiiert werden. Auch diese Operationen sind relativ langlebig in dem Sinne, dass sich ihr äußeres Erscheinungsbild, d.h., die Informationen, welche für ihre Ausführung benötigt werden sowie ihr Ergebnis, nicht häufig ändert. Ihr genauer Ablauf wiederum, der sich ändern kann, kann nun losgelöst von den anderen Operationen des Systems betrachtet und variiert werden.
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